hieramts

Nicht renommiert, sondern versetzt

sei der ehemalige Leiter der Wiener Kriminaldirektion 1, stellte der Polizeipräsident fest, als jener im Fachblatt "Der Kriminalbeamte" eine Kritik an der Wiener Polizei veröffentlichte. Diese war zwar nur eine von vielen kritischen Auseinandersetzungen mit der in jeder Hinsicht in einem elendiglichen Zustand befindlichen Truppe. Sie reichte aber aus, dass, wie der ORF berichtet, Frühwirth suspendiert wurde, weil:

"Kein Dienstgeber würde es sich gefallen lassen, wenn ein offensichtlich nicht renommierter, sondern versetzter Mitarbeiter ihn mit unqualifizierten Äußerungen in der Öffentlichkeit attackiert", so der Polizeipräsident.

Auch wenn sich das Mitleid mit Frühwirth in Grenzen halten mag, da dieser selbst ziemlich tief im Wiener Polizeisumpf stecken dürfte, so ist doch bemerkenswert, dass er wegen strafrechtlich relevanter Anklagen nur versetzt worden ist, wenn er das Maul aufreißt, aber suspendiert wird.
Eine Maßnahme, welche Polizisten, die Bürger prügeln oder Asylwerbende foltern, nur selten und wenn, dann zumeist nur mit Verzögerung widerfährt.
Analog zur ÖVP-internen Parteipraxis "beten und Goschn halten" könnte man dies für die Polizei mit "prügeln" statt beten als adäquate Verhaltensweise übersetzen.

Ein wesentlicher Kritikpunkt des ehemaligen Oberkieberers war übrigens:

"Im Zundwesen herrscht Stillstand!"




Identitätskrise


Dass mein Pass nach 5 Jahren Ablaufdatum nicht mehr als Identitätsausweis gilt, musste ich schmerzlich feststellen, als die Briefträgerin, die mich seit etlichen Jahren auf der Straße mit Namen anredet, eine eingeschriebene Sendung nicht zu überreichen gewillt war. Auch meine Gefährtin bekam eine solche Sendung nicht, weil sie in ihrem Führerschein noch den Namen vor der Verheiratung eingetragen hat. Da half auch die Vorlage der Heiratsurkunde nichts.
Also landete ich beim hiesigen "Frontoffice" des Magistrats und erfuhr, dass wegen des Ablaufdatums des Passes auch noch Staatsbürgerschaftsnach- und ein weiterer Lichtbildausweis benötigt würden.
Nachdem ich die Bediensteten zum Internetsurfen genötigt hatte, weil ich darauf hinwies, dass diese Anforderungen nicht auf dem Webportal der Stadt aufgelistet seien und ich im übrigen keinen weiteren amtlichen Lichtbildausweis hätte, wurde mir beschieden, dass ich dann einen Zeugen brauche, der meine Identität bestätige.
Dem darauffolgende Versuch, sich dieser Angelegenheit ergebnisorientiert zu nähern, war kein Erfolg beschieden:
Ich mutete diesen Bediensteten doch glatt zu, im magistratischen Intranet meinen Namen zu suchen, bei Bedarf auch Fotos von mir im Web anzuschauen und zusammen mit dem ehemaligen Pass, einigen aktuellen Fotos, die den alten Passfotos immer noch sehr ähnlich sind, sowie Geburts- und Heiratsurkunde, E-Card, Jahresticket und Bankomarkkarte, mir zu glauben, dass ich ich sei!
Die eine Bedienstete schaute nach diesem Anlauf ziemlich kundenorientiert auf die Heiratsurkunde und meinte, es könne doch meine Frau als Zeuge gehen!
- Aber da ist das selbe Problem, sie hat einen abgelaufenen Führerschein
- Ein Führerschein läuft nie ab!
- Aber die Ausstellung des Führerscheins und das Foto ist viel älter als mein Pass und das Passfoto, außerdem hat sie noch ihren alten Namen.
- Das macht nichts. Sie haben ja eh die Heiratsurkunde, da steht ja der neue Name drauf!
- Das heißt, ein uralter Führerschein mit falschem Namen gilt schon als Identitätsnachweis, ein jüngerer Pass mit dem richtigen Namen und einem jüngeren Foto aber nicht?
- So ist eben das Passgesetz
- Wobei wegen des falschen Namens im Führerschein die Identität dieser Person, die meine Identität bestätigen soll, erst durch die Heiratsurkunde von Ihnen anerkannt wird?
- Ja, weil da ja der alte und der neue Name drinnen steht!
- In jenem Dokument drinnen steht, das ich, dem Sie nichts glauben wollen, beibringe? Wäre es jetzt nicht an der Zeit, mich als der zu akzeptieren, der ich bin?
- Nehmen Sie doch einfach Ihre Fau mit!



