Zum Tod von Howard Zinn
Howard Zinn: Ein Interview mit Chomsky, Klein, Arnove und Walker zum Gedenken an den legendären Historiker und Aktivisten
von Amy Goodman — 29.01.2010 — Democracy Now! / ZNet
“Ganz gleich, was uns gesagt wird, ganz gleich, welche Tyrannen es gibt, welche Grenzen überschritten wurden und werden, welche Aggression stattfand und stattfindet - wir werden nicht passiv sein im Angesicht von Tyrannei und Aggression, nein, wir werden andere Wege finden als den Krieg, um mit unseren Problemen fertig zu werden, was immer diese auch sein mögen. Denn ‘Krieg’ bedeutet unausweichlich - unausweichlich - dass Massen von Menschen unterschiedslos getötet werden, viele davon Kinder. Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder.
Wenn wir es recht bedenken, geht es nicht so sehr darum, (Leute wie) Saddam Hussein loszuwerden. Nun, wir sind ihn losgeworden. Im Verlauf dieses Prozesses haben wir Massen von Menschen getötet, die einst seine Opfer waren. Wenn man gegen einen Tyrannen Krieg führt, wen tötet man? Man tötet die Opfer des Tyrannen. Wie dem auch sei - dies ist geschehen, damit wir uns wieder Gedanken über den Krieg machen, damit wir uns klarmachen, dass wir in diesem Moment...
Bahnverspätungen könnten glücklich machen, aber nur fast.
Unter dem zutreffenden Titel “Verspätung eingeplant” wird in der “Zeit” von der von den Bahnverantwortlichen mit Absicht hergestellten größeren Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn berichtet, deren Sprecher vom sibirischen Winter spricht, wenn es 15 Grad plus hat.
Im Anschluss erklärt aber der Verkehrspsychologe Bernhard Schlag von der TU Dresden im Interview, dass wir im Grunde selber schuld seien an der Verkehrsmisere zur Winterszeit, weil “Gewohnheiten geben wir erst auf, wenn es nicht mehr anders geht”. Auf die Nachfrage, ob sich damit die Verspätungen der Bahn erklären ließen meint der Psychologe schlicht:
“Eigentlich geht man davon aus, dass Unternehmen rationaler handeln als Individuen. Aber offensichtlich trifft das nicht immer zu. Dort sitzen eben auch Menschen, die Entscheidungen treffen. Und die unterliegen der gleichen Verzögerung in der Verhaltensanpassung”
Jedenfalls mögen sich die Menschen beim Warten auf den Zug oder im Stau mit einem guten Buch erfreuen “oder eine interessante Sendung im Autoradio hören” (die gibts ja immer, wenn man sie gerade braucht). Als der Interviewer daraufhin etwas süffisant...
Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Vor wenigen Tagen, am 9. Jänner, wäre Kurt Tucholsky 120 Jahre alt geworden. Anlass genug, ein Lied von ihm zu bringen, welches insofern nicht ganz aktuell ist, als noch mit Mark und Pfennig statt Euro und Cent gerechnet wird.
Bürgerliche Wohltätigkeit
Sieh! Da steht das Erholungsheim
einer Aktiengesellschafts-Gruppe;
morgens gibt es Haferschleim
und abends Gerstensuppe.
Und die Arbeiter dürfen auch in den Park …
Gut. Das ist der Pfennig.
Aber wo ist die Mark –?
Sie reichen euch manche Almosen hin
unter christlichen frommen Gebeten;
sie pflegen die leidende Wöchnerin,
denn sie brauchen ja die Proleten.
Sie liefern auch einen Armensarg …
Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark –?
Die Mark ist tausend- und tausendfach
in fremde Taschen geflossen;
die Dividende hat mit viel Krach
der Aufsichtsrat beschlossen.
Für euch die Brühe. Für sie das Mark.
Für euch der Pfennig. Für sie die Mark.
Proleten!
Fallt nicht auf den Schwindel rein!
Sie schulden euch mehr als sie geben.
Sie schulden euch alles! Die Länderein,
die Bergwerke und die Wollfärberein …
sie schulden euch Glück und Leben.
Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf...
Kein Jahresdolm zu finden aber HeldInnen und ein Motto für 10
Es war mir im persönlichen Jahresrückblick nicht möglich, einen Dolm des Jahres zu finden. Der Grund dürfte darin liegen, weil es in dieser im letzten Jahr mit rasender, flächenbrandiger Geschwindigkeit verdolmten Republik niemanden gibt, der sich einzigartig über die anderen hinaus hebt. Denn die Kärntner Braunbande ist in dieser Hinsicht nicht dolmfähig, auch die anderen Rechtsextremisten nicht, und einen Faymann zu bedolmen wäre lächerlich, denn die Partei wusste, was für ein unbedarftes Bürscherl er ist, als sie ihn auserkor. Auch die schreckliche Laura als sein gelebter Sprechdurchfall kann nicht zur Dolmin werden, weil sie ja nicht durch sich dort ist, wo sie uns nervt, sondern durch die alten Parteimänner, die glaubten, durch sie ein “freches Ding” gefunden zu haben, dem alle Herzen zuflögen. Und die ganze Partei als Dolm? Das hat wenig Charme, weil so unpersönlich. Die anderen politischen Gestalten, wie die Doppelprölls, geben auch nichts her, entweder zu widerlich oder zu gar nichts.
Mein persönlicher Kandidat wäre an sich der Chefredakteur des Falters, aber man will ja nicht unfair sein. Denn der voranschreitende...
Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu:
Quotenwahn oder historischer Verdienst?
Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen.
Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden:
Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...
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