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Bibliothekare: "Eine Art Küster"

In Beamte. Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte des k.k. Beamtentums" von Karl Megner wird auch auf das Schicksal der Bibliothekare und auf ihr Ansehen im k.k.Beamtenstaat eingegangen.

Bibliothekare (und Archivare) wurden sozial und bürokratieintern als bessere Magazineure, „eine Art Küster“, als Verwahrer dessen, was nach dem Skartieren übrig blieb („alte Registratur“), als skurille, graue Mäuse angesehen, die das Tageslicht scheuen und in alten Scharteken bzw. Akten lesen (Spitzweg-Image). Bis zum heutigen Tage bemühen sich einige Angehörige der genannten Dienstzweige, diesem Image gerecht zu werden.
Im 19. Jahrhundert waren die Bibliotheken mit dem systemisierten Personal nur schwer in der Lage, der steigenden Informationsflut Herr zu werden. In der Bibliothek der Universität in Wien arbeiteten im Jahr 1832 ein Bibliothekar, zwei Custoden und zwei Scriptoren. Sechzig Jahre später waren zusätzlich fünf Praktikanten und 19 Volontäre zur Aufrechterhaltung des geordneten Bibliotheksbetriebes notwendig. 15 Volontäre erhielten jährlich je 300fl. „Remuneration“, weniger als die Hälfte des niedersten Beamtenbezuges! Bereits im Jahr 1873 wurden die Bibliothekare an staatlichen Bibliotheken durch Bestimmungen der ersten umfassenden Rang- und Gehaltsregelung für k. k. Beamte diskriminiert. Der Unterrichtsminister hatte im Parlament im Interesse der sozialen Distanzierung vor allem der Universitätsprofessoren den Einwand gebracht, wenn die Universitätsbeamten und Bibliothekare nach dem neuen Gesetz besoldet würden, könnten die Bibliothekare bis zu 3600fl. jährlich erhalten, während ein Professor der Wiener Universität maximal 3200 fl. Gehalt beziehe. Dieser Argumentation schloß sich die Majorität des Abgeordnetenhauses schließlich an. Der hierarchische Unterschied zwischen den Universitätsprofessoren und den Bibliothekaren blieb auch im finanziellen Bereich bestehen.
Im Jahr 1889 wurden die Bezüge der Bibliothekare an den Universitäts- und Studienbibliotheken und an den Bibliotheken der technischen Hochschulen erhöht. Der höchste erreichbare Bezug (Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Wien) betrug nun 2600 fl.; ein ranggleicher Beamter (VI. Rangklasse) eines anderen Verwaltungszweiges erhielt zwischen 2800 und 3600 fl. Bei den Custoden, Scriptoren und Amanuensen war die Benachteiligung in der Relation noch größer: Ein Amanuensis, der in der neunten Rangklasse war, erhielt um 500 fl. weniger als ein gleichfalls in der neunten Rangklasse stehender Gymnasialprofessor. „Das ist doch keine Lösung der Existenzfrage für Männer zwischen 30-40 Jahren“, schrieb die Beamtenzeitung und forderte, daß Anwärter für den Bibliotheksdienst ein mit Doktorgrad abgeschlossenes Studium nachweisen müßten; dann allerdings müßten die Gehälter entscheidend aufgestockt werden. Bloße Einreihung in höhere Rangklassen genüge nicht, denn:
„Geld ist in gewissem Sinn auch Ehre, jedenfalls ist es Mittel zur äußeren Ehre... Rangclasse und Gehalt gehören untrennbar zusammen und postuliren einander“.
Auch die Titel der Bibliothekare wurden als obsolet betrachtet. „Amanuensis und Scriptor... wird kaum jemand gebrauchen, der das Recht hat, mit einem academischen Titel angeredet zu werden.“
Erst im Jahr 1896 wurden die Bibliothekare der staatlichen Bibliotheken auch gehaltsmäßig dem allgemeinen Besoldungsschema eingegliedert.
Ganz läßt sich der Eindruck nicht abstreifen, dass sich die Position der BibliothekarInnen - sowohl wiss. als auch öff. - nicht wirklich gebessert zu haben scheint.
Weder was die Bezahlung betrifft, noch hinsichtlich der Anerkennung durch Dienstgeber und mediale Öffentlichkeit kann einem so richtig warm ums Herz werden.
Dass auch der Verfasser dieser Studie ein in dieser Allgemeinheit sicherlich unzutreffendes Vorurteil weiter pflegt, läßt sich aus dem von mir angefetteten Satz durchaus vermuten.
Vor die Wahl gestellt zwischen Geld oder Titel würden wir heutigen BibliothekarInnen sicher auch gerne zum schnöden Mammon greifen. Doch diese Wahl wurde uns auch durch die Gemeinde Wien nicht angeboten. Stattdessen eliminierte sie quasi ohne Lohnausgleich für die B-Bediensteten alle Titel unterm Amtsrat, was so schöne Anreden wie "Büchereiverwaltungsoberkommissär" heute nicht mehr zulässt.
Die C-Bediensteten dagegen dürfen den vergleichbaren Titel (ohne "verwaltungs") aber weiter führen, da diese Position für die B-Bediensteten ein Posten in der Regellaufbahn ist, für die C-Bediensteten dagegen ein Aufstiegsposten - der letzte :-)
Aber auch die C-Bediensteten, die, auch das sei hier erwähnt, in den Wiener Büchereien die selbe Arbeit wie die B-Bediensteten machen, wurden nicht gefragt, ob sie Titel gegen "Gerstl" tauschen wollten. Was wohl ihre Antwort gewesen wäre?


