Auf den Stamokap gekommen
Wenn zwei sich streiten, wie der Rüruprentner Rürup und der bis vor kurzem in den selben Kreisen beliebte Finanzwissenschafter Homburg, dann kommen gelegentlich Wahrheiten raus. Das wars aber auch schon.
Ein kleiner Wortrap aus dem Spiegelstreitgespräch:
Günter Homburg:SPIEGEL: Finanzminister Steinbrück sagt, er habe in den Abgrund geblickt.
- Ich kann derzeit keine Krise erkennen.
- Das Konjunkturprogramm ist eine Verschwendung öffentlicher Mittel und wird großen Schaden anrichten.
- Es ist sehr bedauerlich, dass das, was den Bürgern in den letzten Jahren durch Mehrwertsteuererhöhung und vieles mehr abgepresst wurde, jetzt in einem Zug verbraten wird.
- Also kommt es zu fragwürdigen Schnellschüssen, die noch dazu in die Preise gehen.
- Insofern ist dies eine Verschwendung öffentlicher Mittel.
- Herr Rürup, Sie und der Sachverständigenrat haben uns jahrelang erklärt, dass Konjunkturprogramme wirkungslos seien. Das steht sogar noch in Ihrem aktuellen Gutachten!
- Wir machen uns als Volkswirte unglaubwürdig, wenn wir ohne gesicherte Fakten von der schlimmsten Krise aller Zeiten phantasieren
- und dann auch noch Rezepte aus dem Keller holen, die wir bis letztes Jahr für verfehlt gehalten haben.
- Ich verstehe einfach nicht, weshalb so große Teile der Volkswirtschaftslehre nun diametral ihre Position ändern.
- Sind denn alle verrückt geworden?
- Was wir beobachten, sind Manager, die ihr individuelles Versagen mit dem Hinweis auf eine Finanzmarktkrise kaschieren.
- Zumindest hätten alle Verantwortlichen, also Vorstand, Aufsichtsrat und Aktionäre, so gestellt werden müssen wie bei einer Insolvenz, einschließlich des Verlustes der Pensionsansprüche.
- Ich prognostiziere, dass sich die Banken in Zukunft noch riskanter verhalten werden als bisher, denn sie haben verstanden:
- Wenn es schiefgeht, hilft der Staat.
- Da lauert für mich schon die nächste Spekulationsblase.
- Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Co. haben die Regierung absichtsvoll verunsichert.
- Für die Banken ist der Rettungsschirm sehr vorteilhaft,
- auch für Ackermann, weil Forderungen seiner Bank dadurch gerettet werden.
- Das tut seinem Gewinn gut.
Ahja, Rüru hat auch was gesagt:
- Da sind Amateure über einen Abgrund gehalten worden.
- Diese Panik ist stark interessengesteuert, und zwar von den Banken.
- Tatsache ist, dass die Bankenrettung mit dem Vorwand des Gemeinwohls begründet wird, sie in Wahrheit aber vor allem den Banken nutzt.
- Wie bitte?
- Ich bitte Sie!
- Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.
- Ich kann Ihre Einschätzung absolut nicht teilen
- Es sollte Ihnen doch zu denken geben, dass so viele Kollegen ihre Position geändert haben. Gelegentlich kann auch die Mehrheit recht haben.
- Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden
- Das ist, vorsichtig formuliert, abwegig.
- Moment mal!
- Manchmal ist es leider so, dass man vorübergehend Partikularinteressen befriedigen muss, um viel größeren Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.
- Eine bemerkenswerte Einzelmeinung.
- Das klingt nach einer konspirativen Theorie, wie man sie früher vom Stamokap-Flügel der Jungsozialisten hörte
Für Nachgeborene ein paar Stamokaplinks:


glaubt 