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Auf den Stamokap gekommen

Wenn zwei sich streiten, wie der Rüruprentner  Rürup und der bis vor kurzem in den selben Kreisen beliebte Finanzwissenschafter Homburg, dann kommen gelegentlich Wahrheiten raus. Das wars aber auch schon.

Ein kleiner Wortrap aus dem Spiegelstreitgespräch:

Günter Homburg:
  • Ich kann derzeit keine Krise er­kennen.
  • Das Konjunkturprogramm ist eine Verschwendung öffentlicher Mittel und wird großen Schaden anrichten.
  • Es ist sehr bedauerlich, dass das, was den Bürgern in den letzten Jahren durch Mehrwertsteuer­erhöhung und vieles mehr abgepresst wurde, jetzt in einem Zug verbraten wird.
  • Also kommt es zu fragwürdigen Schnellschüssen, die noch dazu in die Preise gehen.
  • Insofern ist dies eine Verschwendung öffentlicher Mittel.
  • Herr Rürup, Sie und der Sachverständigenrat haben uns jahrelang er­klärt, dass Konjunkturprogramme wirkungslos seien. Das steht sogar noch in Ihrem aktuellen Gutachten!
  • Wir machen uns als Volkswirte unglaubwürdig, wenn wir ohne gesicherte Fakten von der schlimmsten Krise aller Zeiten phantasieren
  • und dann auch noch Rezepte aus dem Keller holen, die wir bis letztes Jahr für verfehlt gehalten haben.
  • Ich verstehe einfach nicht, weshalb so große Teile der Volkswirtschaftslehre nun diametral ihre Position ändern.
  • Sind denn alle verrückt geworden?
  • Was wir beobachten, sind Manager, die ihr individuelles Versagen mit dem Hinweis auf eine Finanzmarktkrise kaschieren.
  • Zumindest hätten alle Verantwortlichen, also Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionäre, so gestellt werden müssen wie bei einer Insolvenz, einschließlich des Verlustes der Pensionsansprüche.
  • Ich prognostiziere, dass sich die Banken in Zukunft noch riskanter verhalten werden als bisher, denn sie haben verstanden:
  • Wenn es schiefgeht, hilft der Staat.
  • Da lauert für mich schon die nächste Spekulationsblase.
  • Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Co. haben die Regierung absichtsvoll verunsichert.
  • Für die Banken ist der Rettungsschirm sehr vorteilhaft,
  • auch für Ackermann, weil Forderungen seiner Bank dadurch gerettet werden.
  • Das tut seinem Gewinn gut.
SPIEGEL: Finanzminister Steinbrück sagt, er habe in den Abgrund geblickt.
  • Da sind Amateure über einen Abgrund gehalten worden.
  • Diese Panik ist stark interessengesteuert, und zwar von den Banken.
  • Tatsache ist, dass die Bankenret­tung mit dem Vorwand des Gemeinwohls begründet wird, sie in Wahrheit aber vor allem den Banken nutzt.
Ahja, Rüru hat auch was gesagt:
  • Wie bitte?
  • Ich bitte Sie!
  • Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.
  • Ich kann Ihre Einschätzung absolut nicht teilen
  • Es sollte Ihnen doch zu denken ge­ben, dass so viele Kollegen ihre Position geändert haben. Gelegentlich kann auch die Mehrheit recht haben.
  • Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden
  • Das ist, vorsichtig formuliert, abwegig.
  • Moment mal!
  • Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.
  • Eine bemerkenswerte Einzelmeinung.
  • Das klingt nach einer konspirativen Theorie, wie man sie früher vom Stamokap-Flügel der Jungsozialisten hörte

Für Nachgeborene ein paar Stamokaplinks:




Österreichisches Double Bind

Sven Gächter: Systemfehlerquoten (Profil)

In Wahrheit verdichten sich die Indizien, dass Österreich nach der schwarz-blauen Wende im Jahr 2000 ein krasses Psychohygiene-Defizit ausgebildet hat. Was zuvor immerhin noch Gegenstand ernsthafter, wenn auch teilweise erbitterter Kontroversen gewesen war, wird mittlerweile routinemäßig ­einer nicht weiter diskussionswürdigen Tagesordnung zugewiesen.
Und wer (wie profil und eine Hand voll anderer Medien) partout nicht davon abrückt, die uneingeschränkte Beachtung zentraler, in der Verfassung niedergelegter Grundprinzipien einzufordern, muss sich im Gegenzug den Vorwurf gefallen lassen, damit das Geschäft der Gegenseite zu betreiben – also all jener, die kein Hehl daraus machen, was sie von diesen Prinzipien halten.
Ein pseudosubtiler Treppenwitz, der so schlecht ist, dass er von Gerhard Dörfler stammen könnte.



