Hauptbücherei Wien - auch sozialer Treffpunkt

Dass auch große Büchereien eine soziale und vermittelnde Funktion wahrnehmen können, wird in diesem Artikel des Standards vom 14.12.07 gezeigt. Es hat sich erwiesen, dass die Wahl des Standortes (von Verslumung bedrohte Gürtelregion) sich konstitutiv für die Bibliotheksarbeit erwies und damit auch für sogenannte bildungsferne Schichten ein niedrigschwelliger Zugang möglich wurde. Was ohne die Bereitschaft der BibliothekarInnen, sich auch schwierigen und nervenanspannenden Situationen auszusetzen, nicht möglich wäre. Dass die Anerkennung dafür durch den Dienstgeber sich in Grenzen hält, eint diese Bediensteten mit ihren KollegInnen der Zweigstellen, siehe >>>


Tagasyl Bücherei

An die 3.500 Menschen besuchen täglich die Wiener Hauptbücherei - Dass der Migrantenanteil gefühlte 50 Prozent beträgt, liegt nicht allein an der geografischen Lage
Verliebte Blicke und leises Lachen zwischen den meterhohen Bücherregalen. Das etwa 17-jährige Mädchen beugt sich zu ihrem, ungefähr gleichaltrigen Begleiter. Er flüstert in ihr Ohr, sie schüttelt kichernd den Kopf. Das enggebundene fliederfarbene Kopftuch ist verrutscht. An der linken Schläfe hängt eine schwarze, gelockte Haarsträhne hervor. Die Frage, ob sie oft hierher kommen, unterbricht den scheuen Flirt abrupt. Die beiden rücken schlagartig voneinander ab. Während der Bursche verlegen sein weißes Ed-Hardy-Baseballcap zurecht schiebt und erklärt, sie wollen nicht gestört werden - nein, sie wollen nicht sagen weshalb und wie oft sie in die Hauptbücherei kommen - zupft das Mädchen mit abgewandtem Gesicht ihr Kopftuch zurecht. Danach herrscht betretenes Schweigen. Erst einige Minuten später sieht man die beiden durch die Glaswand der Leseecke wieder lachen.

Die städtische Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz liegt an der Grenze zwischen dem siebten und dem fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk. Bürgertum und Bobos auf der einen, mit 35,8 Prozent höchster Ausländeranteil Wiens auf der anderen Seite des Gürtels. Das Publikum in der Bücherei ist dementsprechend gemischt: neben österreichischen Studenten würden auch viele Asylwerber und Migranten kommen, sagt Christian Jahl, Leiter der Bücherei.

Geheimer Treffpunkt


Manche der Jugendlichen aus Migrantenfamilien sind offenbar nicht der Bücher wegen hier. Es sind Mädchen aus streng muslimischen Familien, die die Bücherei als heimlichen Treffpunkt nutzen. Nach islamischem Brauch können sie Bibliotheken ohne männliche Begleitung besuchen. "Die Mädchen werden oft von ihren Brüdern oder Vätern gebracht und abgeholt", sagt Jahl. Hier finden sie ein Stück Freiraum zwischen den Lesenden, Internetsurfenden und Musikhörenden. "In der Bücherei können sie sich in Ruhe mit Freundinnen und Freunden treffen und an den Computern chatten. In Internetcafes fühlen sie sich beobachtet und unwohl; sich im Kaffeehaus zu verabreden ist schwierig", sagt Meltem Weiland, Frauenberaterin des Verein "Orient Express". Zwar sind ihr in ihrem Arbeitsalltag in der Migrantinnenberatung derartige Beispiele bisher nicht untergekommen, sie wisse aber aus Erzählungen dass Büchereien für die Mädchen ein beliebter Treffpunkt seien.

Jagdrevier Internetgalerie


"Die Internetgalerie ist so etwas wie eine Anbahnungsplattform", erzählt Christian Jahl. Nach der Bibliothekseröffnung im Oktober 2003 gab es häufig Beschwerden: die Migrantenkinder seien zu laut, viele Besucher fühlten sich gestört, manche Frauen belästigt. Jahl reagierte, indem er die 20 Internet-PCs in einen eigenen Bereich, durch eine Glastür vom Lesesaal getrennt, verlegten ließ und vier zusätzliche Computer anschaffte, die nur für Frauen reserviert sind. Seitdem herrscht Frieden.

"Viele dieser Jugendlichen sind zum ersten Mal in einer Bibliothek. Die meisten kommen wegen dem Internetzugang. Viele entdecken hier auch andere Medien für sich." Jahl bemüht sich, den fremdsprachigen Besuchern etwas zu bieten: in der Hauptbücherei stehen jeweils an die 1.000 Bücher in türkischer, polnischer, slowenischer, russischer und persischer Sprache.

Kleine Wohnungen, viel Lärm


Beziffern kann Jahl den Ausländeranteil unter den Besuchern nicht, da einerseits die Herkunft der Kunden bei der Einschreibung nicht erfasst werde. Andererseits würden viele der täglich an die 3.500 Besucher über keine Entlehnkarte verfügen, sondern nur die kostenlosen Angebote nutzen: internationale Tageszeitungen lesen, oder lernen. Besonders Kinder von Migranten würden in der Hauptbücherei gerne Aufgaben machen und lernen. "Oft sind die Wohnungen winzig, die Zimmer müssen sie mit vielen Geschwistern teilen. Da kann man sich nur schwer konzentrieren."