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Gelungene Veranstaltung in einer schönen Bücherei

Der Literaturblog "Duftender Doppelpunkt" berichtet über eine gelungene Abendveranstaltung in einer Bücherei zur Verleihung des Preises "Der Duft des Doppelpunkts" für literarische Texte aus der Arbeitswelt - veröffentlicht inzwischen im Buch "Rote Lilo trifft Wolfsmann", welches die Arbeiten der PreisträgerInnen versammelt .
Copyright Petra OllingerDie, wie auch aus den Fotos ersichtlich, durch und durch gelungene Veranstaltung fand in der Bücherei Sandleiten statt. Diese ist eine der ältesten Arbeiterbüchereien, welche vor einigen Jahren umsichtig und ideenreich erneuert wurde und zu den schönsten der kleinen Büchereien Wiens zählt.

Was bei den Büchereien wohl nie fehlen darf, ist ein Murks im Vorfeld. Der Anfrage von Duftender Doppelpunkt, ob die Veranstaltung im Veranstaltungssaal der Hauptbücherei stattfinden könne (was das Medieninteresse zweifellos erhöht hätte), wurde von seiten des Veranstaltungsreferat mit ziemlicher Arroganz abschlägig beantwortet, wie "Duftender Doppelpunkt" schreibt:
Denn trotz einiger “Unkenrufe” wie beispielsweise, dass das Thema Literatur der Arbeitswelt sowie unser Preis - sinngemäß - nicht zu aktuellen Neuerscheinungen, die von ALLGEMEINEM INTERESSE sind, passen - von einer veranstaltungsverantwortlichen Person einer öffentlichen “Buchleihinstitution” in Wien geunkt …
Es gab auch Institutions-”Stimmen”, die ihr Desinteresse damit begründeten, dass es sich bei diesen Texten ja nicht um Weltliteratur handelt …
Den Konter mit dem Begriff der "Buchleihinstitution" finde ich sehr gelungen, doch ein gewisser bitterer Nachgeschmack bleibt doch.

Copyright Petra OllingerAllerdings bot das "Ausweichlokal" vom Ambiente her einen viel angemesseneren Rahmen als es der doch recht sterile Veranstaltungssaal in der Hauptbücherei sein hätte können. Und ob eine derart gute Stimmung wie in der Sandleitenbücherei auch dort aufgekommen wäre, läßt sich bezweifeln.







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Bildungsreform als Herrschaftsinstrument

Auf den verdienstvollen Nachdenkseiten analysiert Jens Wernicke unter obigem Titel den in und mittels der Bildungsreform geführten "stillen Klassenkampf von oben":

"Kaum irgendwo wird derzeit soviel ‚Reform‘-Kraft entfaltet wie im deutschen Bildungssystem. An vielen Stellen wird reformiert, um- und neugestaltet. Die in großen Teilen hiergegen kontext-argumentativ wehrlose Linke sieht sich mit scheinbar zusammenhanglosen Versatzstücken technokratischer Modernisierung konfrontiert, die sie mit dem Ruf „Bildung ist keine Ware!“ oder mit der Forderung, mehr Arbeiterkinder sollten an die Hochschulen gelangen können, zu parieren versucht. Dabei bilden diese ‚Reformen‘ sehr wohl ein einheitliches Bild, wenn man sie aus materialistischer Perspektive betrachtet. Die linke Kritik verharrt überall dort, wo sie diese Perspektive negiert, gar zu oft in einer affirmativen Position, die nur das Bestehende verteidigt oder schützt."
Der umfangreiche Artikel basiert auf der Diplomarbeit "Hochschule im historischen Prozess. Zum Verhältnis von Universitätsentwicklung und Klassenmacht, Diplomarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar, 2008", die hoffentlich bald online zu lesen sein wird.