Magistratischer Thementopf mit Klick

Im Intranet der Gemeinde Wien ist seit heute eine selten dämliche erfrischend lockere Ankündigung eines neuen Services für Magistratsbedienstete zu lesen:
"Online-Pressespiegel jetzt mit Euro-Suche.

Der APA Online- Pressespiegel für Wien.at Intern verfügt ab sofort über einen eigenen Euro-Button (links oben). Damit wird per Mausklick eine Suche nach Artikel im Zusammenhang mit der UEFA EURO 2008™ durchgeführt
...
Berichte zur EURO 2008 mit einem "Klick"
Zusätzlich zu den bisherigen Themenbereichen bietet der Online-Pressespiegel seit 27. Februar einen "UEFA EURO 2008TM"-"Thementopf an.

Die Fußball-Europameisterschaft rückt näher und die Berichterstattung in den Medien wird immer umfangreicher.

Um unseren UserInnen einen schnellen Überblick über dieses für die Stadt Wien einmalige Großereignis zu ermöglichen, werden seit 27. Februar Meldungen, die dieses Thema berühren, im Online-Pressespiegel in einem zusätzlichen "UEFA EURO 2008TM"-Themenbereich angeboten.
Die Funktion "Suche & Archiv" ist ab 27. 2. möglich.
Es werden so wie bisher Printmedien-Berichte aus den lokalen, kommunalpolitischen und politischen Bereichen erfasst, nicht aber die Berichterstattung über die Spiele der Fußball-Europameisterschaft. "

Und was wird die Gemeindebediensteten im Thementopf erwarten?
Immer wieder, immer wieder, "Österreich":
euro-pressespiegel


Angeblich soll ab sofort zwischen 11 und 15 Uhr der Gruß zwischen Magistratsbediensteten nicht mehr "Mahlzeit" sein dürfen, sondern muss "I wer narrisch!" lauten.

Nach dem letzten Schuss dieses sehnlichst vorbeigesehnten Events wird es für die diese Bediensteten wohl nicht mehr so ohne weiteres möglich sein, zum alten Gruß zurückzukehren.

Neugierige Abteilungsleiter?


Unlängst in der Newcomer-Schulung des Magistrats Wien erfuhren die TeilnehmerInnen Erstaunliches. Erstens, dass es eine dreißigminütige Mittagspause gebe (wahr ist dagegen, dass zur Einnahme des Essens die dafür notwendige Zeit gewährt werden muss) und zum Anderen, dass die Mailkonten der Bediensteten vom Dienstgeber nur bei Verdacht von Missbrauch eingesehen werden dürften, und dies auch nur im Rahmen einer festgelegten Prozedur, in welcher auch die Personalvertretung einbezogen sei, tatsächlich aber jeder Abteilungsleiter die Möglichkeit habe, in die Mailkonten seiner Untergebenen Einschau zu nehmen und diese Möglichkeit auch genutzt werde. Wenn damit Missbräuchliches entdeckt werde - (Verspottungen des Abteilungsleiters z.B.?) - erfolge dann die legale Prozedur der Überwachung und dementsprechend werde auch was gefunden, was für ein Diszi gegen den Mailkontenbesitzer reiche.
Irgendwie glaube ich das aber nicht. Weil das wäre ja ungesetzlich. Und das Misstrauen gegen den Dienstgeber sollte uns noch nicht so sehr zerfressen haben, dass wir jeden Blödsinn glauben, der in der Newcomer-Schulung erzählt wird.
Andererseits glaube ich seit meinem 5. Lebensjahr auch nicht mehr an das Christkind.