Sinnlose Aussagen eines aufstiegswilligen Grünen und ihr Sinn

Zu den Verteidigern der dummen Aussagen des Grünen Bundesrats Egfani "Warum soll man als Mann nicht auch mal ordentlich auf den Tisch hauen?" Dönmez, die zurecht auch innerhalb der Grünen von einigen scharf kritisiert wurden, hat sich leider auch Peter Pilz gesellt:
"Ich halte unseren Bundesrat Effi Dönmez für ein großes politisches Talent. Jetzt hat er im Standard für Aufregung gesorgt. Viele regen sich auf, wie er es gesagt hat. [...]
Einige wenige grüne Tugendwächter, die Effi jetzt in die Nähe der FPÖ rücken, helfen uns dabei nicht weiter. Es geht nicht um grüne Grundsätze."
Eine ausgezeichnete inhaltliche und auch noch vergnüglich zu lesende Analyse des Gebrabbels des oberösterreichischen Bundesrats und die genaue Einschätzung des politischen Umfelds in dem seinesgleichen geschieht, findet sich im Kellerabteil von Hans-Christian Voigt:
"Da versucht sich ein oberösterreichischer Grüner zum wiederholten Mal für sich selbst ein “kantiges Profil” zu basteln, es gelingen ihm aber wieder nur dürftig dämliche Plattheiten und was passiert?
Er wird darauf hin als differenziert an tatsächliche Probleme herangehender “Realo” gefeiert. Aus seinem absurden Unsinn wird in Verteidigungsreden plötzlich ein gehaltvolles Programm."(weiterlesen !)
Das ist der Punkt. Und wenn solche vifen Politbürscherl wie dieser "Effi" bei den Grünen das Sagen haben werden .... dann, na dann ... wirds noch beschissener sein, als es eh schon ist.

Farewell Alfred, willkommen Werner!

Peter Pilz wundert sich und sagt es im Nationalrat:

"Ich gehe davon aus, dass Ihnen allen bekannt ist, dass das heute der letzte Tag und die letzte Gelegenheit ist, bei der Alfred Gusenbauer als Bundeskanzler im Parlament ist. Ich habe mich gewundert, dass der SPÖ-Klub darauf verzichtet hat, sich in diesem Rahmen von ihm zu verabschieden.

Ich stelle für mich und für meine Fraktion fest – und ich will jetzt keine Bilanz der beiden Kanzlerjahre Gusenbauer legen, sondern mich nur auf eines konzentrieren –: Hätte Alfred Gusenbauer bei einer Nationalratswahl seine Partei unter 30 Prozent geführt, wäre Alfred Gusenbauer aus Regierungsverhandlungen ohne auch nur ein Zeichen eines Neubeginns in den Fragen sozialer Gerechtigkeit und Bildung zurück in die Parteizentrale gekommen, hätte er von der Finanztransaktionssteuer bis zur Vermögenssteuer alles der ÖVP geopfert und hätte er dem Innenministerium, dem Außenministerium, dem Finanzministerium und dem Wirtschaftsministerium auch noch das Justizministerium nachgeworfen, Alfred Gusenbauer wäre ein heißer Empfang in der Löwelstraße bereitet worden. Ich glaube nicht, dass er das politisch überstanden hätte. – Bei Werner Faymann feiert das die SPÖ aber als Neustart!"



heute freuen wir uns mal



Tracy Chapman The Times They Are A-Changin

"Eine fundamentale Korrektur der Weltwirtschaft"

glaubt Annemarie Kramser im Editorial des Zentralorgans des Österreichischen Gewerkschaftsbundes "Solidarität" zu erleben. Auch im weiteren Text ist sie so naiv oder tut auch nur so.