Mit dieser vom Autor angesprochenen Situation kontext-argumentativ wehrloser Linker, die den scheinbar zusammenhanglosen Versatzstücken technokratischer Modernisierung nicht wirklich was entgegenzusetzen haben, scheint mir auch das Problem einer wie auch immer sich definierenden "Bibliotheken-Linken" gut charakterisiert zu sein.
In diesem Wust an Initiativen, Neuerungen, administrativen Anpassungen, budgetären Restriktionen, Schließungen, de-facto-Privatisierungen ... ist es oft schwer zu erkennen, wo es lang geht, ob es in Richtung partnerschaftlicher BenutzerInnenorientierung geht oder ob vielmehr in der "Konzernfiliale Büchereien", wie die Wr. Büchereien von oben angesehen werden, die bibliothekarischen Tätigkeiten auf Geschäftsbeziehungen zwischen "Verkäufer" und "Kunden" hinunterquantifiziert werden.
Schier alle Maßnahmen haben einen zwieschlächtigen Charakter, gegeben bereits durch die jeweiligen Beipackzettel voller Bullshit als ideologischer Begleitmusik. Manches beinhaltet aber auch emanzipatorische Elemente, die es wert sind, entwickelt zu werden.
Bei Unterstützung von Initiativen, die sich hernach als dem Beipackzettel entsprechend erweisen, läuft linker Mensch Gefahr, sich vor etwas spannen gelassen zu haben, das eher diesen stillen Klassenkampf von oben befördert.
Bei weitsichtiger Abwägung, dass bestimmte Sachen nur in die neoliberale Sackgasse führen, steht er, besonders dann, wenns im Rahmen gewerkschaftlicher Aktivität geschieht, als Blockierer und Möchtegernverhinderer dar.
Alles irgendwie ungut kompliziert.


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Was kümmerts den Mond?

Wie in "Kondome der Ministerin" bereits berichtet, wurde bei den Büchereien Wien mit Anfang 2008 die Bestimmung eingeführt, dass die BüchereibenutzerInnen auf das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild verzichten müssen, wenn sie die Büchereien betreten. Dazu gibt es auch einen Mailwechsel zwischen einem in seiner Beharrlichkeit leicht lächerlich wirkenden Personalvertreter und den gewohnt souveränen magistratischen und politischen Instanzen:

Personalvertreter an die Abteilungsleitung der MA 13
Da die ab Jänner 2008 für die Büchereien gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen meiner Meinung nach einige Mängel auch rechtlicher Art aufweisen, rege ich an, die AGB vorerst auszusetzen und zu überarbeiten. Siehe Beilage.
(ergeht auch an alle Büchereibediensteten)

Stv. Leiter der Büchereien an die Büchereibediensteten
Die AGB´s sind eingehend juristisch abgeklärt; die übermittelten Unterlagen und Anweisungen haben selbstverständlich vollinhaltlich Gültigkeit.
Der Aussendung des Personalvertreters, die er ohne vorherige Abklärung mit der Zentrale der Büchereien verfasst hat, ist demnach keine Beachtung zu schenken.

Personalvertreter an den stv. Leiter der Büchereien
mir ist nicht recht klar, welcher Abklärung mit der Zentrale es bedurft hätte, nachdem mir bedeutet wurde, dass meine mündlich vorgebrachten Bedenken hinsichtlich des obligatorischen Verzichts der Rechte am eigenen Bild für eben diese Zentrale irrelevant seien.

Personalvertreter an das Stadtratbüro Laska
In die neuen "Allgemeinen Geschäftsbedingungen" der Büchereien Wien ist ein Passus aufgenommen worden, der mir sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch in der Außenwirkung der Büchereien als bedenklich erscheint, da darin enthalten ist, dass Fotoaufnahmen von BüchereibenutzerInnen entschädigungslos ohne zeitliche oder räumliche Einschränkung mittels jedes derzeitigen oder zukünftigen technischen Verfahrens ausgewertet werden dürfen.
Meiner Meinung nach ist es überaus problematisch, dass der Erwerb einer Büchereikarte mit einem Verzicht auf ein nicht unwesentliches Persönlichkeitsrecht verknüpft wird.

Stadtratbüro an Personalvertreter
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden von der Magistratsabteilung 13 erarbeitet. Das Ergebnis wurde von der zuständigen Abteilung der Magistratsdirektion einer rechtlichen Prüfung unterzogen und in weiterer Folge vom Gemeinderat im Dezember 2007 beschlossen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind mit 1. Jänner 2008 in Kraft getreten und ab dem genannten Termin von allen Beteiligten anzuwenden.