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"Die Angelegenheiten des Dienstleistungskonzerns „Magistrat der Stadt Wien" betreffen unzählige Bereiche. Informationen dazu, einen Überblick über Rechte und Pflichten sowie Interessantes zu den Aufgaben und Zielen einer modernen Dienstleisterin vermittelt die Newcomerschulung in 11 Modulen.
Ziel: Die Teilnehmer/innen erfahren die relevanten Themen zur neuen Arbeitgeberin „Dienstleistungskonzern Wiener Magistrat".

Es hagelt Interne Kommunikation

Nach einer Studie der ikp - Kommunikationsplanung und Öffentlichkeitsarbeit GmbH hat wurde die Interne Kommunikationen in den Betrieben im Vergleich zur letzten Erhebung
  • finanziell besser ausgestattet
  • hat mehr materielle Ressourcen bekommen (Intranet...)
  • für 80% der Führungskräfte hat der Stellenwert der Internen Kommunikation zugenommen
  • Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, dass die Interne Kommunikation in ihrem Unternehmen „eher gut bzw. sehr gut, offen und ohne Hierarchien“ funktioniert aber:
  • In mehr als drei Viertel der Unternehmen funktioniert die "Interne Kommunikation" nur von oben nach unten.
Zu vermuten ist, dass sich die interne Kommunikation der Führungskräfte mit ihren Untergebenen entweder in Anweisungen erschöpft oder die Untergebenen verweigern zunehmend den Dialog. Oder beides.

Trifft sich mit meinen Beobachtungen an meiner Arbeitsstelle: Leitung monologisiert mit der Geste des Dialogs vor sich hin und wehrt Einwände ab. Die Untergebenen sind es inzwischen müde geworden, gegen die fixen Ideen, die sich quartalsmäßig ändern, ihre guten Argumente zu verbrauchen und versehen zusehends Dienst nach Vorschrift oder Dienst neben den Vorschriften. In den Workshops wird geschwiegen. Gelegentlich gibt es Wutausbrüche und zornige Mails an alle. Das wars auch schon.

Magistratisches Qualitätsmanagement

Von 100 Standorten nehme man die 50 Besten, ermittle den Median dieser 50, rechne diesen hoch auf alle Standorte und erhält dadurch ein Personalersparnispotential von 13%. Damit hat die Innenkontrolle ihre Aufgabe erfüllt. Nun ist der Controller der Abteilung am Zug. Er macht die sogenannte qualitative Analyse und rechnet anhand von Durchschnittswerten den Personalbedarf aus. Dieser ist höher als der von der Innenkontrolle ermittelte aber weniger als der aktuelle Personalstand. Dann wird zwischen Dienststelle und Personalaufsicht verhandelt und es gibt eine Einigung auf einen Personalreduktionswert, welcher in etwa in der Mitte zwischen dem von der Innenkontrolle und dem des Controllers liegt. Also 7 % Personalreduktion und alle freuen sich: Die Innenkontrolle, weil sie es geschafft hat, durch eine einfache und beliebige Rechnung das Budget zu entlasten. Der Controller, der den untersuchten Betrieb jetzt genau kennt und von allen geliebt wird. Von der Innenkontrolle, weil er sie ernst genommen hat und vom Chef der Abteilung, weil er wenigstens einige Posten gerettet hat. Und der Chef der Abteilung freut sich eben wegen dieser Posten, die im Nachhinein wie ein Postenzuwachs aussehen.
Qualitätsmäßig.

Hot-Spots

  • Während die MitarbeiterInnen der Bücherei Philadelphiabrücke bei 34°, riesigen aufgeheizten Glaswänden, stehender Luft, täglich fast am Kollabieren sind, wird der Veranstaltungssaal, obwohl in den Sommermonaten unbenutzt, ohne Fenster oder sonstiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt, Tag und Nacht auf herrliche 20° Grad klimatisiert.
  • Klimatisiert wird auch der Serverraum der Wiener Büchereien. Dort ist heute aber leider die Klimaanlage ausgefallen. Daher kriegen die Server hitzefrei.
  • In den Zweigstellen der Büchereien können zum Glück keine Klimaanlagen ausfallen. Daher müssen die MitarbeiterInnen auch nicht heruntergefahren und erst wenn die Anlage funktioniert, wieder in Betrieb genommen werden

Leidbild? Mit Übermalungsevent

Den MitarbeiterInnen der Friedhöfe scheint nichts erspart zu bleiben. Aus der Mitarbeiterzeitung "Wien aktuell" (gekürzt):
    Unsere Friedhöfe – mehr als nur Begräbnisstätte: Unter diesem Motto steht das neue Leitbild, das von der Dienststelle gemeinsam mit den MitarbeiterInnen der MA 43 erarbeitet worden ist.
    Bis zu 600 MitarbeiterInnen sind im Einsatz, um Gräber zu vergeben, Beerdigungen durchzuführen und Wege, Alleen und Grünanlagen sowie Aufbahrungshallen und Kirchen, Friedhofskreuze, historische Gebäude und Kulturdenkmäler zu erhalten.
    Leitbild als interne Orientierung
    Diese vielfältigen Aufgaben auf den Friedhöfen und in den eigenen Betrieben galt es im Juni 2005 von der MA 43 zu beschreiben. Innerhalb nur eines Monats wurde ein neues, modernes Leitbild formuliert. „Dieser Leitbildprozess war durch sehr intensive Arbeitssitzungen geprägt“. In einem Workshop mit 36 MitarbeiterInnen wurden fünf Themenbereiche erarbeitet. Das Leitbild umfasst die Schwerpunkte „Aufgaben“, „Verantwortung“, „Betriebe“, „KundInnen und PartnerInnen“ und „Unternehmenskultur“. „Auf Basis des Workshops und durch weitere Anregungen, die per E-Mail und Post bei der Dienststelle eingelangt sind, wurde das Leitbild von einem 14-köpfigen Kernteam formuliert“Das Ergebnis soll sowohl Orientierung für die Dienststelle intern als auch für die Öffentlichkeit bieten“, erzählt G.H, die als Moderatorin dieses Prozesses die MA 43 bei ihrem Vorhaben begleitete.

    Zu jedem Themenbereich wurden Leitsätze formuliert, die täglich umgesetzt werden sollen. "Regelmäßig werden Infotage auf den Friedhöfen veranstaltet, an denen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im persönlichen Gespräch direkt vor Ort auf die Fragen unserer Kundinnen und Kunden eingehen“„Neben den klaren Vorgaben seitens des Dienststellenleiters war der Einsatz seitens der MitarbeiterInnen ausschlaggebend für das Gelingen dieses Projektes“, freut sich G.H von der MDO-Konzerncontrolling.
    Passend zum Motto „… mehr als nur Begräbnisstätte“ ist für die MitarbeiterInnen der MA 43 im Rahmen der Ausstellung der Künstlerin Yoly Maurer ein Übermalungsevent geplant.
      Die MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit, ein Bild der Künstlerin zu übermalen und somit künstlerisch zu verändern. Dieses „neue“ Bild wird dann in den Verwaltungsräumlichkeiten des Zentralfriedhofes zu sehen sein.
    „ Es freut mich ganz besonders, dass die Kolleginnen und Kollegen so engagiert an der Erstellung unseres Leitbildes mitgearbeitet haben. Durch diese interne Diskussion konnte ein neues Verständnis für unsere Zielerreichung entstehen."
    Info: Übermalungsevent, 3. November, 17 Uhr, Tor 2, Halle 2, Zentralfriedhof
"Es lebe der Zentralfriedhof" (Ambros)

Horror

    "Nachdem mir heute schon ein sichtlich gealteter Hermann Klein in Begleitung seines Altenbetreuers Günter entgegengewankt ist, ein mürrischer Direktor an mir vorbeischoss, um irgendwelche deutschen Gäste zu empfangen, eine schleimige Pfeife anstelle der Veronika meine Abrechnungen entgegennahm und mich ermahnte, doch endlich meine Protokolle auf den Server zu stellen, starrte mir im Verwaltungs-Büro, das ich diensthalber aufsuchen musste, die Doppelarschfratze Grinder-Bleimler ins wehrlose Gesicht. Zuviel für einen ohnehin schon verkaterten Vormittag."

Firmenorientierung

    Liebe KollegInnen!
    Die Zuständigkeiten der Arbeitsmediziner und Sicherheitsfachkräfte wurde mit Anfang Oktober neu geregelt, nun sind die jeweiligen Firmen dabei, sich im Magistrat zu orientieren. Ich ersuche um Meldung per Mail an mich bis spätestens 21. Oktober, wer sich impfen lassen möchte, der genaue Impftermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

seit Februar 09 übersiedelt nach:

neu auf haftgrund.net

Zum Tod von Howard Zinn
Howard Zinn: Ein Interview mit Chomsky, Klein, Arnove und Walker zum Gedenken an den legendären Historiker und Aktivisten von Amy Goodman — 29.01.2010 — Democracy Now! / ZNet “Ganz gleich, was uns gesagt wird, ganz gleich, welche Tyrannen es gibt, welche Grenzen überschritten wurden und werden, welche Aggression stattfand und stattfindet - wir werden nicht passiv sein im Angesicht von Tyrannei und Aggression, nein, wir werden andere Wege finden als den Krieg, um mit unseren Problemen fertig zu werden, was immer diese auch sein mögen. Denn ‘Krieg’ bedeutet unausweichlich - unausweichlich - dass Massen von Menschen unterschiedslos getötet werden, viele davon Kinder. Jeder Krieg ist ein Krieg gegen Kinder. Wenn wir es recht bedenken, geht es nicht so sehr darum, (Leute wie) Saddam Hussein loszuwerden. Nun, wir sind ihn losgeworden. Im Verlauf dieses Prozesses haben wir Massen von Menschen getötet, die einst seine Opfer waren. Wenn man gegen einen Tyrannen Krieg führt, wen tötet man? Man tötet die Opfer des Tyrannen. Wie dem auch sei - dies ist geschehen, damit wir uns wieder Gedanken über den Krieg machen, damit wir uns klarmachen, dass wir in diesem Moment...


Bahnverspätungen könnten glücklich machen, aber nur fast.
Unter dem zutreffenden Titel “Verspätung eingeplant” wird in der “Zeit” von der von den Bahnverantwortlichen mit Absicht hergestellten größeren Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn berichtet, deren Sprecher vom sibirischen Winter spricht, wenn es 15 Grad plus hat. Im Anschluss erklärt aber der Verkehrspsychologe Bernhard Schlag von der TU Dresden im Interview, dass wir im Grunde selber schuld seien an der Verkehrsmisere zur Winterszeit,  weil “Gewohnheiten geben wir erst auf, wenn es nicht mehr anders geht”. Auf die Nachfrage, ob sich damit die Verspätungen der Bahn erklären ließen meint der Psychologe schlicht: “Eigentlich geht man davon aus, dass Unternehmen rationaler handeln als Individuen. Aber offensichtlich trifft das nicht immer zu. Dort sitzen eben auch Menschen, die Entscheidungen treffen. Und die unterliegen der gleichen Verzögerung in der Verhaltensanpassung” Jede nfalls mögen sich die Menschen beim Warten auf den Zug oder im Stau mit einem guten Buch erfreuen “oder eine interessante Sendung im Autoradio hören” (die gibts ja immer, wenn man sie gerade braucht). Als der Interviewer daraufhin etwas süffisant...


Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf den Quark.
Vor wenigen Tagen, am 9. Jänner, wäre Kurt Tucholsky 120 Jahre alt geworden. Anlass genug, ein Lied von ihm zu bringen, welches insofern nicht ganz aktuell ist, als noch mit Mark und Pfennig statt Euro und Cent gerechnet wird. Bürgerliche Wohltätigkeit Sieh! Da steht das Erholungsheim einer Aktiengesellschafts-Gruppe ; morgens gibt es Haferschleim und abends Gerstensuppe. Und die Arbeiter dürfen auch in den Park … Gut. Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark –? Sie reichen euch manche Almosen hin unter christlichen frommen Gebeten; sie pflegen die leidende Wöchnerin, denn sie brauchen ja die Proleten. Sie liefern auch einen Armensarg … Das ist der Pfennig. Aber wo ist die Mark –? Die Mark ist tausend- und tausendfach in fremde Taschen geflossen; die Dividende hat mit viel Krach der Aufsichtsrat beschlossen. Für euch die Brühe. Für sie das Mark. Für euch der Pfennig. Für sie die Mark. Proleten! Fallt nicht auf den Schwindel rein! Sie schulden euch mehr als sie geben. Sie schulden euch alles! Die Länderein, die Bergwerke und die Wollfärberein … sie schulden euch Glück und Leben. Nimm, was du kriegst. Aber pfeif auf...


Kein Jahresdolm zu finden aber HeldInnen und ein Motto für 10
Es war mir im persönlichen Jahresrückblick nicht möglich, einen Dolm des Jahres zu finden. Der Grund dürfte darin liegen, weil es in dieser im letzten Jahr mit rasender, flächenbrandiger Geschwindigkeit verdolmten Republik niemanden gibt, der sich einzigartig über die anderen hinaus hebt. Denn die Kärntner Braunbande ist in dieser Hinsicht nicht dolmfähig, auch die anderen Rechtsextremisten nicht, und einen Faymann zu bedolmen wäre lächerlich, denn die Partei wusste, was für ein unbedarftes Bürscherl er ist, als sie ihn auserkor. Auch die schreckliche Laura als sein gelebter Sprechdurchfall kann nicht zur Dolmin werden, weil sie ja nicht durch sich dort ist, wo sie uns nervt, sondern durch die alten Parteimänner, die glaubten, durch sie ein “freches Ding” gefunden zu haben, dem alle Herzen zuflögen. Und die ganze Partei als Dolm? Das hat wenig Charme, weil so unpersönlich. Die anderen politischen Gestalten, wie die Doppelprölls, geben auch nichts her, entweder zu widerlich oder zu gar nichts. Mein persönlicher Kandidat wäre an sich der Chefredakteur des Falters, aber man will ja nicht unfair sein. Denn der voranschreitende...


Der Bescheidenheitsexzess des Jahres
Auf die Frage im Falter 52/09, ob er noch die Grünen wähle, gab Johannes Voggenhuber zwar eine ausweichende Antwort, doch umso bestimmter wird der Ex-EU-Angeordnete der Grünen, wenn er ungefragt von sich berichtet: “Ich schreibe für die Österreichausgabe der Zeit. Ich arbeite an einem Buch. Ich erstelle Entwicklungskonzepte für die Salzburger Uni. Ich habe auch das EU-Bürgerforum mit Europapolitikern aus anderen Parteien gegründet” © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Bescheidenheitsexzess des Jahres">del.icio.us Post tags: Bescheidenheit, Voggenhuber Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Der Bescheidenheitsexzess des Jahres
Auf die Frage im Falter 52/09, ob er noch die Grünen wähle, gab Johannes Voggenhuber zwar eine ausweichende Antwort, doch umso bestimmter wird der Ex-EU-Angeordnete der Grünen, wenn er ungefragt von sich berichtet: “Ich schreibe für die Österreichausgabe der Zeit. Ich arbeite an einem Buch. Ich erstelle Entwicklungskonzepte für die Salzburger Uni. Ich habe auch das EU-Bürgerforum mit Europapolitikern aus anderen Parteien gegründet” © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Bescheidenheitsexzess des Jahres">del.icio.us Post tags: Bescheidenheit, Voggenhuber Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Haare kürzen, Bildung bringen
“Eine Woche vor seinem 80. Geburtstag war es für den Xantener Kinderbuchautor Willi Fährmann eine Ehrensache, zur Eröffnung der Moerser Grundschule, die seinen Namen trägt, anzureisen und vorzulesen. Er las aus seinen Erinnerungen, wie er als Kind zum Lesen kam. Ein Arbeitsloser, der regelmäßig zu Hause in der Küche den Kindern die Haare schnitt, leitete ehrenamtlich die Bücherei in der Kirche und brachte immer neue Bücher mit, auch einige, die von den Nationalsozialisten verboten waren und im Kleiderschrank versteckt wurden.” Quelle: http://www.rp-online.de/ni ederrheinnord/moers/nachri chten/moers/Schwungvoller- Start_aid_794677.html © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Haare kürzen, Bildung bringen">del.icio.us Post tags: BibliothekarInnen, Büchereien, Nationalsozialismus Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Spass mit der Bibliothek 2.0
Sehr gute Präsentation. Zum Thema siehe auch Blog des Autors:Bibliothek 2.0 und mehr. Innovative Ideen für Bibliotheken, Freie Inhalte und Interessantes aus dem Web Spass mit der Bibliothek 2.0 View more documents from Patrick Danowski. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Spass mit der Bibliothek 2.0">del.icio.us Post tags: Bibliothek2.0, Bibliotheken Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Tut mir leid Schatz, aber:
“Mein Kurzzeitgedächtnis ist durch das Multitasking immer stark beansprucht, sodass ich oft andere Dinge kurzfristig vergesse.” Dem Zellbiologen Michael Kiebler sei gedankt für diese im Heureka 2009/03 getätigte Ausrede des Jahrhunderts :-) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Tut mir leid Schatz, aber:">del.icio.us Post tags: Ausreden, Gedächtnis, Multitasking Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Grund zum Lesen
ZEITmagazin: Lesen Sie? Allen: Nicht viel. Wegen meiner Brille hält man mich für einen Intellektuellen, der darauf brennt, nach Feierabend Kierkegaard zu lesen oder Bleistiftnotizen in Aufsätze über Hegel zu schreiben. Das ist aber ein Irrtum. Mein erstes Buch las ich mit achtzehn. Und zwar nur, um die Mädchen zu beeindrucken. Sollte hier das Geheimnis der Berufswahl von Bibliothekaren zu finden sein? © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Grund zum Lesen">del.icio.us Post tags: Allen, BibliothekarInnen, Buch Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Heine über die Gefährlichkeit von Büchern
Heinrich Heine in “Die romantische Schule”: “Zu seiner Zeit hat man sein Buch gewiß für gottlos und ähnliche Dichtungen, wozu schon der »Lanzelot« gehörte, für gefährlich gehalten. Und es sind wirklich auch bedenkliche Dinge vorgefallen. Francesca da Polenta und ihr schöner Freund mußten teuer dafür büßen, daß sie eines Tages miteinander in einem solchen Buche lasen; – die größere Gefahr freilich bestand darin, daß sie plötzlich zu lesen aufhörten!“ Hintergrund dazu: Um eine Fehde mit der Malatesta-Familie aus Rimini zu beenden, beschloss Guido da Polenta, seine Tochter mit dem Erben des Hauses Malatesta, Giovanni, zu verheiraten. Giovanni war jedoch körperlich entstellt und lahm. Da Guido wusste, dass seine Tochter eine Heirat mit Giovanni verweigern würde, trat Giovannis gutaussehender Bruder Paolo als Vermittler auf. Francesca entdeckte die Täuschung erst am Morgen ihrer Hochzeitsnacht. Paolo und Francesca verliebten sich ineinander, angeregt auch durch die Lektüre der Geschichte von Lancelot und Guinevere. Giovanni entdeckte die Affäre und tötete die beiden. ©...


