fouc the govern

Unzulängliche Wahlsabotage und 2 Verbesserungsvorschläge

Der Wien-Blog hat aus welchen Gründen auch immer einige Tipps zur Sabotage der Wahlhandlung präsentiert. Da ich das Vergnügen habe, wie schon ziemlich oft so auch diesmal in einer Wahlkommission zu sitzen, würde ich sagen, dass mit einer Ausnahme - dem Streuen von Nervengift - keine einzige der Aktionen geeignet ist, den Wahlprozess in einem Sprengel dauerhaft zu stören. Das meiste wäre in wenigen Minuten erledigt. Im Folgenden Kommentare zu den einzelnen Vorschlägen. Und anschließend zwei eigene, effektivere.

a) kuli-mine mitnehmen
?
b) das pult mit klebstoff beschmieren
Würde der Nächste melden und, da der Wahlkommission ja noch bekannt ist, wer vorher drinnen war, würde Anzeige wegen Sachbeschädigung und wegen Wahlbeeinträchtigungsversuch erfolgen. Falls wie in e) der Täter die Tat meldet, fällt das mit der Anzeige wohl weg bzw. würde sich als wirkungslos erweisen.
Falls Klebstoff nicht abgedeckt werden könnte, würde Wahlzelle deaktiviert werden bis Ersatz kommt. Da aber in jedem Wahllokal mehrere Wahlzellen stehen, würde es kaum zu einer merkbaren Beeinträchtigung des Wahlvorgangs kommen.
c) graffiti anbringen
wie b)
d) pornofotos auflegen
würde der Nächste melden und die Fotos würden entfernt werden und eventuell für Kurzweil der Wahlkommission für die restliche Wahlzeit sorgen.
e) hakenkreuze aufmalen und melden
wie b)
f) ameisen freilassen
Wie viele?
g) sehhilfe verlangen
hat jede Wahlkommission (Schablonen); es kann auch Vertrauensperson in Wahlzelle mitgenommen werden, die einem hilft.
h) nervengift streuen
Würde Wahlhandlung tatsächlich unterbrechen und der Streuer, der bei so einer Aktion vermutlich relativ leicht eruiert werden könnte, tät für einige Zeit hinter Gitter wandern
i) zweiten wahlzettel einschmuggeln und rabiat protestieren. “dieses wahllokal muss sofort geschlossen werden!”
Da muss man erst an einen zweiten Wahlzettel herankommen. Falls ja, wird einem der zweite Wahlzettel abgenommen werden, der Vorfall würde im Protokoll vermerkt werden und bei fortgesetzt rabiatem Verhalten die Polizei mit Kennwort "Wahl08" verständigt werden. Wo ist das Problem?
j) unabhängige wahlbeobachter der UN verlangen
Derjenige würde an die Bezirkswahlkommission verwiesen werden. Ansonsten wie i)
k) behaupten, der ausweis sei nicht zurückerstattet worden
Wenn die Wahlkommission meint, dass doch, dann kann er sich wie bei j) zur Bezirkswahlkommission begeben
l) auf farbepolster für persönlichen fingerabdruck bestehen
wie j)
m) pässe der wahlkommission verlangen
wie j)
n) wegen manipulativer blicke polizeischutz verlangen
wie j) bzw. den kann er schnell haben :-)
o) die anwesenheit von bösen geistern behaupten
Wird an die amerikan. Vizepräsidentschaftskandidatin verwiesen :-)
p) behaupten, dass der wahlzettel unvollständig ist
wie j)
r) sich als analphabet ausgeben
und?
s) viele schmierzettel für probekreuze verlangen
wie j)
t) verlangen, dass gusenbauer kanzler wird
wie o) und j) :-)
u) beim weggehen fehler eingestehen und wahlzettel zurückverlangen
wie j)
v) ausführliche rechtsbelehrung durch juristen verlangen
wie j)
w) höflich um die mobilnummer von bgm. häupl bitten
wie j)
xyz) wahlzettel und kuvert verschlucken
wird ins Protokoll aufgenommen

Wirksamer sind vielleicht Aktionen wie diese (allerdings gehören dazu mehr Aktivisten):
1) Knapp vor Wahlschluss Wahlurne nehmen und damit davonrennen. Der Ordner sollte allerdings von jemand Zweiten abgelenkt werden. Wurde bei der "Volkszählung der besonderen Art", der österreichweiten Minderheitenfeststellung in den 70ern, angewandt.