Im "College Kirango", der Abteilteilung für Kinderbücher sitzen in einer abgelegenen Ecke zwei junge Muslimas. Auf dem Tisch vor ihnen einige Hefte und Bücher ausgebreitet, die Gesichter tief darüber gebeugt und völlig ins Lernen versunken. Sie tippen Zahlen in ihre Taschenrechner und diskutieren mit gedämpften Stimmen. Die Mädchen sind ungefähr 15 Jahre alt, tragen ordentlich sitzende Kopftücher und haben trotz der hohen Raumtemperatur ihre langen braunen Mäntel nicht ausgezogen. Auch sie wollen nicht von sich erzählen. "Keine Zeit", sagt eine der beiden, lächelt schüchtern und winkt abwehrend mit den Händen. Die andere starrt beharrlich in ihr Heft, als sei jede Sekunde in der Bücherei kostbar.

Wohnzimmer für Heimatlose

Neben den ausländischen Studenten, den lernenden Schülern und den Jugendlichen, die die Bibliothek zum Zeitvertreib und als Treffpunkt besuchen, fällt eine weitere Gruppe auf: Jene, für die die Bücherei Wärmestube und Wohnzimmer ist. Wenigstens innerhalb der Öffnungszeiten. In den breiten, gepolsterten Armsesseln nahe dem Eingangsbereich, dort wo die internationalen Zeitungen und Magazine aufliegen, haben es sich einige Männer gemütlich gemacht. Die Mantelkrägen hochgeschlagen, die Beine auf ihren Taschen ruhend, dösen sie vor sich hin: die zerfurchten Gesichter entspannt, eine Zeitung auf dem Schoß. Abschalten vom aufreibenden Leben auf der Straße. In der Bücherei ist jeder willkommen, so lange er sich an die Hausordnung hält. Warum es kaum Probleme gibt, erklärt Christian Jahl so: "Wenn sich Menschen an einem Ort wohl fühlen, dann geben sie darauf acht, dass es so bleibt, dass nichts zerstört wird." (Birgit Wittstock, derStandard.at, 13.12.2007)


Welchen Krimi bringe ich ihr?

Bibliothekar mailt nach Hause:
Würdest du einen Krimi, der so anfängt, lesen wollen?:
"Der unfertige Junge ging sonst nie durch den Park, schon gar nicht bei Nacht."
Des Bibliothekars Weib mailt zurück:
Würd ich nicht lesen wollen - ein unfertiger Junge ist imho ein Embryo in frühem Stadium, der hat noch eine Weile vor sich, bis er selbst gehen kann. Also denkt und schreibt der/die AutorIn entweder unlogisch, oder er/sie versucht sich als KünstlerIn, ohne diesem Anspruch gerecht werden zu können, oder die Übersetzung ist mies. Verspricht jedenfalls keine Krimileselust. :-)

Ende der Veranstaltungen in einer Bücherei

Unter dem Titel "Geschenk-Entzug-Protest" beschäftigt sich ein Gastkommentar in der Presse mit dem Ende der Literaturveranstaltungen in der Zweigstelle Engerthstraße.
Der Artikel beschreibt sehr treffend die für Büchereibedienstete auf Dauer frustrierende Situation, wenn sie mit großem Einsatz und sehr erfolgreich kulturelle Initiativen setzen, die von der zuständigen Magistratsabteilung 13 allenfalls geduldet, aber weder personell noch durch ausreichende finanzielle Zuschüsse für Honorare und für Sachaufwendungen (Buffets z.B.) unterstützt werden.
Die durch das Erste Wiener Lesetheater zusammen mit dem Autor veranstaltete Lesung von Gert Jonkes "Schule der Geläufigkeit" am 13. Dezember war somit die letzte Veranstaltung dieser über viele Jahre von vielen BesucherInnen frequentierten Veranstaltungen, bei denen sowohl etablierte AutorInnen als auch junge Talente teilnahmen.
Dieser de facto zum Nulltarif für den Magistrat erzielte Imagegewinn für die Büchereien hat bis auf weiteres ein Ende.



Geschenk-Entzug-Protest


12.12.2007 | 18:14 | GASTKOMMENTAR VON LYDIA MISCHKULNIG (Die Presse)

Die MA 13, zuständig für die Büchereien der Stadt Wien, hält es offenbar für sinnlos, Lesungen zeitgenössischer Autoren zu veranstalten.

Es wird einmal – nämlich in der Zweigstelle Engerthstraße der Stadtbücherei Wien – die monatliche Leseveranstaltung zeitgenössischer Literatur selber Geschichte sein. Dieses Faktum bedauern jetzt schon das Stammpublikum der Bücherei, Gäste aus der Nachbarschaft und Anreisende, die Autoren und Leser.

Zeitgenossenschaft ist die Beziehung des Lesers zum Autor zur Welt zum Leser – den persönlichen Kontakt knüpften Elisabeth Fian und das Bibliothekarsteam der Zweigstelle Engerthstraße, das Literatur unter die Leut' brachte. Die Bücherei lud monatlich zu Lesung, kleinem Buffet und Wein, um die Diskussion in gastfreundlicher Atmosphäre zu fördern – sie trieb Verzweigung von Sprache und Kunst und war ein Ort, wo erzählt werden durfte, auch von ganz jungen und unbekannten Stimmen, wie etwa Martin Kolosz oder Bernhard Strobel. Es war eine Besonderheit, die neueste Literatur im Rahmen der Engerthstraße besuchen zu dürfen. Die Gegend rund um den Mexikoplatz bietet ja nicht gerade viel Gelegenheit für den Einstieg in die literarische Disposition hiesigen Schaffens. Stoff gibt es aber allemal. Deshalb ging ich gern zu den Lesungen. Der Weg, das gemischte und höchst aufmerksame Publikum.

Bücherei als soziale Institution


Die Bücherei als soziale Institution bietet nicht nur Bücher, sie dient auch als Internetzugang, als Jugendzentrum für Schüler, die nur dort lernen können, weil es zu Hause zu eng, zu laut ist, bietet Zuflucht für vereinsamte Menschen, die „ihren“ Bibliothekar aufsuchen, Zeitschriften lesen, den Tag über einen Besuch in der Bücherei strukturieren. Die soziale Funktion des Bibliothekars in den Stadtbüchereien wird ohnehin unterschätzt – von der Politik nämlich, die die Rahmenbedingungen setzt, Personal abbaut und nach Entlehnquote berechnet, wie viele Angestellte in einer Bücherei arbeiten dürfen und müssen.

So leisten viele der Lesungen veranstaltenden BibliothekarInnen Extra-Engagement für das literarische Leben, da PR-Arbeit, Einladungen, Buffet-Herstellung, Wein-Einkauf und die nachträgliche Versorgung der Räumlichkeiten sie selbst erledigen müssen. Es gibt kaum oder gar kein Zusatzbudget. Geht es in der Hauptbücherei auch so knausrig zu? Gibt es dort Öffentlichkeitsarbeiter? Wie viele?

Die Zweigstelle Engerthstraße lädt heute zum letzten Mal in die Bücherei. Niemand verböte es, weiterhin Lesungen zu organisieren, es gibt ein Jahresbudget für Lesehonorare – doch leider sind die Literatur aushungernden Rahmenbedingungen durch die Kulturpolitik dieser Stadt schwerwiegender. Kardinalgründe für den Engagementfrust liegen bei sozialen Berufen – und Bibliothekar ist ein solcher – meist an mangelnder Bezahlung, Personalengpässen, zu wenig Anerkennung durch den Dienstgeber, Schrumpfung der Budgets für Buffets und Reinigung.

Die MA 13, zuständig für die Büchereien der Stadt Wien, hält es offenbar für sinnlos, Lesungen zeitgenössischer Autoren zu veranstalten, um Entlehnquoten zu erhöhen. Dass Leser heranwachsen und ein Gefühl für und Lust auf Literarizität erst entwickeln müssen, ist den Leserattenfängern der Politik nicht klar – und lassen deshalb die Literaturveranstalter der Büchereien-Zweigstellen aus dem letzten Loch pfeifen, während die Musicalsubventionierung zur Massenleichtigkeitsverblödung beiträgt.

Vielleicht kann sich das niemand vorstellen, dass die Kräfte eines Bibliothekteams versiegen, weil Personalmangel zur Selbstausbeutung führt, wenn auch noch Lesungen veranstaltet werden; wenn die Putzfrauen nicht lange genug arbeiten dürfen, aus magistratischen Einsparungsgründen einer sozialdemokratischen Partei heraus, und somit nach der Veranstaltung die Reinigung nicht mehr besorgen können. Wer räumt nun den Platz vor und nach einer Leseveranstaltung her? Wie viel Zeit kostet das? 7 Euro pro Stunde? Die Leistung einer Putzfrau in einem öffentlichen Gebäude der Stadt Wien wird nach Quadratmetern bezahlt. Was ist ein Bibibliotheksquadratmeter wert? Zählen Stellagen und Bücher mit? Oder gilt nur der Boden wie im Wartesaal eines Amtsarztes?

Könnte es sein, dass die Kulturpolitik der Stadt Wien meint, der Bibliothekar soll selber putzen, wenn er schon engagiert ist – damit die Entlehnerei sauber funktioniert – und abendliche Lesungen den Filialen eh nix bringen? Der Bibliothekar hat eine Brückenfunktion. Er ist nicht nur Leihgeber von Büchern, auch Erzieher, der simple Begrüßungsformen beibringt und einhält, Grüß Gott. Guten Tag, je nach Gesinnung halt – er ist Kommunikator, Container. Anerkennt der Dienstgeber die sozial integrative Leistung der Bibliothekare, die ihre Aufgabe auch als Literaturvermittler sehen? Das hat doch alles was mit Büchern zu tun – nicht wahr? Gibt es seitens der Hauptbücherei zeitgenössische Literaturvermittlung für Bibliothekare?

Sicher gehört persönliches Engagement besonders gewürdigt, durch Lohn und Wertschätzung des Dienstgebers. Wer dafür sorgt, dass zeitgenössische Literatur nicht gefeiert wird – der verhindert Literatur, die aber Lebensmittel für alle ist.

Frisst die Hauptbücherei den Rest?

Für das kleine Buffet bei Lesungen in der Engerthstraße wird eine geringe Geldsumme zur Verfügung gestellt – frisst die Hauptbücherei den Rest? Wozu ein Buffet zur Literatur, mag sich wer fragen? Weil's fein ist, kann ich sagen, wenn es was zu beißen und zu trinken gibt. Das lockt Leute an mitzudenken, weckt Bildungslust. Tatsache ist, dass ein heißer Ort, der durch Literaturbegeisterte gelebt hat, nun den Geist aufgibt, weswegen der Magen knurrt, weil die Rahmenbedingungen der letzten Jahre Kulturpolitik zermürbend kleinlich waren, enger wurden und festgezurrt. Heute ist Schlussveranstaltung. Die Leser mögen kommen und protestieren gegen die Musicalverrohung der Subventionspolitik dieser Stadt. Gerechter Lohn bedeutet Ort und Zeit für Literatur – regelmäßig.

Lydia Mischkulnig ist freie Schriftstellerin in Wien. 1996 Bertelsmann-Literaturpreis des Bachmann-Wettbewerbs. Werke u. a.: Halbes Leben (1994), Umarmung (2002).

meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.12.2007)

Büchereibesetzung in Berlin

im Weblog der "Bürgerinitiative Pro Kiez - Für den Erhalt der Stadtteilbibliotheken in Pankow", welche den Kampf gegen die geplante Schließung zweier Bibliotheken in Berlin organisiert, wird auf einen Artikel der "Berliner Zeitung" verwiesen, der über die Besetzung der Bibliothek in der Esmarchstraße berichtet:
"Vor einer Woche haben Lemmnitz und weitere Anwohner die Bibliothek in der Esmarchstraße besetzt, um den "kulturellen Kahlschlag" im Bezirk noch zu verhindern. Doch die Chancen stehen schlecht. Die Pankower Bezirksverordneten haben im November beschlossen, beide Bibliotheken zum Jahresende zu schließen. Als Grund nennt Kulturstadtrat Michail Nelken (Die Linke) die Sparauflagen des Senats. So muss der Bezirk Pankow im kommenden Jahr elf Bibliotheksstellen einsparen. Wie lange die Besetzer ihre Aktion fortsetzen werden, wollen sie am Montag- abend besprechen. Ein Ende scheint jedoch absehbar. "Das Weihnachtsfest wird bestimmt niemand in der Bibliothek verbringen", sagte Lemmnitz."
Eine auch für die Situation in Wien sehr zutreffende Analyse über die Funktion und die Wirkung kleinerer Stadtteilbibliotheken von Karsten Schuldt ist ebenfalls im Blog zu finden bzw. hier.

Hauptbücherei Wien: Wort und Satz des Jahres 2007

Von den bisherigen Vorschlägen scheinen als Wort:
"Kassenautomateninfofleckerl"
und als Satz:
"Die Buchtransportanlage steht!"
die meisten Chancen zu haben.

Lieber post- als prämortaler Schliff

Also schrieb ein Horst Conen laut Kronenzeitung vom 9.12. in seinem Buch "Schenk dir selbst ein neues Leben":
"Schon das Wort 'Lebenslauf' weist darauf hin, dass es Stillstand nicht gibt, sondern nur den Verlauf - die Entwicklung und ständige Veränderung, deren Ziel wir auch darin sehen können, 'im Laufe eines Lebens' wie zu einem Diamanten geschliffen zu werden"

Da fällt einem doch just das relativ neue Service der Bestattung Wien, die Diamantenbestattung ein. Ist für jene empfehlenswert, die nicht so viel rennen und sich während des Lebens schleifen lassen wollen, sondern dies in aller Ruhe nach dem Ableben erledigen lassen.

Ciorans Gott im Altersheim


Schon als ich vor langer Zeit Vom Nachteil geboren zu sein und Lehre vom Zerfall las, kam mir gelegentlich vor, als ob sich in diesen Texten der Düsternis und Verzweiflung ein schneidender Humor verbirgt, angesiedelt nördlicher als Norden und südlicher als Süden, wie es in einem Märchen heißt. Jetzt ist mir dank einer Leserin, die das Buch in der Hauptbücherei entlehnt und bei uns zurückgegeben hat, "Von Tränen und von Heiligen" in die Hände gefallen. ["Auch das Lesergut ist zu etwas gut!", wie es in einem alten Biblothekarslied heißt]
Dieses frühe Buch hat Cioran ursprünglich noch auf Rumänisch geschrieben, wobei er ein halbes Jahrhundet später sowohl an der späteren Übersetzung und Neuformulierung ins Französische als auch ins Deutsche selbst gearbeitet hat.
Und die Vermutung von damals bestätigt sich. Zum Beispiel diese Stelle:
Was mich vom Leben und allem überhaupt trennt, ist der furchtbare Verdacht, Gott könnte bloß ein zweitrangiges Problem sein. Dieser Zweifel - luizid bis zum Wahnsinn - zwingt uns die Hände in den Schoß zu legen: was sonst bleibt von uns übrig?
Hat etwa die Inhaltslosigkeit der Existenz Gott selbst befallen? Die Krankheit des Unwesentlichen die Wesenheit selbst angegriffen? Die göttliche Substanz muß schon seit langem verdorben sein, daß wir ihren Gesundheitszustand und ihre Kräfte in Zweifel ziehen. Gott ist nicht mehr gegenwärtig, nicht einmal mehr die Lästerungen vermögen ihn zu beleben. Wo also, in welchem Altersheim ruht er? Ich habe begriffen: ein Absolutes, das sich schont. Die Welt hat letztlich nur eine brüchige Gottheit verdient.
Wobei sich dieser Humor von jenem "Hauch eines Lächelns" unterscheidet, der vom Nachwortschreiber bei folgendem Zitat ausgemacht wurde:
Der Geheimschreiber einer Heiligen zu sein, das erachtete ich als die höchste Karriere, die einem Sterblichen beschieden war.
ist gut, hat aber eher als Quelle eine lächelnde Altersweisheit, was auch dem Zeitpunkt der Formulierung dieses Satzes entspricht.

Technorati Tags:

Weihnachtliches Kinderquälen in Bücherei


mitten in die adventarische Beschaulichkeit sauste diese gefährliche Drohung wie ein Blitz durch die Mailnetze:
"am Mittwoch , 12. Dezember 2007 wird eine weihnachtliche Lesung von
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, Bundesministerin Dr. Maria Berger, Bundesminister Mag. Norbert Darabos, Bundesministerin Dr. Claudia Schmied, Bundesministerin Doris Bures, Staatssekretärin Heidrun Silhavy, NR-Präsidentin Mag. Barbara Prammer
stattfinden. Die Lesung ist nicht öffentlich zugänglich, die Organisatoren kommen mit 30 Volksschulkindern"
Nachtrag:
Inzwischen beschloss die Regierung, statt die Kinder zu quälen, einen Ministerrat an diesem Tag zu machen. Also Qualen für uns alle vorzubereiten.

Gegen den Wanzenstaat


Peter Pilz hat es diesmal auf den Punkt gebracht.
SAMSTAG, 08. DEZEMBER 2007

Günter Platter war einmal ein braver Tiroler Landgendarm. Heute drischt er mit einer Brechstange auf den österreichischen Rechtsstaat ein. Der Mann muss gestoppt werden. Ein Minister, bei dem die rechtsstaatlichen Sicherungen durchbrennen, ist ein Sicherheitsrisiko.
Platter hat einiges vor

:1. Telefonüberwachung ohne richterlichen Befehl. Das hat er sich jetzt mit dem Sicherheitspolizeigesetz mit Hilfe des sozialdemokratischen Stimmviehs genehmigen lassen. In Zukunft dürfen IMSI-Catcher ohne richterliche Bewilligung eingesetzt werden. Der IMSI-Catcher täuscht ein Funkzelle direkt neben dem Handy vor und saugt alle dortigen Gespräche ab. Damit kann die Polizei ohne Kontrolle durch Justiz und Provider abhören. Voraussetzung für den Einsatz des IMSI-Catchers ist die erfolgreiche Ortung des Handys. Die Rechtfertigung, man brauche den Catcher zur Ortung Vermisster und Entführter, ist schon rein technisch eine Notlüge.

2. Angriff aufs Internet. Am Tag der Beschlussfassung ist das Parlament mit einem Abänderungsantrag zum Sicherheitspolizeigesetz überfallen worden. „Wir warten die Brüsseler Vorschläge ab.“ So hat es bis vor wenigen Tagen geheißen. Jetzt darf die Polizei ohne Richter an die IP-Adressen und die Personen dahinter. Zur Ortung Vermisster? Lost in the chatroom?

3. Trojaner. Platter will die Computer verwanzen. Dafür ist er bereit, seine Experten in die Computerkriminalität abtauchen zu lassen. Wer täglich die Verfassung bricht, schert sich nicht mehr um einfache Gesetze.

Platter macht aus Österreich einen Wanzenstaat. Gemeinsam mit seinem Klubobmann bastelt er an seiner Volksrepublik Österreich. Die Justizministerin stimmt jammernd zu. Und das rote Charakterpack fällt um, bevor Schüssel noch gedroht hat.

Am Donnerstag Abend ist im Parlament eine Grenze überschritten worden. Jetzt muss die Wanzenpolitik gestoppt werden. Mit allen Mitteln.

Wer sich am Widerstand gegen Platters Politik beteiligen will, ist herzlich eingeladen.


Tucholsky, Klaus Mann u.a. zu Jünger

In Helmuth Kiesels Jüngerbiographie wird im Abschnitt zu Jüngers ultranationalistische rHaltung in der Zeit zwischen 1. Weltkrieg und ca. 1930 unter anderem Tucholsky zitiert, der in einer Besprechung der "jungen Nationalen" auf Jünger bezogen meint:
"Kein Mensch vermag eine ganze Epoche seines Daseins als sinnlos zu empfinden. Er muss sich einen Vers darauf machen. Er kann seine Leiden verfluchen oder loben, zu verdrängen versuchen oder sie lebendig halten - aber daß sie sinnlos gewesen seien, das kann er nicht annehmen"[261]
Ein anderer Publizist, der Herausgeber des linksliberalen Tage-Buchs, Leopold Schwarzschild, formulierte auch fast eine Entschuldigung fürJüngers reaktionären Nationalismus, indem er zu einem in seinem Blatt aufgenommenen Aufsatz des "unbestrittenen geistigen Führers jenes 'jungen Nationalismus'" schreibt:
Wäre Jünger im Krieg nicht in "Führerstellung" gehoben worden und hätte er in dieser Position nicht die Chance gehabt, sich heroisch zu beweisen und dafür Anerkennung zu finden, so wäre er nicht zu einem Lebensrezept gekommen, das derart stark auf die Persönlichkeit setzt - und allerdings auch in Kauf nimmt, dass für die "Steigerung Weniger mit der Erniedrigung Vieler bezahlt wird".[298f]

Um den "Milieutheorien" dieser beiden Stellungnahmen noch eine weitere hinzuzufügen: es besteht die Möglichkeit, dass Jünger über seinen philosophischen Mentor Fischer hinaus durch die teilweise doch sehr sorgsame Behandlung durch linke Intellektuelle naturgemäß nicht nur geschmeichelt war, sondern durch das weitgehende Fehlen adäquater Persönlichkeiten auf der rechtsradikalen Seite sich langsam "De-Nationalisierte". Was sich im Übrigen auch auf die Bearbeitung älterer Schriften für Neuauflagen auswirkte. Unter anderem führte er wieder Fremdwörter ein, die er bei früheren Bearbeitungen während seiner ultranationalen Zeit ausgemerzt hatte.

Neben Remarque, Zuckmayer und anderen von Kiesel angeführten Publizisten, setzte sich auch Klaus Mann mit Jünger in sehr differenzierter Weise auseinander, die dem sehr nahe kommt, wie J. mir angesichts meiner bisherigen Lektüre erscheint:
"Er verlockt zunächst mit seinem pathetisch blutrünstigen Todhaß gegen die Zivilisation und mit seiner finsteren Schwärmerei für den 'heroischen Kern des Lebens', für das tragische Weltbild, die Läuterung des Menschengeschlechts durch das Blutbad. Die Jugend hängt an seinen Lippen, wenn er seine düsteren Reden führt. Er ist der Rittersmann im schwarzen Stahle (...) Er ist der feindliche Typ unter den Jungen, den zu befehden sich's lohnt (...)

Dass er schreiben kann, erst das macht ihn gefährlich. Seinen Gaben nach gehört er zu uns; den Arnolt Bronnen [der vom Kreis um Brecht zu Goebbels gewechselt ist] gönnen wir gerne denen drüben. Aber ein Geist von der finsteren Glut Jüngers kann Unheil stiften (...)

So horchen all die jungen Teutschen (...) neugierig auf, wenn ihr Führer den Begriff der individuellen Freiheit kurzweg für 'antiquiert erklärt'; dabei ahnen die treuen Herzen nicht, wie unheimlich diee Redenart ihres Heros sich mit der grausig großartigen Formel Lenins berührt, der die Freiheit zu den bürgerlichen Vorurteilen rechnete."

Kiesel weist bei diesem Zitat besonders auf die Nähe zum Bolschewismus hin, die ja nicht nur durch die zeitweise sehr enge Beziehung zwischen Jünger und Niekisch in der Weise bestand, dass die Denkfiguren "Nationalismus" und "Bolschewismus" im Verlauf von Niekischs Entwicklung zur Einheit wurden. Und beide einte die Ablehnung von Hitlers Pöbeltruppe gegen Ende der 20er Jahre.

Auf strukturelle Ähnlichkeiten in der Haltung von Links- und Rechtsradikalen in und zu der Weimarer Republik wird von Kiesel mehrfach verwiesen, nicht um Jünger zu exkulpieren, sondern um den Blick auf ihn auch aus der Zeit heraus zu entwickeln.

Als wesentliches gemeinsames Merkmal würde ich die "Entschiedenheit" nehmen. Die Bereitschaft, einen absoluten Schlussstrich zu ziehen, was common sense ist. Während die Rechten sich ihre Legitimation aber aus tiefer mystischer Vergangenheit holten, suchten die Linken die ihre aus der Zukunft abzuleiten.
Ernst Blochs Beschwörungen in "Erbschaft der Zeit", sich doch auch der Quellen der anderen Seite zu bedienen, bzw. diese als die ursprünglich eigenen anzusehen, konnte gegen die "Entschiedenheit" der Linken nicht ankommen. Wobei ja auch Bloch sich selber an die vermeintliche Zukunft Sowjetunion anklammerte.

Erinnert mich an die Wiederholung dieser Geschichte als Farce in den 70ern: auch hier war nach 68 alles auf "entschieden getrimmt", ein Degenhardt sang: Poesie ist Krampf im Klassenkampf" und ging zur DKP, und die Maoistisierten übernahmen Begriffe, Sprachgebrauch und Organisationsformen aus den 20er und 30er bis zur Implosion Anfang der 80er.





Unterschied FPÖ und SPÖ

Auf die Frage der Parlamentsberichterstatterin der Kronenzeitung (und inzwischen Nationalratsabgeordnete der ÖVP) Gertrude Aubauer:
Muss Betteln sein? (KZ,8.12.07)
lautet die Bildunterschrift bei Barbara Rosenkranz (FPÖ):
"Aus für organisiertes Betteln"
und jene bei Christine Lapp (SPÖ) :
"Niemand muss in Österreich betteln"
Während die Efflerin feststellt, dass unserem Sozialstaatsanspruch entsprechend auch Menschen in Not nicht darauf angewiesen sein dürfen, durch Betteln ihren Unterhalt zu fristen, daher wer bettelt, verboten gehört, meint die Simmeringer Sozialdemokratin, dass es sich bei den Bettlern um behinderte Menschen aus anderen Staaten handeln muss, denn österreichische Behinderte müssten nicht betteln. Und gerade jetzt gebe es eine Job-Offensive für Behinderte.


Die eine meint also, weil niemand betteln müsse, gehöre es auch verboten, die andere dagegen, dass es sich nur um ausländische Behinderte handeln könne, die uns nichts angehen.

Der F-Standpunkt ist insofern ehrlicher, als er sagt: weg mit dem Pack.

Genau genommen ist auch der S-Standpunkt ehrlich, weil er ja aus deren Seele spricht: Es ist ja nur ausländisches Pack und das geht uns nichts an.

Offen ist noch, was Buchingers Friseur dazu sagt.







Die Vorgesetzte als Kontaktfrau



Ein "Mailolett", ein erfundenes natürlich



Stimme von oben:
Frau N.N wurde von der amtsführenden Stadträtin als Kontaktfrau im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes für die Büchereien bestellt und beschreibt ihre Tätigkeit so:

"Dieses Gesetz sieht Personen und Einrichtungen zu dessen Umsetzung vor, eine davon ist die Kontaktfrau.
Das Gesetz wurde geschaffen, um Frauen und Männern die gleichen Chan­cen am Arbeitsplatz zu gewährleisten und trägt somit zu einer aktiven Frauenförderung bei den Bediensten der Stadt bei.
Ich fungiere als direkte Ansprechpartnerin in allen durch das Gleichbehandlungsgesetz geregelten Belangen und bin in dieser Funktion als Kontaktfrau zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Ich nehme Wünsche, Anregungen und Beschwerden entgegen, beantworte Fragen und gehe jedem Verdacht einer Verletzung des Gleichbehandlungs- und Frauen­förderungsgebotes nach."

Bei der nächsten Bedienstetenversammlung wird Frau N.N. eingeladen, wo sie sich und ihre Funktion vorstellen wird.

Frechdachs 1:
warum sind die Kontaktpersonen
"für Frauen und Männer bei Fragen zum Gleichbehandlungsgesetz"
zwei Frauen?
wie darf ich das verstehen?
Frechdachs 2:
viel interessanter als deine Frage aus den tiefen 70ern scheint mir zu sein, dass die neue Kontaktfrau gleichzeitig die Fachaufsicht der Büchereien ist:
N.N.
Leiterin-Stv. Teildienststellen

Untergeordnete Stelle:
Büchereien
Frechdachs 1:
dies ist der punkt.
wie wir wissen, vertritt sie bei den Abteilungsleitersitzungen den Abteilungsleiter!

Was ich schon absurd finde.
Warum ich diese Frau bei Problemen kontaktieren sollte, ist mir unverständlich!

Ich bitte im Namen der Stimmlosen zu protestieren. kannst mich gerne auch namentlich anführen.
Da kann sie noch so engelhaft sein, Das ist eine eindeutige Unvereinbarkeit.
Frechdachs 3:
Frau Frechdachs 1 meint wohl:
Frauen sind gleich, aber Frauinnen sind gleicher.

Tief in den Siebzigern ist dieser ganze Gender-Komplexler-Schas aufgekommen,
Und mit guter Absicht aber sprachlicher Unbedarftheit wird seither geInnent, mehrzahlverdoppelt, und gerade auch im Öffentlichen Dienst der männliche (und sächliche, Transsexuelle etc.) Teil der Menschheit mundtot gemacht;
Frauen sollen (wieder?) mit kurzem Rockerl und Zopferl auf Baustellen arbeiten, und auch Zebrastreifen überquert frau ja laut neuesten "Schild"Bürger(innen)streichen nur im Rockerl; und so weiter und so fort.......
So wird Solidarität (zwischen Geschlechtern, Rassen, Religionen, Nationalitäten) sicher verhindert...

Die Frage von Frechdachs 1 mag halblustig rüberkommen (wer lehnt sich da schenkelklopfend, selbstgerecht lächelnd zurück?),
Aber sie ist absolut richtig, wichtig, aktuell.

Wenn der Gewerkschaftsboss noch einmal "Mitgliederinnen" sagt, trete ich wirklich aus.

Kassensturz



1. Der Kassenautomat als solches
Die Kassenautomaten sind ein weiteres, wichtiges Element der Selbstbedienung in der Hauptbücherei.

Selbstbedienung ist kein Selbstzweck - Selbstbedienung durch einfach zu bedienende Geräte hilft uns Aufwand für Routinearbeiten zu reduzieren (Verbuchungstheke), Fehler zu vermeiden (Wechselfehler) und mehr Zeit für inhaltliche Arbeiten (z.B.: das Thema der kommenden Jahre: "teaching library") zu haben.

Im Sinne von KundInnenorientierung wird die Wartezeit an der Verbuchungstheke durch Auslagerung der Zahlvorgänge an die Automaten verkürzt.

Nicht jedes Mal werden KundInnen dann auch zahlen, sondern innerhalb der Gebührensperrgrenze gebündelt einmal am Automaten.
Kassenautomaten sind schon in vielen Bibliotheken im Einsatz, d.h. wie in Parkhäusern, in der Strassenbahn und anderswo ist es auch für Bibliotheksbesucher anderswo bereits eine Selbstverständlichkeit Gebühren an Automaten zu zahlen.

Was heißt das für das Team:
  • Jeder Kollege/jede Kollegin muss genau wissen:
  • Was kann der Kassenautomat?
  • Was kann der Kassenautomat nicht?
um den LeserInnen richtige Auskünfte zu geben.

Damit wird der Start mit den Automaten wesentlich erleichtert.

Herzlichen Dank für die Aneigung dieses Wissens!!!
2. Der Kassenautomat ist da
Ab 1. Dezember bietet die Hauptbücherei Wien zwei Kassenautomaten für die Bezahlung der offenen Gebühren und für die Verlängerung von Jahreskarten der Büchereien Wien.

Klare Vorteile für die Leserinnen und Leser

Diese Innovation innerhalb der Wiener Stadtverwaltung bringt mehrere Vorteile für die KundInnen der Hauptbücherei:
  • Kürzere Wartezeiten an den Theken und mehr Zeit für Service und Beratung
  • Zahlungsmöglichkeiten in bar oder mit Bankomatkarte (Maestro und Quick)
  • Geldwechselfunktion
  • Anzeige aller offenen Gebühren auf dem Touch-Screen der
    Kassenautomaten und
  • Bedienungsführung in Deutsch und Englisch.
Vorreiterrolle der Hauptbücherei in Österreich

Seit der Eröffnung 2003 setzt die Hauptbücherei auf die Optimierung des Beratungsservices durch modernste Technik: insgesamt 8 Selbstverbuchungsterminals im Eingangsbereich erlauben den bis zu 3.500 täglichen KundInnen die Entlehnung der bis zu 11.000 Medien auf einfachem Wege selbstständig durchzuführen. Mit dem Einsatz dieser technischen Innovationen hat das "Flaggschiff" der Wiener Büchereien in Österreich seit Beginn eine Vorreiterrolle und war auch richtungsweisend für große deutsche Bibliotheken.
Der Trend zur technischen Modernisierung macht allerdings auch vor den Zweigstellen nicht halt: Neben der Zweigstelle Philadalphiabrücke - wo die Selbstverbuchung seit einigen Jahren angeboten wird - gibt es dieses Service seit Herbst auch in den Zweigstellen Erdbergstraße, Donaustadt und Liesing.
3. Knapp daneben
Am Samstag konnten die Kassenautomaten nicht in Echtbetrieb gehen, weil es Störungen durch mangelnden Zugriff auf den Applikationsserver bzw. durch die Firewall des Magistrats gegeben hat. An der Behebung dieser Störung wird heute in der Früh gearbeitet.

Daher folgende Vorgangsweise:

Wir werden diese Woche noch die Kassenladen an den Terminals parallel zu den Kassenautomaten in Betreib lassen.
4. "Offene KASSENAUTOMATENINFOFLECKERL!!!"
N.N. hat diese offenen Fleckerl um 2 Stück reduziert. Herzlichen Dank dafür!
Offen sind jetzt noch: HEUTE 17-19 Uhr. Donnerstag 17-19 Uhr. Freitag 17-19 Uhr.
Freue mich auf Rückmeldungen!

reft 'n light



Also sagte
Buchinger: Ich wurde immer als linker Minister eingeschätzt und habe mich nicht dagegen gewehrt, weil es irgendwie passt. Einer muss der am weitesten links stehende Minister sein.
Frei nach Brechts Galilei: Arm das Land, bei denen solche Minister als links gelten.

Listenzeit ist Plausibilitätsprüfungszeit



Ein bißchen Büchereien-Wien-DADA aus einer Vorgesetztenmail:
  • strenge Plausibilitätsprüfung!
  • für die ich unmittelbarer Vorgesetzter
  • hoffe, es ist jedem /jeder klar
  • dass niemanden etwas Böses
  • eine korrekte Abrechnung
  • einer Überprüfung standhält
  • nicht gefährden möchte
  • das Thema der Abschaffung
  • ACHTUNG: Listenzeit
  • bis heute abend virtuell abliefern
  • genau rechnen!!!
  • auch diesmal wieder drauf hinweisen
  • strenge Maßstäbe bei der Verrechnung
  • hatten dieses Thema wieder
  • wurde wieder vorgehalten
  • dies kann sich nicht ausgehen
  • bin ich letztlich auch
  • was mir die Sache besonders erschwert
  • oder erleichtert
  • wurde uns überlassen
  • oder damit rechnen zu müssen
  • die zur Folge haben könnten
  • Rückzahlung von zu Unrecht
  • diesmal keine Abrechnung weiter leiten
  • deutlichen Überhang von großen Einheiten
  • ich auch der Meinung bin
  • ferner der Meinung
  • Von zuvielen anzuzweifelnden großen Einheiten heraufbeschworen
  • und denen, die abschaffen, entgengearbeitet
  • Pragmatischer Hinweis: und es geht ums Prinzip - ich weiß!
  • eventuell notwendige Gespräche reservieren.

Büchereisperren - Mittel zur Entlehnsteigerung?

(via netbib) Das Nebeneinander von zwei am selben Tag erschienenen Meldungen zeigt deutlich die Doppelstrategie des außen Hui! und innen Pfui! auf:

Die öffentlichen Bibliotheken in Berlin haben im vergangenen Jahr einen Rekord bei den Ausleihen verzeichnet

Außerdem soll die Jerusalem-Jugendbibliothek in Wedding geschlossen werden. Schulstadträtin Dagmar Hänisch (SPD) bezeichnet die Pläne als "brutale Einsparvorschläge". Ändern kann sie sie nicht. "

Nach dem Jahresbericht der Bibliotheken von 2006 nahm jeder Berliner im Schnitt 5,15 Bücher oder andere Medien mit nach Hause

Auch in Pankow stehen zwei Bibliotheken auf der Streichliste. Dort sollen die Kurt-Tucholsky-Bibliothek an der Esmarchstraße und die Stadtteilbibliothek an der Senefelder Straße geschlossen werden.

Trotz medialer Konkurrenz behaupteten sich die von der Anzahl weniger gewordenen öffentlichen Bibliotheken als Bildungseinrichtungen erster Ordnung.

Zehn Personalstellen müssten im Bereich der Bibliotheken abgebaut werden, sagt Pankows Kulturstadtrat Michael Nelken (Die Linke). Damit könne er nur sieben der neun Standorte erhalten.

Die Welt 20.11.2007, 17:12 Uhr

Die Welt 20. 11. 2007, 04:00 Uhr

Berlin grüßt Wien.

Das unternehmerische Selbst ist erschöpft

Aus der neuen Fantômas-Ausgabe zum Thema "Neues Soziales Kapital" ist der Artikel von Stefanie Graefe: Der heilende Wert des Sozialen. Das unternehmerische Selbst in der Erschöpfungskrise auch online gestellt.
Der Artikel illustriert anhand von burn-out-Helfer-Literatur sehr gut das aporetische Dilemma, in welches die Unternehmer des eigenen Lebens geraten, wenn sie erfahren müssen, dass der eigene Körper eine gegenläufige Strategie zu fahren versucht. Er flüchtet sich in geistige und körperliche Erschöpfung...

Weiters ist in der Printausgabe zu lesen, dass einerseits das neoliberal agierende Kapital zusehends in die Krise gerät und unter dem Druck von NGO'S partiell eine Art Resozialisierung durchmacht, andererseits die paradigmatische Figur des Unternehmers seiner selbst, wie im obigen Artikel beschrieben, in eine tiefe Sinn -und Körperkrise geraten ist.

Ein sehr informativer Artikel behandelt die Aktivitäten der Bertelsmann-Stiftung im Bereich Kommunen - Stichwort Bürgerhaushalt, das unter dem stillen Motto "von Porto Alegre lernen" läuft. In der Erkenntnis, dass dem neoliberalen Umbau der Kommunen hierarchische Befehlsstrukturen hinderlich sind und die Abschöpfung von Bürgerressourcen notwendig sind, werden neue Wege gesucht, welche Kapitalismus auf höherer Stufenleiter ermöglichen soll.

Mehr habe ich noch nicht gelesen. Allerdings haftet allen Artikel das Manko an, dass sie aufgrund ihrer Kürze die Probleme nur anreissen und kurze Fragestellungen formulieren können. Ist schade. Aber das teilt diese Zeitschrift mit den meisten anderen einschlägigen ...