Charité-Bibliothek besetzt
aus dem Tagesspiegel (via Netbibeintrag “Bildung statt Fachidiotie” von Jürgen Plieninger): Etwa hundert Medizinstudierende haben am Mittwochabend nach eigenen Angaben die Bibliothek der Charité im Bettenhochhaus in Mitte besetzt. Sie wollten damit gegen eine bevorstehende Einschränkung der Öffnungszeiten protestieren, erklärte Sebastian Lange von der Fachschaftsinitiative der Charité. (zum Artikel) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Charité-Bibliothek besetzt">del.icio.us Post tags: #unibrennt, Bibliotheken, Bildungsaufstand Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Der Schrecken der Schnecken
Aus gegebenem Anlass: Er war so schleimig, dass in seiner Spur die Schnecken ausglitten und manchen sogar ihr Häuschen zerbrach. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Schrecken der Schnecken">del.icio.us Po st tags: Betriebskultur Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Lasset uns brennen!
In die mit viertausend Pensionistinnen bevölkerte Sporthalle von Poreč ruft Charlie Blecha: “Das weiße Haar auf dem Kopf ist wie das Dach eines Hauses. Drin brennt ein loderndes Feuer.” Wer hier noch rätselt, wieso der Pensionistinnenchef die mehrheitlich SP-Seinen mit einem brennenden Dachstuhl, was in weiterer Folge wohl ein abgebranntes Haus ergibt, vergleicht, erfährt bald des Rätsels Lösung. Es ist schlicht der Aufruf zur Feuerbestattung. Denn seine Pensionistinnen “sind keine Gruftis, sie sind keine Kompostis. Da hab’ ich mit aller Schärfe entgegenzutreten” Die Schwarzen mögen also in Gruften verschwinden, die Grünen im Komposte, sozialdemokratische Pensionistinnenleiber dagegen lassen sich der Flamme zuführen.Da fährt die Feuerwehr drüber. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Lasset uns brennen!">del.icio.us Pos t tags: Blecha, Pensionistinnen, SPÖ Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu: Quotenwahn oder historischer Verdienst? Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen. Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden: Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...