2) Präpariertes Plättchen in Wahlkuvert geben, das sich nach einiger Zeit selbst entzünden. Wurde damals diskutiert; ich glaube aber nicht, dass es auch umgesetzt wurde
Offen gestanden weiß ich aber nicht, wozu Wahlen gestört werden sollten. Bei jener Minderheitenfeststellung war die ganze Aktion ein undemokratischer Akt und wurde zurecht torpediert und letztendlich waren die Ergebnisse unbrauchbar (z.B. kreuzten damals sehr viele Nicht-Slowenen aus Solidarität "slowenisch" an; ich glaube, Wien hatte danach mehr Slowenen als Kärnten).
Aber ich ziehe ein Land, in dem es Wahlen gibt, immer noch einem vor, in dem es das nicht gibt. Nicht nur wegen des damit zu verdienenden Zubrots für arme Gemeindebedienstete :-)
Wer - zurecht - kritisiert, dass die repräsentative Parteiendemokratie und der Parlamentarismus nicht optimal funktionieren und meint, dass Wahlen, wenn sie was verändern würden, längst verboten wären, kann seinen Protest anders und zielgerichteter deutlich machen. Und einfallsreicher :-)





Scharnier der Macht

In der neuen Ausgabe 26 (derz. noch nicht online) der Grundrisse wird in einer Rezension von Engelbert Stockhammer auf das Buch Michael Willenbücher: Das Scharnier der Macht. Der Illegalisierte als homo sacer des Postfordismus aufmerksam gemacht. In dieser Studie zur Rolle illegalisierter MigrantInnen im postfordistischen Kapitalismus wird, wie aus dem Titel schon zu entnehmen ist, auf Agambens Konzept des homo sacer zurückgegriffen, welches "im Gegensatz zu Vertragstheorien der Staatlichkeit im Ausnahmezustand den ultimativen Ausdruck und die Fundierung der Staatsmacht sieht.
Hervorgehen wird in der Rezension die staatliche Produktion von Illegalität, wodurch auch eine Etablierung prekärer Arbeitsverhältnisse vorangetrieben wurde. Wobei der tatsächliche Effekt der verstärkten Grenzkontrollen und der restriktiven Immigrationspolitik aber nicht Abschottung, sondern Entrechtung sei. Oder um es mit den Worten des Autor zu sagen:
"Die Grenze atmet. Ihr Ziel ist nicht die Abschottung, sondern die Selektion und Filterung. Ihr Effekt ist die Produktion einer extrem flexibilisierten Arbeitskraft"
Dieser Ansatz könnte für die politische Argumentation, jenseits eines letztendlich abstrakt bleibenden Solidarisierungsanspruchs, anschaulicher zu vermitteln vermögen, dass der staatliche Terror gegen die MigrantInnen mittelbar auch dem "Staatsvolk" gilt, somit eine Solidarisierung auch ein Kampf gegen die eigene Entrechtung und Prekarisierung ist.
Es scheint - trotz einiger kritischer Anmerkungen des Rezensenten - ein wichtiges Buch zu sein.


Schrecklicher Polizist in einem schrecklichen Fall

Als Reaktion auf die seltsamen Aussagen des Oberst Polzer im Vergewaltigungs- und Missbrauchsfall von Amstetten (Niederösterreich) hat Martin Amanshauser unter dem Titel "Der Typus Polzer. Wortspenden des Amstetten-Ermittlers entblößen eine dubiose Denkungsart" unlängst in der Presse einige dieser Äußerungen, die zwischen Vertrottelheit und Opferverhöhnung pendeln, einer kritischen Betrachtung unterzogen.
Die Antwort des Obersten in einem Leserbrief diese Woche bestätigt nur, dass hier jemand eine Funktion hat, die er von rechts wegen nicht haben dürfte:
"Bei jedem Ermittlungsschritt und mitfühlenden Gedanken über die Verbrechensopfer von Amstetten wird mir regelrecht schlecht; ebenso bei Ihrem anmaßenden Kommentar über meine 'dubiose Denkungsart' ... "
Der Mann dürfte generell einen schlechten Magen haben: es wird ihm sowohl in der Ausübung seines Jobs schlecht ("bei jedem Ermittlungsschritt"), bei menschlichen Regungen gegenüber den Opfern und ebenso, wenn es jemand wagt, an ihm Kritik zu üben. Alles eins.
"Ich werde mich beim nächsten Kriminalfall wieder bemühen, die Rechte von Verbrechern, die Bedürfnisse von Opfern sowie die Gesetze und Vorschriften meines Dienstes sachlich zu wahren."
Zum einen hat er als Polizist es mit Verdächtigen zu tun, ob diese Verbrecher sind, haben die Gerichte zu entscheiden. Da scheint es mit der sachlichen Wahrung der Gesetze seines Dienstes sehr zu happern! Und was ist mit den Opferrechten? Die sind bekanntlich im Amstettner Fall mehrfach verletzt worden. Und was die Bedürfnisse der Opfer sind, bestimmt wohl dieser Polizist, der sich nicht entblödet, auch in seinem Leserbrief den Familiennamen der Opfer voll auszuschreiben.
Für den Oberst Polzer haben, wie erinnerlich, auch jene Polizisten, die unlängst einen unbewaffneten Rumänen erschossen, vor jeder Untersuchung
"klar nach Vorschrift gehandelt und auch der Waffengebrauch sei gerechtfertigt gewesen" (Standard)
Gelegentlich, wenn ich beim Friedhof der Namenlosen vorbei gehe und es ist Nebel, habe ich das Gefühl, ich wohne zu nahe bei Niederösterreich.