Wer diesen Erlebnisgehalt nicht mit ihr teilt, sei auf den sehr informativen Artikel "Business as usual" aus "analyse&kritik" verwiesen, der es nicht nur im letzten Satz auf den Punkt bringt:





Wer über den Irrsinn des Kapitalismus nicht reden will,

sollte über den Irrsinn kapitalistischer Finanzmärkte schweigen






Pöbelmehrheit

Wie zu befürchten war, wurden die Rechtsextremen in ihrer derzeitigen Erscheinungsform des getrennt Marschierens fast zur Stärkste der Parteien. Knapp hinter der SPÖ, die nur deswegen nicht tiefer als auf das jetzige historische Tief sank, weil dank Onkel D. der Anti-Eu-Pöbel bei der Neffenpartei verblieben ist.
Insgesamt also eine gediegene Mehrheit für den Pöbel aller Schattierungen.
Dass die Grünen bei 10% dümpeln und sich kritische SPÖlerInnen nicht mal angesichts des widerlichen Faymannschen Kniefalls vor der Oberpöbelzeitung - oder sollte es besser Pöbeloberzeitung heißen? - wahrnehmbar für die Grünen als einzige politisch akzeptable Alternative entscheiden konnten, läßt einen vermuten, dass VdB mit seiner Einschätzung recht hat, dass das liberale Potential in Österreich derzeit eben nicht größer sei.
Und Linke gibt es offenbar überhaupt keine mehr in Österreich, wenn man von den paar irreal existierenden geriatrischen Sektierungen absieht.
Und von mir :-)








Wie mit der FPÖ umgegangen wird,

anderswo. Leider aber nicht bei uns und durch unsere stärksten politischen Parteien, sondern in Köln durch den dortigen CDU-Oberbürgermeister Fritz Schramma:

"Diese braunen Biedermänner sind in Wahrheit Brandstifter, Rassisten im bürgerlichen Zwirn, subtile Angstmacher. Dieser verfaulten Clique des Eurofaschismus, diesen Haiders und Le Pens, und wie sie alle heißen, rufe ich zu: Da ist der Ausgang, da geht's nach Hause!"
Am Tag zuvor machten die zum rechtsextremen Anti-Islamistenkongress in Köln zusammengekommenen Teilnehmer, zu denen auch eine Riege unserer hiesigen Braunblauen stieß, eine unfreiwillige Flussfahrt von mehreren Stunden, da sie von Gegendemosntranten nicht ans Ufer gelassen wurden. Als sie schließlich landeten, weigerten sich spontan Bus- und Taxifahrer, sie zu transportieren und ein Wirt, bei dem sie ein Kölsch' konsumieren wollten, schmiss sie umgehend hinaus, als er erfuhr, welche Bande sich bei ihm einnisten wollte.

in seiner Rede, die hier abgedruckt ist, stellte Schramma weiters fest:

Und wer sich gegen unsere ausländischen Mitbürgerinnen und mit Mitbürger stellt, der stellt sich gegen unsere Stadt. Denn Köln ist nicht braun. Köln ist bunt!
Darum zeigen wir heute Flagge, wir bekämpfen die Gegner unserer Stadt - mit friedlichen und demokratischen Mitteln, das ist mir sehr wichtig. Mit Worten, Protestmarsch, mit Bauchtanz und Plakaten, mit Schotten dicht und Musik a la Arsch huh u. Zäng ussenander!

Köln ist eine nette Stadt, find ich, und erinnere mich gerne an "de Plaat" Zeltinger, der "Mit nacktem Arsch und Rock' n' Roll"!


"Auf einen Außenposten bei den Gewerkschaften versetzt"

Über den Kultursekretär Egon Rentzsch schreibt Alfred Kantorowicz im 2. Band seines "Deutschen Tagebuchs":

"Der Rentzsch dampfte vor Hochgefühl. Gerade hatte er nach der offiziellen Premiere beschlossen, ein anderes Stück zu verbieten. Er lief Amok, niemand konnte ihn stoppen.
Er überrollte alles. ... Ihm, Rentzsch, war von der Instanz, die für ihn allein zählte, dem von Ulbricht beherrschten Zentralsekretariat der SED, das grüne Licht gezeigt worden, mal 'Ordnung zu schaffen', reinen Tisch zu machen mit jeder Eigenwilligkeit der 'Tintenkulis', später hat man den Amokläufer auch abgeschoben – nicht gerade in die Wüste geschickt, denn ein Mann von seiner Roheit und Dummheit war immer mal wieder brauchbar, aber aus der Zentrale auf einen Außenposten bei den Gewerkschaften versetzt."

Der Eindruck läßt sich nicht ganz wegwischen, als ob die Gewerkschaft nie wirklich hoch im Kurs gewesen ist, wenn sie als Teil des herrschenden Systems agierte.
Was mich wie nach fast jeder gewerkschaftlichen Ausschuss[wie-schon-der-Name-sagt]-Sitzung an das Projekt "gewerkschaftliche Funktionen als Sekundärkarriere" erinnert, mit dem ich diesem Unmaß an Geschmeidigkeit und Dummheit von Gewerkschaftsfunktionären in höheren Positionen nachzuspüren versuchen wollte.

Tapferer Betriebsrat


SPIEGEL: Tatsache ist, dass Ihr Boss schon im vergangenen Jahr über 60 Millionen verdient hat. Gibt es eine Grenze, von der an Managereinkünfte unanständig werden?
Hück: Unanständig ist es, wenn Manager Werke schließen, Mitarbeiter entlassen und dann persönlich noch enorme Gehälter kassieren. Da gehe ich auf die Barrikaden. Wir haben eine ganz andere Situation.

betriebsrat

seit Februar 09 übersiedelt nach:

neu auf haftgrund.net

Kein Geld für Bildung
denn es wird anderswo gebraucht: Die Lüge: „Es wird nichts verschenkt, wir stellen nichts gratis zur Verfügung, sondern es handelt sich um ein beinhartes Geschäft.“(Finanzminister Pröll) Die Wahrheit: “Das Finanzministerium muss bereits 200 Millionen Euro aus dem Bankenpaket in den Wind schreiben. Hypo Alpe-Adria und Volksbanken können nicht zahlen. Wie die Kontrollmechanismen der Regierung versagten.” © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Kein Geld für Bildung">del.icio.us Post tags: Politsystem, Wirtschaftskrise Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Charité-Bibliothek besetzt
aus dem Tagesspiegel (via Netbibeintrag “Bildung statt Fachidiotie” von Jürgen Plieninger): Etwa hundert Medizinstudierende haben am Mittwochabend nach eigenen Angaben die Bibliothek der Charité im Bettenhochhaus in Mitte besetzt. Sie wollten damit gegen eine bevorstehende Einschränkung der Öffnungszeiten protestieren, erklärte Sebastian Lange von der Fachschaftsinitiative der Charité. (zum Artikel) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Charité-Bibliothek besetzt">del.icio.us Post tags: #unibrennt, Bibliotheken, Bildungsaufstand Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Charité-Bibliothek besetzt
aus dem Tagesspiegel (via Netbibeintrag “Bildung statt Fachidiotie” von Jürgen Plieninger): Etwa hundert Medizinstudierende haben am Mittwochabend nach eigenen Angaben die Bibliothek der Charité im Bettenhochhaus in Mitte besetzt. Sie wollten damit gegen eine bevorstehende Einschränkung der Öffnungszeiten protestieren, erklärte Sebastian Lange von der Fachschaftsinitiative der Charité. (zum Artikel) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Charité-Bibliothek besetzt">del.icio.us Post tags: #unibrennt, Bibliotheken, Bildungsaufstand Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Kommunistische Kinderbücher?
fragt Florian Freistetter im ScienceBlog und bringt dieses Cover: Weiter lesen (auch der Kommentare) nur für KommunistInnen und AntikommunistInnen, Gläubige und Ungläubige empfohlen :-) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Kommunistische Kinderbücher?">del.icio.us Post tags: Buch, Indoktrination Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Für Wiener Leser ausgesucht: gratis mit Relevanz.
Das “echo medienhaus“, jene Gesellschaft mit beschränkter Haftung, über deren bis in die Eingeweide der Wiener SPÖ gehende Verstrickung nicht nur das Datum was zu sagen hatte, bewirbt die diesjährige Buch-ins-Volk-Aktion folgendermaßen: “Das Buch ist allerdings kein x-beliebiges Buch, sondern ein von einem Team des echo medienhauses zusammen mit dem Wiener Bürgermeister eigens für Wiener Leser ausgesuchtes. Das Gratisbuch hat also immer Relevanz für Wien” Genau so hat es auch Klaus Nüchtern im Falter 46/09 beschrieben. Allerdings mit einer etwas anderen Akzentsetzung: “Bürgermeis ter Häupl, Echo-Geschäftsführer Christian Pöttler und Wien live-Herausgeber Helmut Schneider einigen sich auf einen populären, seit Jahren als Taschenbuch auf dem Markt befindlichen Titel, um diesen in einer Auflage von 100.000 Stück und einer hässlicher und billiger gestalteten Ausgabe aufzulegen, die innerhalb von zwei Tagen vergriffen ist.” Relevant für Wien und seinen maskulin generierten Lesern also. “Zart anfeudalisierte Eventisierung von Literatur” nennt das K.N. Und der Bibliothekar einer der gut versteckt gelegenen...


Für Wiener Leser ausgesucht: gratis mit Relevanz.
Das “echo medienhaus“, jene Gesellschaft mit beschränkter Haftung, über deren bis in die Eingeweide der Wiener SPÖ gehende Verstrickung nicht nur das Datum was zu sagen hatte, bewirbt die diesjährige Buch-ins-Volk-Aktion folgendermaßen: “Das Buch ist allerdings kein x-beliebiges Buch, sondern ein von einem Team des echo medienhauses zusammen mit dem Wiener Bürgermeister eigens für Wiener Leser ausgesuchtes. Das Gratisbuch hat also immer Relevanz für Wien” Genau so hat es auch Klaus Nüchtern im Falter 46/09 beschrieben. Allerdings mit einer etwas anderen Akzentsetzung: “Bürgermeis ter Häupl, Echo-Geschäftsführer Christian Pöttler und Wien live-Herausgeber Helmut Schneider einigen sich auf einen populären, seit Jahren als Taschenbuch auf dem Markt befindlichen Titel, um diesen in einer Auflage von 100.000 Stück und einer hässlicher und billiger gestalteten Ausgabe aufzulegen, die innerhalb von zwei Tagen vergriffen ist.” Relevant für Wien und seinen maskulin generierten Lesern also. “Zart anfeudalisierte Eventisierung von Literatur” nennt das K.N. Und der Bibliothekar einer der gut versteckt gelegenen...


Zum Lesen geboren
Leseförderung: Kinderärzte verleihen Bücher: Menden. In Italien ist das Leseförderprojekt „Nati per Leggere” bereits seit 1999 in den Alltag der Büchereien, Kinderärzte und Eltern integriert. Nun bringt das aus Italien stammende Ehepaar Maria Anna und Giuseppe Giambusso die Aktion „Zum Lesen geboren” nach Menden. In Unna engagiert sich das Ehepaar Giambusso bereits seit 2005 für ein verstärktes Interesse von Vorschulkindern an Büchern. Eine Schlüsselrolle im Förderprojekt spielen sowohl die Dorte-Hilleke-Bücherei als auch die drei heimischen Kinderärzte Dr. Michael Berndt, Dr. Thomas Dücker und Dr. Piotr Myslak. Das Konzept ist einfach und einzigartig in Deutschland: Die Kinderärzte geben den Eltern Bücher mit nach Hause, die Eltern geben diese nach dem Vorlesen wieder in der Bücherei ab. Quelle: http://www.derwesten.de/na chrichten/staedte/menden/2 009/11/8/news-140067180/de tail.html © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Zum Lesen geboren">del.icio.us Post tags: Büchereien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Frauenquote als Funktion der Männermotivation
Erwartungsgemäß melden sich SPÖ-Männer, wenn es um ein Frauenthema geht, zuhauf und enthusiasmiert zu Wort. Wie beim ambitionierten Versuch der Frauenministerin, einen Parteibeschluss zur Frauenquote auch real werden zu lassen. Real? Nix real, sagt der im sonstigen Politleben nicht grad übersprudelnde Gesundheitsminister “weristdasdenngleich?” Stöger, sondern “eine Herausforderung”. Oder gar eine “Offensive”, wie es Bundesgeschäftsführer “ichmagRudasnicht” Kräuter erklärt. ABER da müsse man vor allem “auf Verständnis appellieren”, denn zum Großteil hänge die Erfüllung der Quote mit “Motivation” zusammen. Die der Männer natürlich. So wie übermotivierte Männer das Wahlrecht der Frauen und andere Unrealismen durchsetzten. Faymann ist wieder Faymann: Er sei dafür, die Quoten zu erfüllen und auch “überzeugt”, dass man bis zum Parteitag nächstes Jahr “gemeinsam” zu einem entsprechenden Vorschlag kommen werde. also nicht nächstes Jahr die Quote zu erfüllen, fühlt er sich motiviert, sondern nur zur bereits beschlossenen...


Wohnzimmerbücherei. Modernst.
Anlässlich der Neueröffnung einer Bücherei packt der Öffentlichkeits-Bearb eitungsbereich der Bildungs- und Jugendabteilung der Stadt Wien wieder einmal seine sprachliche Toolbox (Korrekturlesen ist was für Warmduscher) aus. Unangefochten von stilistischen Bedenken widmen sich die Textgestalterinnen der Aufgabe, darüber hinwegzuschreiben, dass in einem der einwohnerreichsten Bezirke Wiens keine Großbücherei existiert. Und weil die Stadtpolitik nicht bereit ist, weitblickend zu planen, sind die Büchereien gezwungen, aus der Not eine Tugend zu machen und - wie im Falle der ziemlich kleinen und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Bücherei Hasengasse - wegen gebäudetechnischer Gebrechen eine Rundumerneuerung im Kleinen zu versuchen, um das Innere der Bücherei luftiger und attraktiver zu gestalten. Dies scheint recht gut gelungen zu sein, allerdings bleibt das Manko der den heutigen Anssprüchen nicht mehr genügenden Kleinräumigkeit.Dieser Bug wird in der Aussendung der Rathauskorrespondenz aber zum Feature definiert: ” … Spektrum an Medien zur Verfügung, das sie in der neu renovierten Zweigstelle in Wohnzimmeratmosphäre konsumieren können” Wem...


Wohnzimmerbücherei. Modernst.
Anlässlich der Neueröffnung einer Bücherei packt der Öffentlichkeits-Bearb eitungsbereich der Bildungs- und Jugendabteilung der Stadt Wien wieder einmal seine sprachliche Toolbox (Korrekturlesen ist was für Warmduscher) aus. Unangefochten von stilistischen Bedenken widmen sich die Textgestalterinnen der Aufgabe, darüber hinwegzuschreiben, dass in einem der einwohnerreichsten Bezirke Wiens keine Großbücherei existiert. Und weil die Stadtpolitik nicht bereit ist, weitblickend zu planen, sind die Büchereien gezwungen, aus der Not eine Tugend zu machen und - wie im Falle der ziemlich kleinen und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Bücherei Hasengasse - wegen gebäudetechnischer Gebrechen eine Rundumerneuerung im Kleinen zu versuchen, um das Innere der Bücherei luftiger und attraktiver zu gestalten. Dies scheint recht gut gelungen zu sein, allerdings bleibt das Manko der den heutigen Anssprüchen nicht mehr genügenden Kleinräumigkeit.Dieser Bug wird in der Aussendung der Rathauskorrespondenz aber zum Feature definiert: ” … Spektrum an Medien zur Verfügung, das sie in der neu renovierten Zweigstelle in Wohnzimmeratmosphäre konsumieren können” Wem...


Der Schrecken der Schnecken
Aus gegebenem Anlass: Er war so schleimig, dass in seiner Spur die Schnecken ausglitten und manchen sogar ihr Häuschen zerbrach. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Schrecken der Schnecken">del.icio.us Po st tags: Betriebskultur Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Lasset uns brennen!
In die mit viertausend Pensionistinnen bevölkerte Sporthalle von Poreč ruft Charlie Blecha: “Das weiße Haar auf dem Kopf ist wie das Dach eines Hauses. Drin brennt ein loderndes Feuer.” Wer hier noch rätselt, wieso der Pensionistinnenchef die mehrheitlich SP-Seinen mit einem brennenden Dachstuhl, was in weiterer Folge wohl ein abgebranntes Haus ergibt, vergleicht, erfährt bald des Rätsels Lösung. Es ist schlicht der Aufruf zur Feuerbestattung. Denn seine Pensionistinnen “sind keine Gruftis, sie sind keine Kompostis. Da hab’ ich mit aller Schärfe entgegenzutreten” Die Schwarzen mögen also in Gruften verschwinden, die Grünen im Komposte, sozialdemokratische Pensionistinnenleiber dagegen lassen sich der Flamme zuführen.Da fährt die Feuerwehr drüber. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Lasset uns brennen!">del.icio.us Pos t tags: Blecha, Pensionistinnen, SPÖ Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu: Quotenwahn oder historischer Verdienst? Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen. Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden: Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...


Doppelter Löscheinsatz
“ein Journalist, der mit Burn-out im Krankenstand war” berichtete vorhin im Club 2 ein Privatdetektiv, welcher Krankenstandsüberwachungen durchführt, “koordinierte in dieser Zeit Einsätze der Feuerwehr”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Doppelter Löscheinsatz">del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Ein bißchen verpoppert
Ob es wohl möglich ist, diesen vom ORF produzierten Satz als richtig zu falsifizieren? Natürlich nur nach umfassenden Studien: “Eine Behauptung, die durch die umfassenden Ermittlungen als falsch verifiziert wurde”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Ein bißchen verpoppert">del.icio.us P ost tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh