nachreden

Stille mit Bruckner

Anläßlich ihres 80. Geburtstages wird die viele Jahre an der Wiener Staatsoper tätig gewesene Opern- und Konzertsängerin Christa Ludwig in einem Interview in der Presse abschließend gefragt, ob die Musik in ihrem Leben nach der Bühnenkarriere eine große Rolle gespielt habe.
"Eigentlich wird die Stille für mich immer wichtiger. Aber wenn eine Achte Bruckner auf dem Programm steht, dann schalte ich das Radio sicher ein ..."



Gerd Bacher. Vormerkung für Nachruf.

Dieser kleine und höchst durchsetzungsfähige Mann war Gerd Bacher (er ist jetzt in Pension und hat so mehr Zeit für Sex als früher). Niemand nannte Gerd Bacher zur Zeit seiner größten Wirkung Gerd Bacher. Alle nannten ihn Tiger. Tiger, weil er so viele Sommersprossen hatte, daß sie ein Tigermuster auf seiner teigigen Haut erzeugten. Der Tiger war mehrere Jahrhunderte lang der Generalintendant des Österreichischen Rundfunks, des ORF (Oahr-Er-Äff ausgesprochen), jenes Staatsfunks, der mächtiger ist, als das Pentagon und der Vatikan zusammen (mit beiden pflegte Tiger Bacher daher auch rege Kontakte). Tiger Bacher war berühmt für seine bizarren Wutanfälle, für seine gnadenlose Durchsetzungsfähigkeit und für seine beinharte konservative Note.

In Tiger Bacher wohnte aber nicht nur die Kraft einer indischen Riesenkatze, sondern auch die Bosheit des Rumpelstilzchens. Als eine Sekretärin einmal arglos ihren kleinen Fiat auf die riesige freie Fläche neben dem Hauptportal des ORF-Zentrums am Wiener Küniglberg parkte, riß dem Generalintendanten die Hutschnur: Er stach mit seinem Taschenmesser alle vier Reifen des kleinen Sekretärinnen-Fiat auf. Was aber hatte den Fernsehmogul so erzürnt? Die Alleinerzieherin hatte es gewagt, innerhalb einer fünfzig Meter breiten heiligen Fläche zu parken, die einem ungeschriebenem Gesetz zufolge alleinig dem dicken Benz des Gerd Bacher zustand. Wetten, daß die großen Fernsehbosse bei Euch alle kleine Taschenmesser am Schlüsselbund haben?


Gefunden bei Andrea Dusl

3. September 1923 - 27. Dezember 2007



Ach Mutter mach die Fenster zu
Ich glaub es kommt ein Regen
Da drüben steht die Wolkenwand
Die will sich auf uns legen





Wolf Biermann










Der Fremde ist fremd nur

in der Fremde. Auch im Eisenbahnwaggon unter der Brücke mit Fremden. Zum 125.: Für uns Fischer nicht!

Zuckerlbua ist 60


nicht viel mag ich von ihm, aber einiges doch. Und einiges ist tatsächlich knapp genial, z.B.:
Gemma schaun, gemma schaun,

ob der Kaiser wirklich tot is'

ob sei Hemmat bluatich rot is'

oda ob a tachiniert?

Dafür verzeihe ich ihm fast alles, dem Heller Franz.

Kapuscinsky

Wieder einer von den Großen weg.
Ich habe diese wunderbaren Zeilen schon mal hier zitiert. Sie können gar nicht oft genug gelesen werden.

Im Augenblick der Nominierung sah unser Herr den gebeugten Kopf desjenigen vor sich, den er zu hohen Würden berief. Aber selbst der weitreichende Blick unseres Herrn konnte nicht erkennen, was dann mit diesem Kopf geschehen würde. Der Kopf, der sich im Audienzsaal locker auf dem Hals bewegt hatte, veränderte schon beim Passieren der Tür seine Haltung, er hielt sich hoch und steif und nahm eine kraftvolle und entschlossene Gestalt an. Ja, mein lieber Herr, die Macht der kaiserlichen Ernennung war schon erstaunlich! Denn ein ganz gewöhnlicher Kopf, der sich vorher natürlich und frei bewegt hatte, jederzeit bereit, sich zu drehen und zu wenden, zu nicken und zu neigen, unterlag jetzt, gesalbt mit der kaiserlichen Ernennung, einer verblüffenden Beschränkung: von nun an bewegte er sich nur mehr in zwei Richtungen — zum Boden hinunter, in Anwesenheit des ehrwürdigen Herrn, und nach oben, in Anwesenheit der übrigen Menschen. Einmal auf dieses vertikale Geleise gesetzt, war der Kopf nicht mehr beliebig beweglich, und wenn jemand von hinten herantreten und plötzlich rufen würde: »Hallo, mein Herr!« — könnte dieser sich nicht einfach nach dem Rufer umdrehen, sondern müßte die würdige Haltung bewahren und den Kopf mitsamt dem Körper in Richtung der Stimme wenden.
Bei meiner Arbeit als Beamter des Protokolls im Audienzsaal fiel mir überhaupt auf, daß die Ernennung eine grundlegende physische Veränderung in den Menschen hervorrief. Das faszinierte mich, und ich begann, diesen Vorgang genau zu studieren. Vor allem die Figur des Menschen verändert sich. Vorher schlank und biegsam, nehmen die Umrisse jetzt immer deutlicher eine quadratische Gestalt an. Ein massives, solides Quadrat —- Symbol der Würde und des Gewichtes der Macht. Schon die Silhouette läßt erkennen, daß wir nicht irgend jemanden vor uns haben, sondern einen Ausbund von Würde und Verantwortung. Dieser Veränderung der Figur entspricht eine allgemeine Verlangsamung der Bewegungen. Ein Mann, der von unserem ehrwürdigen Herrn ausgezeichnet wurde, wird nicht springen, laufen, hüpfen oder herumtollen. 0 nein, sein Schritt ist gemessen, er setzt den Fuß fest auf den Boden, eine leichte Neigung des Körpers nach vorn signalisiert Bereitschaft, eventuell auftauchenden Hindernissen die Stirn zu bieten. Die Bewegung der Hände ist bedächtig, frei von jeder unkontrollierten und nervösen Gestik. Auch die Gesichtszüge sind strenger und irgendwie gefroren, ernst und verschlossen, aber immer noch fähig, plötzlich Zustimmung und Optimismus anzuzeigen; aber insgesamt wird das Gesicht so, daß wir keinen psychologischen Kontakt mehr mit ihm herstellen können. Man kann sich in seiner Gegenwart nicht mehr entspannen oder aufatmen. Auch der Blick verändert sich. Länge und Auffall-winkel werden anders. Der Blick verlängert sich auf einen Punkt hin, der außerhalb unseres Gesichtsfeldes liegt. Wenn wir daher mit einem Ernannten sprechen, können wir von ihm auf Grund der allgemein bekannten Gesetze der Optik gar nicht gesehen werden, weil sich sein Blickpunkt weit hinter uns befindet. Er kann uns nicht sehen, weil der Einfallswinkel seines Blickes sehr stumpf ist — nach dem sonderbaren Gesetz des Periskops schaut selbst noch der kleinste Ernannte weit über unseren Kopf hinweg in eine unerreichbare Ferne oder auf einen bemerkenswerten Gedanken. Wir haben jedenfalls das Gefühl, daß seine Gedanken vielleicht nicht unbedingt profunder sind als unsere, aber jedenfalls wichtiger und verantwortungsvoller; es erscheint uns daher sinnlos und kleinlich, ihm unsere eigenen Gedanken mitteilen zu wollen, und wir versinken in Schweigen. Aber auch der Günstling des Kaisers verspürt keine Lust zu reden, denn mit der Ernennung verändert sich auch die Art zu sprechen. Volle und klare Sätze machen einem einsilbigen Brummen, Knurren, Räus-pern, bedeutungsvollen Pausen, verschwommenen Worten und überhaupt einem Gehabe Platz, das anzeigt, er habe das alles schon längst und viel besser gewußt. Wir fühlen uns daher überflüssig und gehen. Sein Kopf bewegt sich auf seinem vertikalen Geleis von oben nach unten in einer Geste des Abschieds.
Es kam aber vor, daß der gütige Herr nicht nur beförderte, sondern jemanden — wenn er illoyales Verhalten feststellte — leider auch degradierte oder ihn gar — mein Freund, verzeih mir den harten Ausdruck — mit Schwung auf die Straße warf. Dann konnte man ein Interessantes Phänomen beobachten: In dem Moment, da jemand die Straße berührte, verschwanden alle Anzeichen der Ernennung, die physischen Veränderungen wurden rückgängig gemacht, und der Gefeuerte war wieder wie früher. Er legte sogar eine nervöse und etwas übertrieben scheinende Neigung, sich zu verbrüdern, an den Tag, als wollte er die ganze Angelegenheit vergessen machen, sie mit einer Handbewegung vom Tisch wischen und sagen; »Ach, vergessen wir's«, als handelte es sich um eine Krankheit, die nicht der Rede wert ist.
Kapuscinsky, König der Könige. Eine Parabel der Macht. 1978

Heute ist Sysadmin-Tag

wie jeden letzten Freitag im Juli, so auch heute - Gelegenheit, den Sysadmins, die oft ein solches Bild abgeben müssen, zu danken!
Siehe auch

Idol mit Kopf

    Ich würde Zidanes Kopfstoß nicht als unrühmliches Ende einer ruhmvollen Karriere sehen, oder als unerklärlichen Aussetzer. Meine Legende ist eine andere: Er wollte sterblich bleiben, das heißt im Widerspruch. Das Schicksal, ein allseits gefeiertes Idol zu sein, konnte er noch im letzten Moment ausbremsen. Mit seinem archaiischen Stoß gegen die Brust eines gegnerischen Spielers bleibt er auf ewig in zwiespältiger Erinnerung. Nixda mit dem Nationalhelden des französischen Fussballs, es wird immer welche geben, die gegen ihn sind, weil er wahrscheinlich die WM für Frankreich vergeigt hat, nachdem er das Team erst so weit gebracht hat.
    Irgendwie erinnert er mich an Colin in der "Einsamkeit des Langstreckenläufers":
      "...Eine Zeile glucksbäuchiger Glotzaugen strahlten mich an, und eine Reihe Goldfischmäuler öffneten sich und winkten mir mit Goldzähnen, so daß ich ihnen die Antwort gab, die sie hören wollten, denn mein Trumpf-As wollte ich mir noch aufheben...."
    Bekanntlich blieb der führende Colin dann knapp vor dem Ziel stehen und wartete, bis der nächste Läufer an ihm vorbei lief.

    Die Erzählung wurde 1959 veröffentlicht, der Film von Tony Richardson erschien 1962 (1966, also vor genau 40 Jahren in Deutschland). Wieder dieses ominöse Jahr 1962 (Marcuses "Der eindimensionale Mensch", Foucaults "Wahnsinn und Gesellschaft", Kuhn, "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen"...)

    Zidane also in guter Gesellschaft.
    Soweit meine Legende :-)




Robert Gernhardt 1937 - 2006

    DER LETZTE GAST

    Im Schatten der von mir gepflanzten Pinien
    Will ich den letzten Gast, den Tod, erwarten:
    „Komm, tritt getrost in den betagten Garten,
    ich kann es nur begrüßen, daß die Linien

    sich unser beiden Wege endlich schneiden.
    Das Leben spielte mit gezinkten Karten.
    Ein solcher Gegner lehrte selbst die Harten:
    Erleben, das meint eigentlich Erleiden.“