Ausländer-raus-Matzka reitet wieder

Die Presse berichtet:

"Die Karriere des Asylrechts-Juristen Josef Rohrböck könnte vor ihrem jähen Ende stehen.
Der 50-Jährige ist eines von 51 Mitgliedern im Unabhängigen Bundesasylsenat (Ubas), in der Berufungsinstanz für Asylverfahren. Er behandelt Asylfälle seit 1987 – aber möglicherweise nicht mehr lange: Denn in einem vier Seiten langen Brief wird ihm mitgeteilt, dass im Bundeskanzleramt ein Verfahren eingeleitet worden sei, ihn nicht in den Asylgerichtshof zu übernehmen. Die „persönliche und fachliche Eignung“, heißt es, sei nicht gegeben."
Rohrböck "war der erste Jurist, der in Berufungsverhandlungen auch Anhörungen durchführte – 19 Jahre nachdem das erste Asylgesetz Österreichs in Kraft getreten ist.
Und in den 1990er Jahren hob er im Berufungsverfahren, das damals noch im Innenministerium abgewickelt wurde, Entscheidungen der ersten Instanz (ebenfalls im Innenministerium) auf.
Sehr oft war Auslöser für diese Aufhebungen, dass die Freiheit unbescholtener Asylwerber eingeschränkt wurde – aufgrund einer entsprechenden Weisung des Innenministeriums.
Chef der zuständigen Sektion im Innenressort war damals Manfred Matzka. Rohrböck wurde in den 90er-Jahren im Ministerium zu einer anderen Verwendung versetzt.

Mittlerweile ist Manfred Matzka Sektionschef im Bundeskanzleramt. Und bei ihm laufen die Fäden zur Übernahme der Ubas-Senatsmitglieder in den Asylgerichtshof zusammen."
Manfred Matzka war in jungen Jahren Mitarbeiter der Linksblinkerpostille "Tribüne", die eine Zeit lang innerhalb der SPÖ als Diskussionsorgan für gutes linkes Gewissen fungierte, in den 90ern Sektionschef für Migrations- und internationale Angelegenheiten im Bundesministerium für Inneres, und dort die rechte Hand des zurecht von der FPÖ "als besten Mann Haiders" bezeichneten SPÖ-Innenministers Franz Löschnak:
"Die Neunziger waren die Zeit, als der berüchtigte Sektionschef Manfred Matzka Berufungsfristen auf zwei Tage verkürzen wollte. Von einem Tag auf den anderen verloren Gastarbeiter ihre Existenz. Menschen wurden in den Krieg zurückgeschickt." (Falter)
"Unter Federführung des Sektionschefs Manfred Matzka beschließt die SPÖ/ÖVP Koalition ein neues Asylgesetz - es sollte auf Jahre das restriktivste in ganz Europa bleiben."(Asylkoordination)
Als Manfred Matzka vom Innenministerium mehr oder weniger sanft ins Bundeskanzleramt abgeschoben worden ist, hat es damals eine große Erleichterung bei den Flüchtlingsorganisationen gegeben.
Nun stellt dieser furchtbare Jurist kraft seiner jetzigen Stellung sicher, dass Menschen, die diesem menschenfeindlichen Asylgesetz kritisch gegenüberstehen, von Positionen im Asylgerichtshof ferngehalten werden.
Unmenschlichkeit auf administrativem Wege - auf höherer Stufenleiter, mit Multiplikationseffekt.