Personalvertreter an Stadtratbüro
Ich danke Ihnen für Ihr Schreiben vom 21. Jänner 2008 und nehme zur Kenntnis, dass die Büchereien Wien nunmehr nur noch jenen Wienerinnen und Wienern offen stehen, die für sich und für ihre Kinder auf das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild zu verzichten bereit sind.


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Typische Besucher solcher Bibliotheken

Möglicherweise ist es schon mal wo gestanden. Ich verdanke den Hinweis auf Orhan Pamuks Beschreibung einer Bibliothek jedenfalls KollegInnen aus der Wr. Hauptbücherei:
"Bei der Stadtbibliothek Frankfurt handelte es sich um ein modernes, gesichtsloses Gebäude. Drinnen waren die typischen Besucher solcher Bibliotheken: Hausfrauen, Rentner, die die Zeit totschlugen, Arbeitslose, ein, zwei Araber und Türken, kichernde Schüler, die ihre Hausaufgaben erledigten, und das unvermeidliche Stammpublikum solcher Orte, extrem Fettleibige, Behinderte, Verrückte und geistig Zurückgebliebene. "
"Das ist kein Wunder, sondern Literatur", wird die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf der Rückseite des Buches zitiert.


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Ihr Kinderlein kommet - oder auch nicht.

Die neuen Vorgaben der MA 13 zum flächendeckenden Madigmachen von Kinderanimationen via Verwaltungsweg wurde bereits in "Belohnte Initiativen", "Holzwegeffekt" und in "KinderkundInnen" angesprochen.

Dementsprechend gibt es unter den KinderbibliothekarInnen heftige Diskussionen über diese Maßnahmen. Der Bereitschaft einiger KollegInnen weiterhin Kinderanimationen "über Plan" machen, diese aber nur als "Geführte Klassenbesuche" in die Veranstaltungsstatistik einzutragen, wird zu Recht entgegengehalten, dass sie damit nicht nur auf die zustehende Entschädigung verzichten, sondern auch für die Errechnung des Personalbedarfs ihrer Zweigstelle (und der Büchereien insgesamt) die Werte unter den realen Aufwand herunterdrücken würden.
Es bleibt die Hoffnung, dass sich bei einem weisungsgemäßen Verhalten mit der ersten Evaluierung herausstellen werde, dass die Kinderanimationen im Sinne der Weisungen nicht funktionieren können. Und dann vielleicht umgedacht werde.
Da fällt einem doch glatt der alte Uljanow ein, der einstens leicht amüsiert darauf hinwies, dass die österreichischen Beamten mit "Dienst nach Vorschrift" das Verwaltungssystem zusammenbrechen lassen können.

Inzwischen wurde von den BibliothekarInnen realisiert, dass das gekürzte Kinderveranstaltungsbudget für externe Vortragende mit den zentralen Veranstaltungen und dem "Lesofantenfest" im Herbst bereits ausgeschöpft ist. Das bedeutet das Ende von Kinderveranstaltungen mit Vortragenden aus der Kindertheaterszene u.ä. in den Zweigstellen, die immer ein voller Erfolg für die Kinder und für die jeweilige Zweigstelle gewesen sind.
Für enttäuschte LehrerInnen und Kinder ist jedenfalls gesorgt. Doch da müssen sie wohl durch.


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Putzfimmel in den Büchereien

Wie berichtet (siehe "Schmutzige Geschichte"), macht die für das Reinigungspersonal der Büchereien zuständige Magistratsabteilung 34 und ihr Abteilungsleiter und Personalvertreter in Personalunion alles, um das Leben der ihm unterstellten Bediensteten mit Sinn zu erfüllen und spannend zu gestalten.
Trotz massiver Proteste der Büchereibediensteten und heftiger Interventionen der PersonalvertreterInnen der Büchereien hat sich an der Situation nichts verbessert. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der von SP-Vertreter dominierte Hauptausschuss der Personalvertretung scheut, gegen ihr langjähriges Fraktionsmitglied vorzugehen.
Im aktuellen "Gemeindeforum" des "Gewerkschaftlichen Linksblocks" ist ein Artikel erschienen, der über diese in Belegschaften mit einer weniger korrumpierten Personalvertretung nicht vorstellbaren Zustände berichtet:

Nicht erst seit gestern spart der Magistrat der Gemeinde Wien.
Am liebsten tut er das auf dem Rücken der Wehrlosesten.
Zum Beispiel auf dem der gemeindeeigenen Reinigungskräfte, den am
miesesten entlohnten Arbeitskräften, billigen Arbeitskräften aus
Österreich,derTürkei, aus Serbien, Albanien & wer weiß woher sonst
noch. Seit Jahren arbeiten sie unter dem Druck, durch private Reinigungsfirmen ersetzt zu werden.
Ein solches Pilotprojekt ging allerdings bereits in die Hose:
Das seinerzeit neu errichtete Amtshaus in der Muthgasse, Döbling wurde mit seiner Eröffnung einer privaten Reinigungsfirma zur Reinigung überlassen.

Innerhalb kürzester Zeit war das neue Amtshaus allerdings vollkommen verdreckt, & die Reinigungsarbeiten wurden wieder von Gemeindebediensteten wahrgenommen.

Die nächste Attacke gegen die gemeindeeigenen Reinigungskräfte der MA 34 wurden wohl durch einen wohlwollenden Bericht der Inneren Revision der Gemeinde Wien motiviert, welcher zum Beispiel die Büchereilokale der Gemeinde als vorbildlich sauber charakterisiert hatte. Statt diese Stärke noch auszubauen, entschloss sich der Chef der MA 34, dem Vernehmen nach angeblich auch Gewerkschaftler für eine konträre Strategie:

Von einem Tag auf den anderen wurde vielen Reinigunskräften der MA 34, nennen wir sie politisch unkorrekt, aber zutreffend Putzfrauen, mitgeteilt, dass ihre Arbeitszeiten gekürzt, dafür aber ihre Tätigkeitsbereiche ausgeweitet würden. Erfunden haben diesen gloriosen Schildbürgerstreich Schreibtischtäter ( & -innen ?, eher unwahrscheinlich) aus der MA 34.

Diejenigen Frauen - & es handelt sich hauptsächlich um Frauen, die oft als Alleinerzieherinnen ihre Familien ernähren müssen - , diejenigen Frauen also, die sich nun gegen die Verkürzung ihrer Arbeitszeiten & beträchtliche Gehaltseinbußen (angeordnet von einem "Gewerkschaftler") erfolgreich zur Wehr setzten, wurden stantepede versetzt & durch Kolleginnen ersetzt, deren Arbeitszeiten so kurz & ungünstig angesetzt sind, dass sie mit der Arbeit der Büchereibediensteten in Konflikt geraten müssen:

Entweder es wird gescheit geputzt & die Büchereibediensteten stellen für diese Zeit ihre Arbeit mit Schulklassen oder anderem Publikum weitgehend ein, oder die Büchereibediensteten setzen ihre Arbeit ungerührt fort, & es kann dafür nicht gescheit geputzt werden. Im ersten Fall sind die Büchereien halbwegs sauber, aber als Büchereien nicht mehr voll funktionstüchtig, im zweiten Fall bleiben sie das zwar, verdrecken aber zusehends.

Ein offener Brief einer KIV-Personalvertreterin aus den Büchereien an den dienststellenleitenden Gewerkschaftsfunktionär der MA34 (kein Widerspruch spätestens seit der seinerzeitigen Inthronisierung des derzeitigen ÖGB-Vorsitzenden Hundstorfer als gleichzeitigem Vorsitzenden des Wiener Gemeinderats & der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten) brachte ihr von Seiten des dienststellenleitenden Gewerkschaftlers den Vorwurf der Inkompetenz, der Unprofessionalität, der Realitätsverweigerung & Ahnliches,

Vorwürfe, die in dieser barocken landesfürstlichen Art nur einem der Realität entrückten Mann entfahren konnten, der sich über seine eigene Schneemannexistenz nicht im Klaren ist.

Konsequent beschwerte er sich bei einem anderen Dienststellenleiter über die in seinen Augen unbotmäßige Personalvertreterin. Dieser wiederum willfuhr dem Verlangen seines Wiedergängers, entschuldigte sich erstens bei ihm & lud zweitens die Personalvertreterin zum Rapport, wo er sich aber anhören musste, dass er sich in die Angelegenheiten der Personalvertretung einmische & dies laut Personalvertretungsgesetz ungehörig sei. Das hat ihn vermutlich mehr getroffen als die Aussicht darauf, dass die Dienstorte, für deren Sauberkeit er auch die Verantwortung trägt, auf Grund der "marktkonformen" Entscheidungen seines Kollegen Dienststellenleiter mit gewerkschaftlicher Funktion zunehmend verdrecken werden.

Aber Putzfrauen scheint man für Putzfetzen zu halten & alle die, die es wagen, Kritik zu äußern für nicht viel Besseres.


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Installer in den Büchereien

Der sogenannte "ADV-Installer" (Die "ADV" ist die EDV-Dienststelle des Wiener Magistrats - "Automationsunterstützte Datenverarbeitung") ist ein Installations- und Updateservice, welches die für die Einzel-PCs der Dienststellen notwendige Software über das Magistratsnetz installiert und bei anstehenden Updates die BenutzerInnen zur Abrufung der Intallation auffordert.
Angeblich funktioniert das überall im Magistrat so.
Bei den Büchereien nicht.
Denn die Büchereien sind anders.
Es hat schon bei der Installation der Ur-PC's und ihrer Netzanbindung begonnen. Zu diesem Zweck rückte 1 (ein) Mitarbeiter der ADV aus, assistiert von zwei Büchereibediensteten mit PC-Erfahrung,welche an sich nur dazu da waren sicherzustellen, dass büchereispezifische Anforderungen bei der Aufstellung der Geräte berücksichtigt werden. Die Ankündigung, dass das Ganze (ca. 200 PC) "ruckzuck" gehen würde, musste etwas "zuruck" genommen werden, als nach dem ersten Tag ein einziger PC noch nicht ans Netzwerk angeschlossen war.
Alle anderen auch nicht, aber an diesem einzigen ist der ganze erste Arbeitstag draufgegangen. Es stellte sich heraus, dass es mannigfache Inkompatibilitäten zwischen Hardware, Software, Leitungen und Befehlsgewalten gab. Dem ADV-Mitarbeiter gelang es, einen zweiten Techniker zu rekrutieren und die zwei assistierenden Büchereibediensteten suchten in der Belegschaft nach den damals kaum vorhandenen KollegInnen, welche unter "PC" nicht nur "Political Correctness", unter "Internet" nicht nur eine Filiale von "Interspar" und unter "Netzwerk" mehr verstanden als ein Utensil für den Fischfang. Wenn sie darüber hinaus auch noch Windows als nicht gottgegeben, sondern als den schlechtesten DOS-Aufsatz aller Zeiten verstanden, waren sie bereits extrem gut gerüstet für die Niederlagen und Frustrationen der nächsten Wochen und Monate.
Denn mangels personeller Unterstützung durch die ADV fand die Installation der Bücherei-PCs und deren Anbindung ans Magistratsnetz durch die Bediensteten selbst in einem furiosen Learning-by-doing statt.

Als das Problem der Updates oder Neuinstallationen (inzwischen wurde magistratweit von Windows 95 auf 2000 umgestiegen) angesprochen wurde, erfuhren die Büchereibediensteten von der ADV-Dienststelle, dass sich das ohne zusätzlichen Personaleinsatz ganz leicht über den ADV-Installer lösen lasse, der quasi automatisch die Updates durchführe. Der Einwand der BücherantInnen, das würde doch mit erheblichen Performanceverlusten für den Betrieb einhergehen, wurde lächelnd abgewunken: das ist in Sekunden vorbei und ihr merkt nicht mal was.

Doch wie gesagt, die Büchereien sind anders. Oder sollte man sagen, die Behandlung der Büchereien durch die anderen Dienststellen des Magistrats ist anders?

Einige Beispiele aus den Mails der letzten Zeit:

Liebe KollegInnen,
möchte ich Sie erneut darauf hinweisen, dass mindestens einmal die Woche der ADV-Installer auf Updates kontrolliert werden muss.
Liebe KollegInnen,
haben Sie in den letzen Minuten den ADV Installer gestartet?
Wenn ja, bitte dringend um Rückmeldung beim EDV Referat!
Liebe KollegInnen,
Bitte installieren Sie das im ADV-Installer aufscheinende Update "Microsoft Outlook 2003" ausschließlich über Nacht und dann nur immer auf einem Gerät. Das Update dauert außergewöhnlich lange und beansprucht die gesamte Bandbreite der Datenleitung, so dass ein Arbeiten in Bibliotheca 2000 nicht mehr möglich ist, sobald das Update gestartet ist.
Liebe KollegInnen,
der ADV-Installer darf noch immer nicht gestartet werden. Sollten Sie Ihn irrtümlich aufgerufen haben, so melden Sie sich bitte unverzüglich beim EDV-Referat!
Liebe KollegInnen,
zur Zeit bricht das Netz in der Hauptbücherei wieder ein. Bitte melden Sie sich bei uns, falls Sie irrtümlich den ADVInstaller gestartet haben sollten.
Nachtrag: Die Sache mit dem "Assistenzeinsatz", besser der Selbstorganisation der Büchereibediensteten bei der Installation des neuen Büchereisystems wäre noch einen eigenen Eintrag wert, der einerseits das Hohelied der Beteiligten singen würde und andererseits von der Schäbigkeit des Magistrats berichten müsste. Davon aber vielleicht ein andermal.