    Da sprach der Tod: „Ich wollt’ mich grad entfernen.
    Du schienst so glücklich unter deinen Bäumen,
    daß ich mir dachte: Laß ihn weiterleben.
    Sonst nehm ich nur. Dem will ich etwas geben.
    Dein Jammern riß mich jäh aus meinen Träumen.
    Nun sollst du das Ersterben kennenlernen.“

Robert Gernhardt 1937 - 2006 180px-Robert_gernhardt

Keine Kopfstuecke mehr

    Herbert Hufnagl - der nächste Spaßmacher und der netteste von allen. Der einzige Grund, den Kurier zu lesen (wenn ich vom Thomas Maurer am Sonntag absehe).
    Aus dem Nachruf im Kurier:

    "Und doch blieb er Journalist buchstäblich bis zum letzten Atemzug. Sohn Michael erzählte ihm, wie wir diese Nachruf-Seite planten. Er hörte zu, dann fiel sein Kopf zur Seite."

seit Februar 09 übersiedelt nach:

neu auf haftgrund.net

Der Schrecken der Schnecken
Aus gegebenem Anlass: Er war so schleimig, dass in seiner Spur die Schnecken ausglitten und manchen sogar ihre Häuschen zerbrachen. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Schrecken der Schnecken">del.icio.us Po st tags: Betriebskultur Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Lasset uns brennen!
In die mit viertausend Pensionistinnen bevölkerte Sporthalle von Poreč ruft Charlie Blecha: “Das weiße Haar auf dem Kopf ist wie das Dach eines Hauses. Drin brennt ein loderndes Feuer.” Wer hier noch rätselt, wieso der Pensionistinnenchef die mehrheitlich SP-Seinen mit einem brennenden Dachstuhl, was in weiterer Folge wohl ein abgebranntes Haus ergibt, vergleicht, erfährt bald des Rätsels Lösung. Es ist schlicht der Aufruf zur Feuerbestattung. Denn seine Pensionistinnen “sind keine Gruftis, sie sind keine Kompostis. Da hab’ ich mit aller Schärfe entgegenzutreten” Die Schwarzen mögen also in Gruften verschwinden, die Grünen im Komposte, sozialdemokratische Pensionistinnenleiber dagegen lassen sich der Flamme zuführen.Da fährt die Feuerwehr drüber. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Lasset uns brennen!">del.icio.us Pos t tags: Blecha, Pensionistinnen, SPÖ Feed enhanced by Better Feed from Ozh


FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!
Sondern eingrenzen, wie es Peter Michael Lingens in seiner Kolumne im aktuellen Profil macht: “Menschen, die heute eine Partei wählen, die zum Dritten Reich keine eindeutige Meinung hat - und die FPÖ hat dazu keine eindeutige Meinung -, mangelt es keineswegs nur an Moral, sondern es mangelt ihnen nicht zuletzt an der Intelligenz, aus der Geschichte richtige Schlüsse zu ziehen. Man kann nicht anständig und intelligent und gleichzeitig Wähler …” [der FPÖ sein] Sachte ich doch immer schon: Wer FPÖ wählt, ist entweder ein Faschist oder ein Trottel - meistens beides. Gilt natürlich für die abgespaltene Kärntner Jörgl-Gebetsliga genauso. Das ist eine Feststellung und keine Ausgrenzung. Und es wird auch niemand verunglimpft, denn die Wahl ist ja geheim :-) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!">del.icio.us Post tags: Rechtsextremismus Feed enhanced by Better Feed from Ozh


“Die Realität ist immer ein Signal”
sagt Cohn-Bendit angesichts der durch die Grünen möglich gewordenen “Jamaika”-Koalition (statt der möglichen rot-rot-grünen).Und über den saarländischen Grünenchef Ulrich: "Der Ulrich ist ein Mafioso" taz: Die Linken können jetzt in NRW plakatieren: Wer grün wählt, wird sich schwarz ärgern. Kommt nicht zu einer Polarisierung zwischen Grünen und Linken? Cohn-Bendit: das könnte die Linke tun. Aber Debatten auf der Wahlkampfebene führen nicht weiter. Sie garantieren, dass Schwarz-Gelb der Sieger für lange Zeit bleibt. Grüne und Linke haben eine historische politische Verantwortung, sie müssen die Diskussion rationalisieren. Und sich fragen: Was können wir, jede Partei für sich, einbringen, wenn es gilt, Ökologisierung und soziale Frage zusammenzudenken? Quelle: http://www.taz.de/1/politi k/deutschland/artikel/1/de r-ulrich-ist-ein-mafioso/ © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to “Die Realität ist immer ein Signal”">del.icio.us Post tags: Grüne, Jamaica, Linke Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Welcher Dolm hat Keynes in den Zug gesetzt?
Die ÖBB als “Dolm der Woche” zu nominieren, ist angesichts der laut gewordenen Absicht, Stückgut künftig von der Schiene auf die Straße zu befördern, eine durchaus zutreffende Wahl.Nur, wie kann jemand auf die Idee kommen, Keynes, dessen Name nicht ganz zufällig mit der Theorie staatlichen, gesamtwirtschafltichen Handelns verknüpft ist, angesichts der Zustände in der ÖBB zu einem Marktradikalen werden zu lassen?Bevor er in einen Zug der ÖBB eingestiegen ist, hat er zuvor noch eine der Züge der britischen Privatbahnen benutzen müssen, die nach der Verluderung des Schienennetzes und dem Bankrott der hauptverantwortlichen Betreibergesellschaft wieder teilweise unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Eventuell ist er auch über die Schweiz gefahren, wo die staatliche Schweizer Bahn schon vor Jahren ein ambitioniertes Ausbau- und Komfortverbesserungsprojek t der Bahnen in die Wege geleitet hat. Wenn Keynes dann, sagen wir in Wien ankommt, kommt er vielleicht zum Schluss, dass sich die ÖBB gerade zwischen diesen beiden Extremen befindet und noch eine Chance für eine menschenfreundliche Bahn bestünde, wenn die politisch Verantwortlichen gemeinwirtschaftliche...


Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik: Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien. Quelle: http://derstandard.at/fs/1 254311057066/Festspielhaus -St-Poelten-Hoellentanz-de r-Buecher-und-Schwerter © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter">del.icio.us Po st tags: Buch, Ideologien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik: Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien. Quelle: http://derstandard.at/fs/1 254311057066/Festspielhaus -St-Poelten-Hoellentanz-de r-Buecher-und-Schwerter © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter">del.icio.us Po st tags: Buch, Ideologien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos
Als eine der ersten Bibliotheken im deutschsprachigen Raum bieten die Büchereien Wien die wichtigsten Benützungsinformationen auch in Gebärdensprache an. Durch auf der Homepage abrufbare Gebärdensprachvideos, die in Zusammenarbeit mit equalizent, dem Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management hergestellt wurden, bekommen gehörlose und hörgeschädigte Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Sprache ein Bild von dem vielfältigen Angebot der Büchereien Wien zu machen. Dieses beinhaltet auch viele Medien, die gehörlose Menschen beim Erwerb von Lesekompetenz und beim Erlernen der deutschen Schreibsprache unterstützen. Quelle: Rathauskorrespondenz © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos">del .icio.us Post tags: Büchereien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Was unterscheidet FALTER und HEUTE?
Fast alles, wäre die gängige Vermutung, wenn, ja wenn es im Falter nicht ein kleines widerständiges Ideologiedorf gäbe, an dem die Zeitläufte abprallen, wie einstens die Römer im generischen Dorf der starken Männer und wo der Bezahl-Falter sich auf dem selben Dorfplatz wiederfindet wie das Gratisblatt: Heute: Appell der Kindergärtner: 3056 Pädagogen wollen mehr Geld … jeder zweite Kindergärtner fordert … Falter: © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Was unterscheidet FALTER und HEUTE?">del.icio.us Post tags: Falter, generisches Maskulinum Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Bibliothekarin und Personalvertreterin
Im Augustin, Wiens Straßenzeitung gibt es einen Artikel in der Rubrik “Lokalmatador” über eine Bibliothekarin, die seit fast 40 Jahren in einer Bücherei im 2. Bezirk arbeitet. Es beginnt quasi nostalgisch: “Maria Hirsch leitet die städtische Bücherei in der Zirkusgasse Nr. 3. Sie begann hier im September 1970, wenige Wochen nach der Matura. Brasilien war Weltmeister im Fußball. Bruno Kreisky schon Weltmeister der Sozialdemokraten. Und auch ihr Vater, der Industriearbeiter, der mit seiner Frau und seinen drei Töchtern der Arbeit quer durch Niederösterreich gefolgt war, gab sich mit der Welt zufrieden: Schön, dass es auch seine Maria zu etwas bringen wollte.” Im Artikel wird weiters darüber berichtet, dass diese Bibliothekarin auch Personalvertreterin ist und sich als solche mehr zu sagen trauen kann, als andere Bedienstete (legendär ist ihr Schreiduell im Rathaus mit der Stadträtin, als diese eine Unterschriftenaktion in den Büchereien untersagt hatte), und dies auch im Interview unter Beweis stellt: “Wenig Freude hat sie heute auch mit jenen Vorgesetzten, die zu den Lesern „Kunden“ sagen und dabei nicht merken, wie sie den...


Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu: Quotenwahn oder historischer Verdienst? Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen. Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden: Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...


Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo
Beim Löschen von nicht ausgeführten Entwürfen ist mir dieser untergekommen, in dem ich eigentlich nur den Hinweis von Netbib  auf einen langen, gut gemeinten Artikel anläßlich der Pensionierung einer offenbar überaus verdienten Bibliothekarin wiedergebe. Aber es ist zu schön :-) Harfensolo aus der Stille Bibliothekarinnen leben gemeinhin ein Leben im Stillen, ihre Bewegungen gedämpft von den vielen Büchern. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo">del.icio.us Post tags: BibliothekarInnen Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Bücherverbrennung und Abschaum
“Bücher mit Brennwert” übertitelt Günter Traxler einen Beitrag seiner Kolumne “Blattsalat” und berichtet von einem erstaunlichen Wertmaßstab, der in “Heute”, der U-Bahn-Gratiszeitung an Bücher angelegt wird. (”Heute” wird von der Schwiegertochter des Kronenzeitungs-Dichands herausgegeben und hat sowohl vom Outfit als auch vom Inhalt her ziemliche Ähnlichkeit mit dem Blatt des Schwiegerpapas). Für alle Fans von Bücherverbrennungen hat der “Krone”-Abschaum “Heute” am Freitag moralische Qualitätskriterien für die Beurteilung von Neuerscheinungen vorgelegt, bei denen der Geist möglicher Leser im Sinne der Blattlinie nicht belastet wird, weil es zu einer Lektüre erst gar nicht zu kommen braucht. In der Rubrik Die besten Bücher dieser Woche wurden nach diesem neuen System gerade rechtzeitig vor Beginn der Heizperiode drei Werke präsentiert, aus denen, wenn schon nicht Leser, so doch Nutzer einen Gewinn ziehen sollten, den sich die Autoren nicht träumen ließen. Nummer eins: Gefühlsmensch Wolfgang Schüssel schüttet sein Herz aus - und berichtet über politische Fakten …...


Doppelter Löscheinsatz
“ein Journalist, der mit Burn-out im Krankenstand war” berichtete vorhin im Club 2 ein Privatdetektiv, welcher Krankenstandsüberwachungen durchführt, “koordinierte in dieser Zeit Einsätze der Feuerwehr”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Doppelter Löscheinsatz">del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Ein bißchen verpoppert
Ob es wohl möglich ist, diesen vom ORF produzierten Satz als richtig zu falsifizieren? Natürlich nur nach umfassenden Studien: “Eine Behauptung, die durch die umfassenden Ermittlungen als falsch verifiziert wurde”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Ein bißchen verpoppert">del.icio.us P ost tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh