Nein danke vor 30 Jahren

Durch die physischen Nachwirkungen der amerikanischen Nacht ist dieser Beitrag nicht mehr am 5. November, dem dreißigjährigen Jubiläum der erfolgreichen Volksabstimmung gegen die Atomkraft, fertig geworden, außer man nimmt US-Zeit.

Das unten angeführte lange Zitat stammt aus dem auch heute noch sehr lesenswerten Bericht aus den Eingeweiden einer Fachgewerkschaft: "Lehrjahre bei Bau-Holz. Erfahrungen in einer Gewerkschaftszentrale." von Karl Czasny.
Der Autor hatte sich nach dem Studium bei der Gewerkschaft um eine Anstellung beworben, um seine Kenntnisse in den Dienst der ArbeitnehmerInnen zu stellen.
Bei der Gewerkschaft "Bau-Holz" schließlich erhielt er eine Anstellung in der Statistischen Abteilung.
In tagebuchartigen Aufzeichnungen bietet er einen erhellenden Einblick in die Kultur von Gewerkschaftszentralen, die sich, wie auch nach heutiger Lektüre leider festzustellen ist, nur wenig geändert hat.
Da die Tätigkeit von Karl Czasny gerade in die Zeit der österreichweiten Diskussion um die Inbetriebnahme eines Atomkraftwerks fiel und er sich im Verlauf dessen einer gewerkschaftlichen Initiative gegen Zwentendorf anschloss, kam er unweigerlich mit der Gewerkschaftsführung in Konflikt, die wie so oft, über die Köpfe ihrer Mitglieder hinweg eine Position einnahm, auf die sie alle Funktionäre zu verpflichten trachtete. Eine Position zur Bejahung der Kernkraftnutzung ohne wenn und aber natürlich.
Die folgenden Zeilen können vielleicht vermitteln, wie es dank solcher AlltagsheldInnen (und es ist tatsächlich sehr mutig gewesen, sich in solch einer Situation, unter solchen Rahmenbedingungen gegen den Mainstream zu stellen), innerhalb weniger Monate gelungen ist, gegen eine schier übermächtige Allianz aus Industrie, Sozialdemokratie und Gewerkschaft erfolgreich zu bestehen - die Volksabstimmung ergab ein knappes Votum gegen den Einsatz von Atomkraftwerken in Österreich.
Auch in den Büchereien hat es damals heftige Diskussionen, gerade auch mit BüchereibenutzerInnen gegeben, wobei die meisten BibliothekarInnen entschieden gegen die Inbetriebnahme von Kernkraftwerken waren und damit auch nicht hinter dem Berg hielten. Ich glaube, auch sie haben einen kleinen Beitrag gerade in aufklärerischer Hinsicht geleistet, da sie ja auf entsprechendes Informationsmaterial verweisen konnten, das von den LeserInnen auch angenommen wurde. Freilich gehörte viel weniger Mut für solche Initiativen dazu, als dies Leute wie Karl Cszerny aufzubringen hatten.
Nebenbei: sein Buch ist vergriffen und nur noch in zwei Büchereizweigstellen in Wien verfügbar. Hier ein besonderer Dank an die KollegInnen der Zweigstelle am Meiselmarkt, bei denen sich immer wieder solche Publikationen finden lassen, über die scheinbar die Zeit hinweggestrichen ist.
Ein offensichtlicher Irrtum, wie man an diesem Buch sieht:

Das Ende einer Karriere 30.9.1977
Nach dem Fehlschlagen meiner beiden, noch vor dem Urlaub unternommenen Versuche der Initiierung einer Zwentendorfdiskussion, entschloß ich mich — gestärkt durch das aufbauende Italienerlebnis — zu einer letzten Initiative in dieser Richtung. Im Rahmen der kommenden Betriebsversammlung wollte ich beim letzten Tagesordnungspunkt mit dem Titel „Verschiedenes“ das Wort zur Frage der Atomkraft ergreifen und sehen, was dann passieren würde. Mit einem ziemlich flauen Gefühl in der Magengegend sah ich dem Tag der Betriebsversammlung entgegen. Hätte den Auftritt gern schon hinter mir gehabt. Gestern war es dann so weit. Genau wie im letzten Jahr wurde die Betriebsversammlung wieder mit großer Routine und ohne jedes Engagement abgespult. Als das Ende der offiziellen Arbeitszeit beinahe erreicht war und alle bereits ans Aufbrechen dachten, kam endlich der Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ an die Reihe. Ich gab mir einen Ruck, meldete mich und teilte den Kollegen mit einer vor Aufregung leicht zitternden Stimme in kurzen Worten mit, daß sich vor einiger Zeit eine überfraktionelle Initiative von Gewerkschaftlern, die gegen die Inbetriebnahme von Atomkraftwerken eintreten, gebildet hätte. Ich sprach ganz kurz über die Ziele der Initiative und über unsere Kritik an der in der Zwentendorffrage wieder einmal deutlich zu Tage getretenen undemokratischen Entscheidungsstruktur des ÖGB. Schließlich stellte ich den Antrag, unter Beiziehung zweier Energieexperten eine betriebsinterne Diskussion zu dem gesamten Fragenkomplex zu veranstalten und bat den Versammlungsvorsitzenden, die Kollegen abstimmen zu lassen.
Die Aufbruchsstimmung, die sich vor meiner Wortmeldung breit gemacht hatte, war mit einem Schlag verflogen und es herrschte gespannte Aufmerksamkeit. Sofort nachdem ich geendet hatte, ließen einige ihre Arme zur Wortmeldung emporschießen. Und dann fielen sie regelrecht über mich her. Sie stellten den überfraktionellen Charakter unserer Initiative in Frage, sprachen von einem speziell gegen die SPÖ gerichteten Schlag des ÖAAB und der Kommunisten. Wollten in diesem Zusammenhang auch wissen, woher wir denn überhaupt die Adressen der Betriebsräte bekommen hätten, denen wir unseren Aufruf zur Unterzeichnung gesendet hatten. Das sei doch sicher nicht mit rechten Dingen zugegangen. Meinten schließlich, daß mein Verhalten in dieser ganzen Angelegenheit „kein Ruhmesblatt für die Gewerkschaft" sei. Der Tonfall, in dem all diese Vorwürfe und Unterstellungen geäußert wurden, machte deutlich, daß es sich hier um einen Ausbruch von offenbar bereits seit längerer Zeit aufgestauten Aggressionen handelte. Anscheinend war mein Engagement in der Zwentendorfinitiative ohnehin allen längst bekannt, man hatte sich aber nicht getraut, direkt mit mir darüber zu sprechen. Und nun gab ihnen mein eigener Vorstoß in dieser Frage die Gelegenheit, ihren heimlichen Unmut offen zu äußern.
Vor dem Beginn dieser ganzen Szene bis zu dem Augenblick, in dem ich mich zu Wort meldete, hatte mich die Angst gequält, vor versammelter Mannschaft eine Abfuhr zu erleben, für mein Verhalten angegriffen zu werden. Nun, nachdem meine Befürchtungen Wirklichkeit geworden waren, war meine Angst verschwunden. Ich empfand nur noch Wut über die meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigten Beschuldigungen. In einer kurzen Stellungnahme antwortete ich in ziemlich scharfem Tonfall auf die Vorwürfe und schloß mit der Bemerkung, daß nicht mein eigenes Verhalten, sondern vielmehr die Art, wie die offiziellen Vertreter des ÖGB die Zwentendorffrage behandelten, kein Ruhmesblatt für die österreichische Gewerkschaftsbewegung darstelle. Bei diesen letzten Worten ging ein Raunen der Überraschung durch die Reihen: So hatte man den stillen-, freundlichen Doktor noch nicht reden gehört.
Seltsamerweise führte meine harte Replik nicht zu einer weiteren Eskalation der Auseinandersetzung. Denn nachdem die ärgsten Scharfmacher ihr Pulver verschossen hatten, meldeten sich nun einige besonnenere Kollegen zu Wort. In betont sachlichem Tonfall nahmen sie zur Kernkraftproblematik Stellung und führten dabei alle sattsam bekannten falschen Argumente der offiziellen ÖGB-Position ins Treffen. Zu gerne hätte ich die Gelegenheit ergriffen und die von mir gewünschte Zwentendorfdiskussion gleich auf der Stelle durchgeführt. Inzwischen war aber die offizielle Arbeitszeit bereits weit überschritten. Die zu Beginn der Auseinandersetzung herrschende Spannung hatte sich nach dem ersten kräftigen Schlagabtausch gelegt und eine immer stärkere Unruhe unter den Zuhörern signalisierte deutlich, daß allgemein eine Beendigung der Versammlung gewünscht wurde. In meiner Antwort ging ich daher auf das Gesagte nicht im einzelnen ein, sondern bemerkte nur, daß es zu all den genannten, scheinbar so plausiblen Argumenten mindestens ebenso vernünftige, aber in der Gewerkschaftsöffentlichkeit leider viel weniger bekannte Gegenargumente gäbe, die es wohl wert wären, in einer eigenen Diskussionsveranstaltung etwas genauer unter die Lupe genommen zu werden.
Im Anschluß an meine letzte Wortmeldung wollte der Vorsitzende angesichts der allgemeinen Aufbruchsstimmung die Versammlung beschließen. Da meldete sich plötzlich Kollege O. zu Wort und meinte, er empfinde es als äußerst undemokratisch, daß nun über den von mir gestellten Antrag auf Veranstaltung einer Zwentendorfdiskussion nicht abgestimmt werde.
Ich kenne O. aus vielen Gesprächen als sehr diskussionsfreudigen und mir wohlgesonnenen Kollegen. Trotzdem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es ihm mit seiner Kritik an der undemokratischen Versammlungsführung ernst war, oder ob er nicht vielleicht nur aus taktischer Überlegung so gesprochen hat. Wenn letzteres der Fall gewesen sein sollte, dann ist seine Taktik voll aufgegangen: Die Abstimmung brachte die totale Niederlage für meinen Antrag. Daß er mit großer Mehrheit abgelehnt werden würde, war mir ja von Anfang an klar gewesen. Daß sich aber keine einzige Stimme dafür finden würde, hatte ich nicht erwartet. Auch jene Kollegen, von denen ich aus privaten Gesprächen genau weiß, daß sie selbst Gegner der Kernkraft sind und das Verhalten des ÖGB in dieser Frage kritisieren, getrauten sich nicht, für eine Diskussion zu stimmen.
Heute, einen Tag nach der Betriebsversammlung wurde im ganzen Haus viel über das gestrige Ereignis gesprochen. Allgemein hieß es, mein Verhalten sei im Hinblick auf eine mögliche Karriere bei der Gewerkschaft ziemlich ungeschickt gewesen. Einer sprach sogar von „politischem Selbstmord". Wenn mir selbst auch nie etwas ferner gelegen ist, als irgendeine Karriere bei der Gewerkschaft oder anderswo, so ist doch an dem Wort vom „politischen Selbstmord" sicher etwas Wahres dran. Denn habe ich mir gestern auch keine Karriere verbaut (da ich ja keine angestrebt habe), so bin ich doch nun sicher und endgültig als linker Spinner, den man nicht mehr so richtig ernst nehmen kann, stigmatisiert.

Nachbemerkung zur Eintragung vom 30. 9. 1977
Als ich die obigen Zeilen niederschrieb, tat ich das in dem Bewußtsein, soeben eine vollkommene Niederlage für die von mir vertretene Sache erlebt zu haben. Heute, mehr als zwei Jahre später, sehe ich die Dinge in einem etwas anderen Licht. Vor einigen Tagen kam mir nämlich ganz zufällig folgendes zu Ohren: Bei einem von der Gewerkschaft der Privatangestellten veranstalteten Betriebsräteseminar wurde über innergewerkschaftliche Demokratie diskutiert. Als typisches Beispiel für undemokratisches Verhalten wurde dabei die seinerzeitige einstimmige Zurückweisung des von mir gemachten Vorschlages einer Zwentendorfdiskussion durch die Bau-und Holzarbeiter angeführt und kritisiert.
Die damaligen Ereignisse haben also offenbar doch Spuren in der Gewerkschaftsöffentlichkeit hinterlassen, die auch heute, zwei Jahre später, noch nicht gänzlich ausgelöscht sind. Diese Erfahrung, durch eine Handlung winzige, aber immerhin in die richtige Richtung weisende Spuren hinterlassen zu haben, ist für mich so etwas wie eine kleine, nachträgliche Entschädigung für so manche im Zuge meiner Arbeit in der Gewerkschaft erlebten Gefühle der Sinnlosigkeit meines Tuns.




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Wohnzimmerbücherei. Modernst.
Anlässlich der Neueröffnung einer Bücherei packt der Öffentlichkeits-Bearb eitungsbereich der Bildungs- und Jugendabteilung der Stadt Wien wieder einmal seine sprachliche Toolbox (Korrekturlesen ist was für Warmduscher) aus. Unangefochten von stilistischen Bedenken widmen sich die Textgestalterinnen der Aufgabe, darüber hinwegzuschreiben, dass in einem der einwohnerreichsten Bezirke Wiens keine Großbücherei existiert. Und weil die Stadtpolitik nicht bereit ist, weitblickend zu planen, sind die Büchereien gezwungen, aus der Not eine Tugend zu machen und - wie im Falle der ziemlich kleinen und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Bücherei Hasengasse - wegen gebäudetechnischer Gebrechen eine Rundumerneuerung im Kleinen zu versuchen, um das Innere der Bücherei luftiger und attraktiver zu gestalten. Dies scheint recht gut gelungen zu sein, allerdings bleibt das Manko der den heutigen Anssprüchen nicht mehr genügenden Kleinräumigkeit.Dieser Bug wird in der Aussendung der Rathauskorrespondenz aber zum Feature definiert: ” … Spektrum an Medien zur Verfügung, das sie in der neu renovierten Zweigstelle in Wohnzimmeratmosphäre konsumieren können” Wem...


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Der Schrecken der Schnecken
Aus gegebenem Anlass: Er war so schleimig, dass in seiner Spur die Schnecken ausglitten und manchen sogar ihr Häuschen zerbrach. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Der Schrecken der Schnecken">del.icio.us Po st tags: Betriebskultur Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Lasset uns brennen!
In die mit viertausend Pensionistinnen bevölkerte Sporthalle von Poreč ruft Charlie Blecha: “Das weiße Haar auf dem Kopf ist wie das Dach eines Hauses. Drin brennt ein loderndes Feuer.” Wer hier noch rätselt, wieso der Pensionistinnenchef die mehrheitlich SP-Seinen mit einem brennenden Dachstuhl, was in weiterer Folge wohl ein abgebranntes Haus ergibt, vergleicht, erfährt bald des Rätsels Lösung. Es ist schlicht der Aufruf zur Feuerbestattung. Denn seine Pensionistinnen “sind keine Gruftis, sie sind keine Kompostis. Da hab’ ich mit aller Schärfe entgegenzutreten” Die Schwarzen mögen also in Gruften verschwinden, die Grünen im Komposte, sozialdemokratische Pensionistinnenleiber dagegen lassen sich der Flamme zuführen.Da fährt die Feuerwehr drüber. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Lasset uns brennen!">del.icio.us Pos t tags: Blecha, Pensionistinnen, SPÖ Feed enhanced by Better Feed from Ozh


FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!
Sondern eingrenzen, wie es Peter Michael Lingens in seiner Kolumne im aktuellen Profil macht: “Menschen, die heute eine Partei wählen, die zum Dritten Reich keine eindeutige Meinung hat - und die FPÖ hat dazu keine eindeutige Meinung -, mangelt es keineswegs nur an Moral, sondern es mangelt ihnen nicht zuletzt an der Intelligenz, aus der Geschichte richtige Schlüsse zu ziehen. Man kann nicht anständig und intelligent und gleichzeitig Wähler …” [der FPÖ sein] Sachte ich doch immer schon: Wer FPÖ wählt, ist entweder ein Faschist oder ein Trottel - meistens beides. Gilt natürlich für die abgespaltene Kärntner Jörgl-Gebetsliga genauso. Das ist eine Feststellung und keine Ausgrenzung. Und es wird auch niemand verunglimpft, denn die Wahl ist ja geheim :-) © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to FPÖ-Wähler nicht ausgrenzen!">del.icio.us Post tags: Rechtsextremismus Feed enhanced by Better Feed from Ozh


“Die Realität ist immer ein Signal”
sagt Cohn-Bendit angesichts der durch die Grünen möglich gewordenen “Jamaika”-Koalition (statt der möglichen rot-rot-grünen).Und über den saarländischen Grünenchef Ulrich: "Der Ulrich ist ein Mafioso" taz: Die Linken können jetzt in NRW plakatieren: Wer grün wählt, wird sich schwarz ärgern. Kommt nicht zu einer Polarisierung zwischen Grünen und Linken? Cohn-Bendit: das könnte die Linke tun. Aber Debatten auf der Wahlkampfebene führen nicht weiter. Sie garantieren, dass Schwarz-Gelb der Sieger für lange Zeit bleibt. Grüne und Linke haben eine historische politische Verantwortung, sie müssen die Diskussion rationalisieren. Und sich fragen: Was können wir, jede Partei für sich, einbringen, wenn es gilt, Ökologisierung und soziale Frage zusammenzudenken? Quelle: http://www.taz.de/1/politi k/deutschland/artikel/1/de r-ulrich-ist-ein-mafioso/ © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to “Die Realität ist immer ein Signal”">del.icio.us Post tags: Grüne, Jamaica, Linke Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Welcher Dolm hat Keynes in den Zug gesetzt?
Die ÖBB als “Dolm der Woche” zu nominieren, ist angesichts der laut gewordenen Absicht, Stückgut künftig von der Schiene auf die Straße zu befördern, eine durchaus zutreffende Wahl.Nur, wie kann jemand auf die Idee kommen, Keynes, dessen Name nicht ganz zufällig mit der Theorie staatlichen, gesamtwirtschafltichen Handelns verknüpft ist, angesichts der Zustände in der ÖBB zu einem Marktradikalen werden zu lassen?Bevor er in einen Zug der ÖBB eingestiegen ist, hat er zuvor noch eine der Züge der britischen Privatbahnen benutzen müssen, die nach der Verluderung des Schienennetzes und dem Bankrott der hauptverantwortlichen Betreibergesellschaft wieder teilweise unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Eventuell ist er auch über die Schweiz gefahren, wo die staatliche Schweizer Bahn schon vor Jahren ein ambitioniertes Ausbau- und Komfortverbesserungsprojek t der Bahnen in die Wege geleitet hat. Wenn Keynes dann, sagen wir in Wien ankommt, kommt er vielleicht zum Schluss, dass sich die ÖBB gerade zwischen diesen beiden Extremen befindet und noch eine Chance für eine menschenfreundliche Bahn bestünde, wenn die politisch Verantwortlichen gemeinwirtschaftliche...


Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter
Der belgische Choreograf Sidi Larbi Cherkaoui leitet mit dem Stück “Apocrifu” das Tanzprogramm des Festspielhauses St. Pölten ein.Ein Spiel mit in Büchern verfassten Manifesten des Glaubens und der Politik: Die Texte ihrer Lieder korrespondieren mit jenen Büchern, die Cherkaoui als besonders bedeutend einordnet: religiöse und weltliche Schriften, die Herrschaftsansprüche über Menschen formulieren.Wegen dieser Bücher können Menschen zu Marionetten werden. Cherkaoui geht davon aus, dass sich die großen Glaubensschriften häufig aus den Apokryphen von Konkurrenzideologien entwickelt haben. Apokryphen sind Texte außerhalb des offiziellen Programms einer Ideologie. Der Choreograf kritisiert mit seiner Reflexion dieses Phänomens die Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche in dem kulturdarwinistischen Konkurrieren von Ideologien. Quelle: http://derstandard.at/fs/1 254311057066/Festspielhaus -St-Poelten-Hoellentanz-de r-Buecher-und-Schwerter © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Apocrifu: Höllentanz der Bücher und Schwerter">del.icio.us Po st tags: Buch, Ideologien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


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Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos
Als eine der ersten Bibliotheken im deutschsprachigen Raum bieten die Büchereien Wien die wichtigsten Benützungsinformationen auch in Gebärdensprache an. Durch auf der Homepage abrufbare Gebärdensprachvideos, die in Zusammenarbeit mit equalizent, dem Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management hergestellt wurden, bekommen gehörlose und hörgeschädigte Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Sprache ein Bild von dem vielfältigen Angebot der Büchereien Wien zu machen. Dieses beinhaltet auch viele Medien, die gehörlose Menschen beim Erwerb von Lesekompetenz und beim Erlernen der deutschen Schreibsprache unterstützen. Quelle: Rathauskorrespondenz © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Büchereien online nun auch mit Gebärdensprachevideos">del .icio.us Post tags: Büchereien Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Bibliothekarin und Personalvertreterin
Im Augustin, Wiens Straßenzeitung gibt es einen Artikel in der Rubrik “Lokalmatador” über eine Bibliothekarin, die seit fast 40 Jahren in einer Bücherei im 2. Bezirk arbeitet. Es beginnt quasi nostalgisch: “Maria Hirsch leitet die städtische Bücherei in der Zirkusgasse Nr. 3. Sie begann hier im September 1970, wenige Wochen nach der Matura. Brasilien war Weltmeister im Fußball. Bruno Kreisky schon Weltmeister der Sozialdemokraten. Und auch ihr Vater, der Industriearbeiter, der mit seiner Frau und seinen drei Töchtern der Arbeit quer durch Niederösterreich gefolgt war, gab sich mit der Welt zufrieden: Schön, dass es auch seine Maria zu etwas bringen wollte.” Im Artikel wird weiters darüber berichtet, dass diese Bibliothekarin auch Personalvertreterin ist und sich als solche mehr zu sagen trauen kann, als andere Bedienstete (legendär ist ihr Schreiduell im Rathaus mit der Stadträtin, als diese eine Unterschriftenaktion in den Büchereien untersagt hatte), und dies auch im Interview unter Beweis stellt: “Wenig Freude hat sie heute auch mit jenen Vorgesetzten, die zu den Lesern „Kunden“ sagen und dabei nicht merken, wie sie den...


Kaplan fällt dem Quotenwahn zum Opfer
“Name für die Quote?” fragt das Bezirksjournal in der aktuellen Nummer und fügt dieser kryptischen Frage eine noch viel anspruchsvollere hinzu: Quotenwahn oder historischer Verdienst? Anlässlich der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr für Frauen die Möglichkeit besteht, zwischen wahnhaften Quotenregelungen (wie es beispielsweise jetzt am Übermaß an weiblichen Rektorinnenernennungen zu beobachten ist) oder einem noch nie dagewesenen Einkommenssprung zu wählen. Doch es ist ganz anders. Franz Schodl, fleißiger Leserbriefschreiber in der Kronenzeitung, ehemaliger grüner Bezirksrat in Meidling, nunmehr für die Bürgerliste “Pro Hetzendorf - Bürger für Bürger“ ebenfalls als Bezirksrat aktiv, ist mit der Benennung eines Parks unzufrieden: Die Meidlinger SPÖ will die Parkanlage “Friederike Stoiber-Park” nennen. Stoiber war die erste Leiterin des Pensionistenwohnhauses Hetzendorf. Franz Schodl von der Bürgerliste “Pro Hetzendorf’ stößt dieser Name...


Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo
Beim Löschen von nicht ausgeführten Entwürfen ist mir dieser untergekommen, in dem ich eigentlich nur den Hinweis von Netbib  auf einen langen, gut gemeinten Artikel anläßlich der Pensionierung einer offenbar überaus verdienten Bibliothekarin wiedergebe. Aber es ist zu schön :-) Harfensolo aus der Stille Bibliothekarinnen leben gemeinhin ein Leben im Stillen, ihre Bewegungen gedämpft von den vielen Büchern. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Gedämpftes Leben mit gewaltigem Echo">del.icio.us Post tags: BibliothekarInnen Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Doppelter Löscheinsatz
“ein Journalist, der mit Burn-out im Krankenstand war” berichtete vorhin im Club 2 ein Privatdetektiv, welcher Krankenstandsüberwachungen durchführt, “koordinierte in dieser Zeit Einsätze der Feuerwehr”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Doppelter Löscheinsatz">del.icio.us Post tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh


Ein bißchen verpoppert
Ob es wohl möglich ist, diesen vom ORF produzierten Satz als richtig zu falsifizieren? Natürlich nur nach umfassenden Studien: “Eine Behauptung, die durch die umfassenden Ermittlungen als falsch verifiziert wurde”. © haftgrund for haftgrund, 2009. | Permalink | No comment | Add to Ein bißchen verpoppert">del.icio.us P ost tags: Feed enhanced by Better Feed from Ozh