"premature antifascist"

Wie bereits erwähnt, wurden in den USA mit Beginn des Kalten Krieges sowohl antifaschistische ImmigrantInnen wie Ernst Bloch oder Alfred Kantorowicz, als auch amerikanische BürgerInnen, die bereits vor dem Kriegseintritt der USA gegen den Faschismus und gegen Nazideutschland kämpften, als "premature antifascist" bezeichnet.
Der Anfang dieses Jahres verstorbene Kämpfer und letzte Kommandant der Abram-Lincoln-Brigade, Milton Wolff, nennt eine seiner autobiographischen Schriften "The Premature Antifascist". Dieser Begriff war aus Sicht der US-Behörden kein Ehrentitel, sondern Anlass zu Schikane und Überwachung.
Ungefähr übersetzt mit "übereilter" oder "frühzeitiger" und etwas neutraler mit "früher Antifaschist" , ist dieser Begriff durch das Groteske seiner Wirkungsgeschichte vielleicht geeignet, als Emblem für die Rolle von Menschen zu dienen, die in irgendeiner Beziehung dem gesellschaftlichen Mainstream voraus sind. Sowas wie antizipatorisches Bewusstsein haben. Also die Übertreiber, die Wirrköpfe und die Un-Vernünftigen. Also, sagen wir wie es ist, die geistige, politische und vielleicht auch moralische Avantgarde, ob Arbeiterbewegung, Frauenbewegung, Umweltschutzbewegung, Friedensbewegung, die heutige (Anti)-Globalisierungsbewegung ...
Anfangs werden die Ideen durch die vereinte Öffentliche Meinung niedergemacht und ihre ProtagonistInnen gesellschaftlich isoliert, im beruflichen und privaten Leben beeinträchtigt und gegebenenfalls verfolgt. Auch wenn dann die Ideen mehr und mehr in vorwiegend verwässerter Form übernommen und hegemonial werden sollten, bleibt den "Frühzeitigen" zumeist wenig Dank. Sie waren eben zu früh dran. Auf ihre Weise ver-rückt. Hätten durch ihre unvernünftigen Aktionen ihrem teilweise vernünftigen Anliegen einen schlechten Dienst erwiesen. Ohne sie wäre die gesellschaftliche Entwicklung wohl rascher vorwärts gekommen. Im Grunde hätten sie diese ja eigentlich sogar behindert...
Womit wir beim unsäglichen Götz Aly sind, dem mit dem zu Archivstaub zerfallenen Herzen: für diesen zu spät Gekommenen sind die früh Wachen keine Avantgarde, sondern eher ein Störfaktor für den gegebenen gesellschaftlichen Mainstream., dem ein autopoieitisches Emanzipationsstreben als teleonomische Konstante zugesprochen wird.Dieser scheint nach Aly interventionslos, quasi von selber, sich Schritt für Schritt sowieso die schönste aller Welten zu basteln zu vermögen. Was ja durch Faschismus und Nationalsozialismus aufs Augenscheinlichste bewiesen wurde, könnte man leicht sarkastisch hinzufügen.
Wobei Autopoiesis wohl viel eher für die gesellschaftliche Frühzeitigkeit zutrifft. Der Begriff, besser die Existenz der "Frühzeitigkeit" hat dagegen was Autopoietisches an sich: Denn diese wird ja erst dazu, wenn durch das Wirken der Frühen die Botschaft in ihren Grundzügen umgesetzt werden kann, also, um es ein wenig pampig zu sagen, in die Zeitlichkeit getreten ist. Das heißt, die Frühzeitigen sind in ihrer gesellschaftlichen Praxis die Bedingung der Möglichkeit zur Konstituierung ihrer eigenen Frühzeitigkeit.
Was irgendwie blöd ist. Denn wenn sie nicht machen, was sie tun - Weltrevolution etwa - dann geschieht es nicht, und sie sind nicht nur nicht Frühzeitige, sondern nichts von gar nichts, weil ja das nicht geworden ist, von wo aus sie als "Prematurierer" gescholten hätten werden können.
Was noch viel blöder ist, wie wir anhand der nicht eingetretenen Weltrevolution leicht überprüfen können.

Von der rassischen Herkunft der Bediensteten des Innenministeriums

Die Übereinkunft der europäischen Innenminister "zur Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", welche auf Initiative Schäubles unter dem Deckmantel der Kriminalitäts- und der Terrorismusbekämpfung eine verstärke Überwachung der europäischen Bevölkerung einleiten soll ("Prümer Vertrag"), veranlasste das Europäische Parlament zu Änderungsanträgen, welche die ungezügelte Kontrollitis eindämmen soll.
Im Änderungsantrag 3 fordern sie:
"(3c) Besondere Datenkategorien, die die rassische oder ethnische Herkunft, politische Meinung, religiöse oder philosophische Überzeugung, die Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit, die sexuelle Ausrichtung oder Gesundheit betreffen, sollten nur verarbeitet werden, wenn dies absolut notwendig für den Zweck eines spezifischen Falls und demgegenüber verhältnismäßig ist und in Übereinstimmung mit spezifischen Garantien steht."
Hier geht es also darum, dass bestimmte menschliche Merkmale und private Gesinnung von den Überwachern gar nicht erst erhoben werden sollen - höchsten unter ganz bestimmten Bedingungen.
Nicht ganz klar wird, was unter "rassischer Herkunft" gemeint sein kann, da bekanntlich "Rasse" als Unterscheidungsmerkmal zwischen Menschen seit einiger Zeit dem wissenschaftlichen Wissensstand entsprechend obsolet ist.
Die Aufnahme dieses Begriffs hat jedenfalls einen, sagen wir mal vorsichtig, seltsamen Touch.