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Keine Bibliothek in Wien zu finden


Beim Blogstöbern bin ich auf einen bereits älteren Eintrag aus dem Blog William’s Continued Adventures gestoßen, irgendwie nett:
"Don’t bother looking for a Bibliothek in Wien. You won’t find one.

If, however, you are in the know, you will realize that in Austria, a Bibliothek is called a Bücherei.

What a language.

Anyway, as Thomas Jefferson was reported to have said (in Civilization IV), “I cannot live without books.” As such, I was excited to discover that Vienna has quite a well-equipped Bücherei at the public’s disposal. Soon, I will get a library card (which costs a hefty 18€/year), and the world will be my oyster."


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Bericht 3. Wr. Büchereigespräch

Ein Bericht über das 3. Wiener Büchereigespräch findet sich in der Rathauskorrspondenz vom 9. 4. 08:

Hauptbücherei: Symposium sieht Potentiale bei Internet-Portalen
5-Jahres-Jubiläum: Medienzentrale am Gürtel hatte positive Effekte für das Büchereiwesen

Wien (RK). Nach den Themen "Demokratisierung" (1996) und "Datenhighway" (2000) widmete sich das am Mittwoch Vormittag stattgefundene 3. Wiener Büchereigespräch dem Thema "Virtueller und öffentlicher Raum - die öffentliche Bücherei der Zukunft". Neben Bibliotheks-DirektorInnen aus Bratislava (Juraj Sebesta), Hamburg (Hella Schwemer-Martienßen) und Stuttgart (Ingrid Bussmann) nahmen von Seiten des Wiener Gemeinderates Barbara Novak und der seit Anfang April amtierende neue bibliothekarische Leiter der Büchereien Wien, Markus Feigl, am Symposium teil. Die Moderation hatte Christian Jahl, Leiter der Hauptbücherei am Gürtel, inne. Das Symposium ist Bestandteil der 5-Jahres-Feierlichkeiten der Hauptbücherei am Gürtel, die 2003 eröffnet wurde.

Gemeinsamer Tenor der Experten war die Definition der öffentlichen Büchereien als Bildungsinstitution, die zukünftig noch vermehrt noch mit anderen Bildungsadressen, wie etwa Volkshochschulen, zusammen arbeiten sollte. Ebenso einhellig fiel die Beantwortung der Frage nach dem Publikum mit Migrationshintergrund aus: Dies müsse als Chance begriffen werden, vor allem bilinguale Angebote und Services in den Zweigstellen könnten hier noch vieles voranbringen. Detto die Einschätzung des virtuellen Raumes, der für Novak immer in enger Beziehung zum öffentliche Pendant gesehen werden müsse: Gerade bei den Internet-Portalen der Bibliotheken könnte man durch weiteren Service, etwa Downloads von Sprachkursen oder Angeboten von Hörbüchern bei einem immer Internet-affineren Publikum punkten. Für Wien betonte sie die Notwendigkeit, das reichhaltige Angebot des Wiener Bildungsservers mit dem Angebot der Büchereien Wien zu koppeln. Ebenso sollten die Büchereien das Erlernen der Kulturtechnik Mediennutzung gewährleisten.

Unterschiede in Struktur und Gebührenhöhe - Gemeinsamkeiten bei den Zielen

Unterschiede, in der Struktur, wie in der Finanzierung wurden bei diesem dritten Wiener Büchereigespräch aber auch deutlich. Schwemer- Martienßen, Direktorin der Bücherhallen Hamburg, betonte die enge finanzielle Lage ihrer Institution. Kulturelle "Filial-Systeme", wie eben Bibliotheken in mehreren Stadtteilen, würden von Politikern leichter budgetär gekürzt, als Monopol-Adressen der Hochkultur, wie etwa die Oper. Seit 1996 in der Führungsposition tätig, müsse jedes Jahr das Budget neu verhandelt werden - die Hamburger Version existiert als Stiftung privaten Rechts aus dem Jahr 1917 - , die Jahresgebühren beliefen sich in der Hansestadt auf stolze 40 Euro im Jahr. "Wir sind die teuerste Bibliothek", betonte Schwemer-Martienßen. Ganz im Unterschied zu Stuttgart, wo die öffentlichen Büchereien, laut ihrer Direktorin Ingrid Bussmann, nicht nur politische Unterstützung durch den hiesigen Oberbürgermeister genießen würden, sondern aufgrund einer guten wirtschaftlichen kommunalen Ausganglage vieles neu geplant werden könne; darunter vor allem das Projekt "Bibliothek 21". Bemerkenswert: Für die Zweigstellen in Stuttgart besteht eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit lokalen Kindergärten und Schulen. Entsprechend klar auch ihre Ansage, dass Zweigstellen darüber hinaus keine eigenen inhaltlichen "Mikrokosmen" entwickeln sollten. In Sachen Gebühren stellt sich die 590.000 Einwohnerstadt Stuttgart moderat dar: Ab dem 18. Lebensjahr müssen hier 15 Euro pro Jahr berappt werden, dafür "sei alles andere inklusive", so Bussmann. Allein die Mahngebühren bei Überziehungen würden noch hinzu kommen. Deutlich günstiger freilich das Gebührenwesen in Bratislava: Hier sind in etwa drei Euro zu bezahlen, strukturell befinden sich die diversen kleinen Büchereien in den 17 Stadtteilen der slowakischen Hauptstadt in den Händen der jeweiligen Bezirksorgane.

Wiens Bücherbusse und Besucherdienste haben auch Fan im Gemeinderat

Das Wiener Gebührenwesen bei den Büchereien Wien befand Novak "auf gutem Weg". Auch Feigl, der sich dezidiert für Bildungsangebote für Beschäftigungslose und die Beibehaltung des Zweigstellen-Systems aussprach, fand die existierende Gebührenlandschaft "für in Ordnung." Detail: Als wahrer "Fan" outete sich Novak, die auch Vorsitzende des Vereins der Freunde der Büchereien Wien ist, bei den Wiener Angeboten der Bücherbusse bzw. des Besucherdienstes, wo Mitarbeiter erkrankte Wienerinnen und Wiener mit Lesestoff aufsuchen. So gesehen müsste sich Novak auch in Stuttgart wohlfühlen, wo ebenso ein Bücherbus-System existiert.

Offene Zukunft - Medium Buch wird bleiben

In Sachen Zukunft gab sich die Runde durchwegs optimistisch. Büchereien seien auch weiterhin kulturelle Komplementärsysteme, die für andere Bildungsinstitutionen da zu sein hätten. Ihren Eigenwert als kostenlose bzw. sehr günstige moderne Informationsmöglichkeit hob Feigl hervor. Darüber hinaus seien sie aber auch "Spiegel der Gesellschaft" (Novak) bzw. "Seismographen der Gesellschaft" (Bussmann). Die Befürchtung Sebestas, dass das Medium Buch bei all den forcierten virtuellen Download- Möglichkeiten auf der Strecke bleiben könne, wurde nicht geteilt. Diese Befürchtung habe sie schon vor 15 Jahren gehört, das Buch in seiner literarischen Funktion existiere zweifelsohne aber noch. Alleine Ratgeber- Bücher könnten angesichts der elektronischen Möglichkeiten unter Druck geraten, so Novak durchwegs optimistisch, die auch an die unbegründeten Ängste bei Eröffnung der neuen Hauptbücherei erinnerte: Damals habe man gemutmaßt, dass damit zig Zweigstellen eingespart würden. "Hat aber auch nicht gestimmt", betonte sie.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist über die Wiedergabe von bibliothekarischen Gemeinplätzen nicht hinausgegangen worden und was die Zukunft betrifft, alles im Ungefähren belassen worden. Allerdings ist von der neuen Leitung der Büchereien auch noch nicht ein entwickeltes Zukunftskonzept zu erwarten, da nicht nur die Rahmenbedingungen erst auszuhandeln sein werden, sondern es die Abteilungsleitung auch nicht gerne sehen würde, wenn weitreichende Konzepte von nachgeordneten Dienststellen hinausposaunt würden.

In einer Publikumsrunde wurden u.a. folgende Themen angesprochen:
  • verstärktes Reagieren auf die Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist
  • Hinterfragung der Gebührenstruktur und der Gebühren überhaupt
  • Die Motivation der Bediensteten nicht hemmen
  • Mehr Präsenz im "Virtuellen Raum" durch Ausbau des Internetportals und der Internetangebote
  • Erhalt der Grätzelbüchereien
  • BüchereibenutzerInnen nicht als KundInnen, sondern als PartnerInnen ansehen
  • BibliothekarInnen von seiten des Magistrats nicht als Kostenfaktoren, sondern als Leistungsträger wahrnehmen

Die Beantwortung dieser Beiträge durch die zum Teil direkt angesprochene Politikerin Barbara Novak verblieb im Floskelhaften.




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