Die absperrbare Bücherei

Aus einer bildungspolitisch für gewöhnlich hart an der Zuverlässigkeit schrammenden Quelle ist zu entnehmen
Ron Wood (61) kann einfach nicht die Finger von seiner Ekaterina (19) lassen. Jetzt lud er sie sogar in seine Entzugsklinik ein - zum sexy Stelldichein in der Bücherei. (...)
Da scheint jemand von der Kamapagne "Treffpunkt Bücherei" nachhaltig sozialisiert worden zu sein. Bei der folgenden Information
Zum Schäferstündchen schlossen sich Ron und "Kat" in die Bibliothek ein
stellt sich einem als Angehörigen der Berufsgruppe umgehend die Frage: was macht inzwischen das bibliothekarische Personal? Geht es mittagessen oder bleibt es in der Bibliothek und widmet sich der Fortbildung? Auch der nächste Satz wirft Fragen auf:
Was wohl Rons Ehefrau Jo (53) zum Bücher-Tête-à-tête ihres untreuen Gatten sagt?
Heißt "Bücher-Tête-à-tête", dass sie sich doch auch mit Büchern und nicht nur miteinander konfrontiert hatten? Oder sollte das generationenübergreifende Paar vielleicht frevelhafterweise Bücher als Unterlage für sein Tête-à-tête verwendet haben, weil auf alten Steinen liegt es sich vielleicht nicht so gut?
Wie auch immer, in Wien wäre sowas nicht passiert. Dort gibt es bekanntlich seit einigen Jahren keine Spitalsbüchereien mehr, weil die zuständige Stadträtin der Meinung war, dass die Spitäler für die Büchereien selbst aufzukommen hätten, wenn sie welche wollten.
Die Spitäler sahen das anders und Ron Wood hätte für die Betätigung seiner Finger eine andere öffentliche Örtlichkeit finden müssen.
Dabei wäre das doch ein netter Aufmacher mit Bild für die "Rathauskorrespondenz" gewesen:
"Stadträtin Laska übergibt Rolling Stone den Schlüssel der Spitalsbücherei!!"



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