Und nun vom großen Europa in the Small Austrian World.
Nach der wochenlangen Torpedierung der Weitergabe der vom Untersuchungsausschuss angeforderten Akten, gab es gestern darüber eine Einigung zwischen Parlamentspräsidentin Prammer, dem Innenminister Platter und dem Ausschussvorsitzenden Fichtenbauer. Und siehe da, obige Formulierung taucht fast eins zu eins wieder auf:
"werden personenbezogene Daten von MitarbeiterInnen des Innenministeriums betreffend ihre rassische und ethnische Herkunft, Gewerkschaftszugehörigkeit, religiöse oder philosophische Überzeugung, Gesundheit oder ihr Sexualleben nicht übermittelt."
Was im europäischen Parlament als etwas, was nicht erhoben werden soll, verlangt wird, soll im österreichischen Parlament nur nicht weitergegeben werden dürfen.
Es darf also davon ausgegangen werden, dass das Innenministerium nicht nur über die sexuelle Orientierung seiner MitarbeiterInnen Bescheid zu wissen das Recht zu haben glaubt - weswegen es berechtigterweise auch einen entsprechenden Wirbel gibt -, sondern es als gegeben annimmt, dass es Personalakten gibt, in denen die "Rasse" von Bediensteten des Innenministeriums vermerkt ist.

Gelebter Rassismus sozusagen.

Seltsamerweise hat sich darüber noch niemand aufgeregt.

Mit Nummern wird der Staat gemacht


Das sehr informative Interview mit Anton Tantner,

der Foucaults Hinweis in "Überwachen und Strafen"  dass sich die Historiker noch nicht ausreichend mit dem Phänomen der Karteikarte beschäftigt hätten, auf die quasi Freiluft-Karteikarten, den Hausnummern, anwandte und sich mit der Funktion dieser Durchnummerierung für die Staatsbildung beschäftigt:

Mit Nummern wird der Staat gemacht - futurezone.ORF.at

hat wieder Lust auf das Nummernbuch  gemacht.

Klein und unscheinbar hat sie sich an die Häuser festgemacht: Die Hausnummer. Sie scheint keine Geschichte zu haben, so selbstverständlich, so alltäglich ist sie für uns geworden; doch wie so oft ist ihre Herkunft in jenem Grenzgebiet von Militär, Fiskus und vormoderner "Policeywissenschaft" zu verorten, in jenem "Staub der Ereignisse", der bis vor kurzem nur selten Eingang in die Geschichtsbücher fand. Das vorliegende Buch zeichnet die Geschichte der Hausnummer von ihrer Einführung in vielen europäische Städte im 18. Jahrhundert über die Verbreitung der straßenweisen Orientierungsnummern im 19. Jahrhundert bis hin zur globalen Durchdringung im 21. Jahrhundert nach. Dabei werden auch die Widerstände gegen diese Adressierungs- und Kontrolltechnik beleuchtet, denn die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner waren keineswegs immer glücklich mit dem Umstand, dass ihren Häusern eine Nummer verpasst wurde. Illustriert wird der Band durch eine Vielzahl von Aufnahmen historischer Hausnummern. (Verlagstext)

"Die Hausnummer" gibt es in den Wr. Büchereien, wie ich gerade sehe.
Leider noch nicht die "Ordnung der Häuser, Beschreibung der Seelen"













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nicht zu viel zu regieren


(Grundlegender Wandel in den Verhältnissen zwischen dem Recht und der Regierungspraxis um die Mitte des 18. Jhdts)
Das ganze Problem der kritischen gouvernementalen Vernunft wird sich um die Frage drehen, wie man es anstellt, nicht zu viel zu regieren. Man wendet sich nicht mehr gegen den Mißbrauch der Souveränität, sondern gegen ein Übermaß an Regierungstätigkeit oder zumindest an der Bestimmung dessen, was für eine Regierung ein Übermaß wäre, wird man die Rationalität der Regierungspraxis messen können.(29)

Die politische Ökonomie ist, glaube ich, im Grunde das, was die Selbstbegrenzung der gouvernementalen Vernunft zu sichern ermöglicht hat.(30)

Und das größte Übel einer Regierung, das, was sie zu einer schlechten macht, besteht nicht darin, daß der Fürst schlecht ist, sondern daß er unwissend ist. Kurz, über den Umweg der politischen Ökonomie gehen in die Regierungskunst gleichzeitig erstens die Möglichkeit der Selbstbegrenzung ein, d.h., daß das Regierungshandeln sich selbst in Abhängigkeit von der Natur seiner eigenen Handlungen und seiner Gegenstände begrenzt, und zweitens die Frage nach der Wahrheit.
Die Möglichkeit der Begrenzung und die Frage nach der Wahrheit, diese beiden Dinge werden in die gouvernementale Vernunft über den Umweg der politischen Ökonomie eingeführt.(35)

Mit der politischen Ökonomie treten wir also in ein Zeitalter ein, dessen Prinzip folgendes sein könnte: Eine Regierung weiß nie genug, so daß sie Gefahr läuft, stets zuviel zu regieren, oder auch: Eine Regierung weiß nie gut genug, wie man gerade ausreichend regieren soll. (36)

Wenn ich von einer Herrschaft der Wahrheit spreche, meine ich nicht, daß diePolitik oder die Regierungskunst, wenn Sie so wollen, zu jener Zeit rational wird. Ich meine nicht, daß man in jenem Augenblick eine Art von Erkenntnisschwelle erreicht, von der ab die Regierungskunst wissenschaftlich werden könnte. Ich meine, daß dieser Moment, den ich gegenwärtig zu bestimmen versuche, daß dieser Moment durch die Bildung eines bestimmten Diskurstyps über eine Reihe von Praktiken gekennzeichnet ist, der ihn einerseits als eine Gesamtheit konstituiert,... und andererseits auf diese Praktiken in Begriffen des Wahren und Falschen gesetzgebend wirkt und gesetzgebend wirken kann. (36f)
Michel Foucault, Geschichte der Gouvernementalität II. Vorlesung 1.


einige Links:
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Let's go Foucin' Again

Nach der langen Schleife Operaismus und Postoperaismus und dann Das Jahrhundert [ - taz; + zeit) und Marx' Gespenster wieder vorwärts zum Anfang. Die Geburt der Biopolitik, sehr brauchbar übrigens das Foucault-Lexikon, natürlich Die Gouvernementalität und Biopolitik. Eventull nochmals Dreyfus/Rabinow. Wenn sich in diesem Sommer auch noch Das unternehmerische Selbst ausginge, wäre ich recht glücklich. Mensch ist ja bescheiden geworden :-)

seit Februar 09 übersiedelt nach:

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Der Schrecken der Schnecken
Aus gegebenem Anlass: Er war so schleimig, dass in seiner Spur die Schnecken ausglitten und manchen sogar ihre Häuschen zerbrachen. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Schrecken der Schnecken">del.icio.us Po st tags: Betriebskultur Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Lasset uns brennen!
In die mit viertausend Pensionistinnen bevölkerte Sporthalle von Poreč ruft Charlie Blecha: “Das weiße Haar auf dem Kopf ist wie das Dach eines Hauses. Drin brennt ein loderndes Feuer.” Wer hier noch rätselt, wieso der Pensionistinnenchef die mehrheitlich SP-Seinen mit einem brennenden Dachstuhl, was in weiterer Folge wohl ein abgebranntes Haus ergibt, vergleicht, erfährt bald des Rätsels Lösung. Es ist schlicht der Aufruf zur Feuerbestattung. Denn seine Pensionistinnen “sind keine Gruftis, sie sind keine Kompostis. Da hab’ ich mit aller Schärfe entgegenzutreten” Die Schwarzen mögen also in Gruften verschwinden, die Grünen im Komposte, sozialdemokratische Pensionistinnenleiber dagegen lassen sich der Flamme zuführen.Da fährt die Feuerwehr drüber. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Lasset uns brennen!">del.icio.us Pos t tags: Blecha, Pensionistinnen, SPÖ Feed enhanced by Better Feed from Ozh


FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!
Sondern eingrenzen, wie es Peter Michael Lingens in seiner Kolumne im aktuellen Profil macht: “Menschen, die heute eine Partei wählen, die zum Dritten Reich keine eindeutige Meinung hat - und die FPÖ hat dazu keine eindeutige Meinung -, mangelt es keineswegs nur an Moral, sondern es mangelt ihnen nicht zuletzt an der Intelligenz, aus der Geschichte richtige Schlüsse zu ziehen. Man kann nicht anständig und intelligent und gleichzeitig Wähler …” [der FPÖ sein] Sachte ich doch immer schon: Wer FPÖ wählt, ist entweder ein Faschist oder ein Trottel - meistens beides. Gilt natürlich für die abgespaltene Kärntner Jörgl-Gebetsliga genauso. Das ist eine Feststellung und keine Ausgrenzung. Und es wird auch niemand verunglimpft, denn die Wahl ist ja geheim :-) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!">del.icio.us Post tags: Rechtsextremismus Feed enhanced by Better Feed from Ozh


“Die Realität ist immer ein Signal”
sagt Cohn-Bendit angesichts der durch die Grünen möglich gewordenen “Jamaika”-Koalition (statt der möglichen rot-rot-grünen).Und über den saarländischen Grünenchef Ulrich: "Der Ulrich ist ein Mafioso" taz: Die Linken können jetzt in NRW plakatieren: Wer grün wählt, wird sich schwarz ärgern. Kommt nicht zu einer Polarisierung zwischen Grünen und Linken? Cohn-Bendit: das könnte die Linke tun. Aber Debatten auf der Wahlkampfebene führen nicht weiter. Sie garantieren, dass Schwarz-Gelb der Sieger für lange Zeit bleibt. Grüne und Linke haben eine historische politische Verantwortung, sie müssen die Diskussion rationalisieren. Und sich fragen: Was können wir, jede Partei für sich, einbringen, wenn es gilt, Ökologisierung und soziale Frage zusammenzudenken? Quelle: http://www.taz.de/1/politi k/deutschland/artikel/1/de r-ulrich-ist-ein-mafioso/ © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to “Die Realität ist immer ein Signal”">del.icio.us Post tags: Grüne, Jamaica, Linke Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Welcher Dolm hat Keynes in den Zug gesetzt?
Die ÖBB als “Dolm der Woche” zu nominieren, ist angesichts der laut gewordenen Absicht, Stückgut künftig von der Schiene auf die Straße zu befördern, eine durchaus zutreffende Wahl.Nur, wie kann jemand auf die Idee kommen, Keynes, dessen Name nicht ganz zufällig mit der Theorie staatlichen, gesamtwirtschafltichen Handelns verknüpft ist, angesichts der Zustände in der ÖBB zu einem Marktradikalen werden zu lassen?Bevor er in einen Zug der ÖBB eingestiegen ist, hat er zuvor noch eine der Züge der britischen Privatbahnen benutzen müssen, die nach der Verluderung des Schienennetzes und dem Bankrott der hauptverantwortlichen Betreibergesellschaft wieder teilweise unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Eventuell ist er auch über die Schweiz gefahren, wo die staatliche Schweizer Bahn schon vor Jahren ein ambitioniertes Ausbau- und Komfortverbesserungsprojek t der Bahnen in die Wege geleitet hat. Wenn Keynes dann, sagen wir in Wien ankommt, kommt er vielleicht zum Schluss, dass sich die ÖBB gerade zwischen diesen beiden Extremen befindet und noch eine Chance für eine menschenfreundliche Bahn bestünde, wenn die politisch Verantwortlichen gemeinwirtschaftliche...


Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik: Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien. Quelle: http://derstandard.at/fs/1 254311057066/Festspielhaus -St-Poelten-Hoellentanz-de r-Buecher-und-Schwerter © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter">del.icio.us Po st tags: Buch, Ideologien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik: Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien. Quelle: http://derstandard.at/fs/1 254311057066/Festspielhaus -St-Poelten-Hoellentanz-de r-Buecher-und-Schwerter © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter">del.icio.us Po st tags: Buch, Ideologien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos
Als eine der ersten Bibliotheken im deutschsprachigen Raum bieten die Büchereien Wien die wichtigsten Benützungsinformationen auch in Gebärdensprache an. Durch auf der Homepage abrufbare Gebärdensprachvideos, die in Zusammenarbeit mit equalizent, dem Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management hergestellt wurden, bekommen gehörlose und hörgeschädigte Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Sprache ein Bild von dem vielfältigen Angebot der Büchereien Wien zu machen. Dieses beinhaltet auch viele Medien, die gehörlose Menschen beim Erwerb von Lesekompetenz und beim Erlernen der deutschen Schreibsprache unterstützen. Quelle: Rathauskorrespondenz © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos">del .icio.us Post tags: Büchereien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Was unterscheidet FALTER und HEUTE?
Fast alles, wäre die gängige Vermutung, wenn, ja wenn es im Falter nicht ein kleines widerständiges Ideologiedorf gäbe, an dem die Zeitläufte abprallen, wie einstens die Römer im generischen Dorf der starken Männer und wo der Bezahl-Falter sich auf dem selben Dorfplatz wiederfindet wie das Gratisblatt: Heute: Appell der Kindergärtner: 3056 Pädagogen wollen mehr Geld … jeder zweite Kindergärtner fordert … Falter: © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Was unterscheidet FALTER und HEUTE?">del.icio.us Post tags: Falter, generisches Maskulinum Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Bibliothekarin und Personalvertreterin
Im Augustin, Wiens Straßenzeitung gibt es einen Artikel in der Rubrik “Lokalmatador” über eine Bibliothekarin, die seit fast 40 Jahren in einer Bücherei im 2. Bezirk arbeitet. Es beginnt quasi nostalgisch: “Maria Hirsch leitet die städtische Bücherei in der Zirkusgasse Nr. 3. Sie begann hier im September 1970, wenige Wochen nach der Matura. Brasilien war Weltmeister im Fußball. Bruno Kreisky schon Weltmeister der Sozialdemokraten. Und auch ihr Vater, der Industriearbeiter, der mit seiner Frau und seinen drei Töchtern der Arbeit quer durch Niederösterreich gefolgt war, gab sich mit der Welt zufrieden: Schön, dass es auch seine Maria zu etwas bringen wollte.” Im Artikel wird weiters darüber berichtet, dass diese Bibliothekarin auch Personalvertreterin ist und sich als solche mehr zu sagen trauen kann, als andere Bedienstete (legendär ist ihr Schreiduell im Rathaus mit der Stadträtin, als diese eine Unterschriftenaktion in den Büchereien untersagt hatte), und dies auch im Interview unter Beweis stellt: “Wenig Freude hat sie heute auch mit jenen Vorgesetzten, die zu den Lesern „Kunden“ sagen und dabei nicht merken, wie sie den...


Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu: Quotenwahn oder historischer Verdienst? Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen. Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden: Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...


Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo
Beim Löschen von nicht ausgeführten Entwürfen ist mir dieser untergekommen, in dem ich eigentlich nur den Hinweis von Netbib  auf einen langen, gut gemeinten Artikel anläßlich der Pensionierung einer offenbar überaus verdienten Bibliothekarin wiedergebe. Aber es ist zu schön :-) Harfensolo aus der Stille Bibliothekarinnen leben gemeinhin ein Leben im Stillen, ihre Bewegungen gedämpft von den vielen Büchern. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo">del.icio.us Post tags: BibliothekarInnen Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Bücherverbrennung und Abschaum
“Bücher mit Brennwert” übertitelt Günter Traxler einen Beitrag seiner Kolumne “Blattsalat” und berichtet von einem erstaunlichen Wertmaßstab, der in “Heute”, der U-Bahn-Gratiszeitung an Bücher angelegt wird. (”Heute” wird von der Schwiegertochter des Kronenzeitungs-Dichands herausgegeben und hat sowohl vom Outfit als auch vom Inhalt her ziemliche Ähnlichkeit mit dem Blatt des Schwiegerpapas). Für alle Fans von Bücherverbrennungen hat der “Krone”-Abschaum “Heute” am Freitag moralische Qualitätskriterien für die Beurteilung von Neuerscheinungen vorgelegt, bei denen der Geist möglicher Leser im Sinne der Blattlinie nicht belastet wird, weil es zu einer Lektüre erst gar nicht zu kommen braucht. In der Rubrik Die besten Bücher dieser Woche wurden nach diesem neuen System gerade rechtzeitig vor Beginn der Heizperiode drei Werke präsentiert, aus denen, wenn schon nicht Leser, so doch Nutzer einen Gewinn ziehen sollten, den sich die Autoren nicht träumen ließen. Nummer eins: Gefühlsmensch Wolfgang Schüssel schüttet sein Herz aus - und berichtet über politische Fakten …...


Doppelter Löscheinsatz
“ein Journalist, der mit Burn-out im Krankenstand war” berichtete vorhin im Club 2 ein Privatdetektiv, welcher Krankenstandsüberwachungen durchführt, “koordinierte in dieser Zeit Einsätze der Feuerwehr”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Doppelter Löscheinsatz">del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Ein bißchen verpoppert
Ob es wohl möglich ist, diesen vom ORF produzierten Satz als richtig zu falsifizieren? Natürlich nur nach umfassenden Studien: “Eine Behauptung, die durch die umfassenden Ermittlungen als falsch verifiziert wurde”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Ein bißchen verpoppert">del.icio.us P ost tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh